Auslandsaktien: Rekordverdächtiges Skandinavien



14:46 20.08.15

Dänische und schwedische Unternehmen bieten Anlegern seit Jahren überdurchschnittliche Aktiengewinne. Auch 2015 zeigen Vestas, Svenska Cellulosa und Novo Nordisk Überfliegerqualitäten.  

Wer langfristig auf Aktien aus dem hohen Norden gesetzt hat, kann sich zufrieden zurücklehnen. Produkte aus Schweden und Dänemark sind traditionell gefragt, "Made in Scandinavia" gilt weltweit als Markenzeichen. Das hat den Aktienkursen der dortigen Unternehmen über Jahrzehnte teils ansehnliche Zuwächse beschert. Anleger, die in den vergangenen 20 Jahren beispielsweise in Dänemark investiert waren, haben laut einer Studie der Sutor Bank im Durchschnitt jährlich 12,59 Prozent verdient. Schwedische Aktien brachten 11,09 Prozent. Damit belegen die beiden Nationen unter den von der Bank erfassten 18 wichtigsten Aktienländern Rang eins und zwei. Nicht ganz mithalten kann Norwegen. Zusammen mit Deutschland liege das Land mit gut 7 Prozent etwa im Mittelfeld.

"Die Norweger leiden zudem unter dem derzeitigem Ölpreisverfall", beschreibt Walter Vorhauser von der Oddo Seydler. Die Aktie etwa des teilstaatlichen Öl- und Gaskonzerns Statoil (WKN 675213) verlor in den vergangenen zwölf Monaten von knapp 21 auf 13,48 Euro. In der Heimatwährung fiel der Wert von 173,60 auf 125 Norwegische Kronen. "Mit Einsparungen und geringeren Investitionen hält Statoil nun zwar dagegen." Dennoch hinterlasse die Schwäche Spuren beim dortigen Staatsfonds, der im vergangenen Quartal Wertrückgänge in Höhe von 73 Milliarden Kronen bekannt gegeben habe, das sind umgerechnet rund 7,7 Milliarden Euro. Der weltgrößte Fonds in staatlicher Hand wird durch das norwegische Finanzministerium gesteuert und hat den Auftrag, Überschüsse der heimischen Ölindustrie gewinnbringend anzulegen.


Uponor: Weichen neu gestellt

Auch Uponor (WKN 897947) befindet sich laut Vorhauser mitten in einer Restrukturierungsphase. "Damit reagiert der finnische Rohrhersteller auf das schwache Europa-Geschäft mit der Nachfrageflaute im Bausektor." Neben der Neuaufstellung beim Vertrieb werde die Zentralisierung oder Auslagerung von Dienstleistungen vorangetrieben. "Insgesamt sollen so rund drei Millionen Euro jährlich im Bereich Building Solution eingespart werden." Erste Früchte ernte Uponor bereits. Im vergangenen Quartal stehe ein Gewinnplus von 4,9 Prozent auf 277,6 Millionen Euro zu Buche. Die Aktie hat seit Jahresbeginn von 11,37 auf 14,28 Euro hinzugewonnen.

Novo Nordist: Auf Wachstumskurs

Florierende Geschäfte vor allem mit dem Diabetes-Mittel Victoza haben dem dänischen Insulinhersteller Novo Nordisk (WKN A1XA8R) laut Vorhauser zu einem deutlichen Gewinnplus um 19 Prozent auf 8,34 Milliarden dänische Kronen im zweiten Quartal verholfen. Für das Gesamtjahr erwarte Novo Nordisk nun höhere Gewinnzuwächse von rund 19 Prozent. "Der Umsatz soll in lokalen Währungen weiterhin um sieben bis neun Prozent zulegen." Die Aktie kletterte seit Januar von 35 auf aktuell knapp 52 Euro. Als Besonderheit liege mit 74 Prozent die Mehrheit der Aktien-Stimmrechte bei einer gemeinnützigen Stiftung, obwohl diese nur 25,5 Prozent des Stammkapitals hält. "Die freien Aktien repräsentieren die restlichen 26 Prozent." Von Übernahmephantasien, wie es sie häufig im Biotech-Sektor gebe, bliebe Novo Nordisk damit verschont. Anleger könnten aber vermutlich weiterhin mit zumindest stabilen Ausschüttungen rechnen, da eine Stiftung an regelmäßigen Dividenden interessiert sei.



Vestas: Volle Auftragsbücher

Zu den größten Gewinnern im 30 Standardwerte umfassenden Stoxx Nordic Index gehört laut Jan Vrbsky die dänische Vestas (WKN A0MRJJ). "Seit Jahresbeginn kommt die Aktie des Offshore-Spezialisten für Windkraftanlagen auf ein Plus 64 Prozent", registriert der Händler der Baader Bank. Anfang 2014 stand die Vestas-Aktie noch bei 1,50 Euro und hat sich damit seitdem mehr als verzehnfacht. "Vestas Auftragsbücher sind voll und die Ertragszahlen können sich sehen lassen." Nach einer tiefgreifenden Krise des Unternehmens mit harten Sparprogrammen und vielen Entlassungen befinde sich Vestas wie die gesamte Branche seit einiger Zeit im Aufwind.

Svenska Cellulosa: Talsohle durchschritten

Die Aktie von Svenska Cellulosa (WKN 856193) punktet mit einem beachtlichen Zuwachs von 42 Prozent seit Anfang Januar, wie Vrbsky anmerkt. Als größter privater Waldbesitzer Europas konzentrierten sich die Schweden auf die Herstellung von Papier- und Zellstoff-Produkten überwiegend für den Privatgebrauch. "Damit sind sie von der Flaute im Zeitungssektor weniger betroffen als andere Papierproduzenten." Nach einer Schwächeperiode vor einigen Jahren befinde sich Svenska Cellulosa mittlerweile wieder auf einem stabilen Pfad steigender Gewinne und Dividenden. "Die jüngsten Halbjahreszahlen überzeugten ebenfalls."

Volvo: Hoffnungsträger XC90

Auch die Volvo-Aktie (WKN 871229) erfreue die Aktionäre mit einer Steigerung von 12 Prozent. Umsatz und Gewinn für das erste Halbjahr stimmten. Der Ertrag habe sich mit 877 Millionen schwedischen Kronen mehr als verdreifacht. Um das Absatzziel für das Gesamtjahr 2015 zu erreichen, müsse sich Volvo dennoch strecken. 232.284 verkaufte Autos im ersten Halbjahr entsprächen einem Anstieg um 1,4 Prozent. für den Rest des Jahres setze das Management insbesondere auf die neue Version seines SUV-Flaggschiffs XC90.

von Iris Merker, Deutsche Börse AG

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