Swingtrading oder Daytrading? – Unterschiede und Hintergründe



07:49 27.10.15

Swingtrader oder Daytrader, welcher Typ sind Sie?

Ist einmal der Entschluss getroffen mit Hebelprodukten handeln zu wollen, so hat man sich auch garantiert in vielerlei Hinsicht vorab informiert sowie auch belesen. Zuerst kam sicherlich die Recherche nach dem passenden Broker. Hierbei musste man darauf achten, welche Produkte man handeln möchte (Devisen, CFDs, Futures, usw.) und welche eigentlich angeboten werden. Ganz wichtig war hierbei natürlich ein Blick auf den Ort der Regulierung des Brokers (Zypern, England,…). Danach musste man sich mit dem jeweiligen Handelsprogramm tief greifender auseinandersetzen, wobei die meisten Trader auf den MetaTrader 4 setzen. Es folgten nun garantiert Studien zu den technischen Indikatoren. Und häufig wird dann erst beim Traden selbst realisiert, dass da noch eine wichtige Prämisse fehlt. Die Rede ist von der passenden Handelsstrategie.

Wieso sind Handelsstrategien notwendig?

So verschiedenartig die Menschen sind, sei es in ihren Geschmäckern, ihren Vorlieben oder ihren Verhaltensweisen, so unterschiedlich sind auch die Trading-Typen. Zwar bewegen sich alle diese Handelsstrategen in abgesteckten monetären und zeitlichen Möglichkeiten. Dennoch weist ein jeder unterschiedliche Frequenzen beim Öffnen und Schließen seiner Position auf. Diese Entschlüsse folgen zumeist einem ausgeklügelten Handelskalkül, welches vorderhand an einem Zeitfenster ausgerichtet ist. Es stellt sich die Frage nach langfristigen und/oder kurzfristigen Trades. Möchte man mit längerfristigen Trends und/oder lieber mit kurzfristigen Schwankungen sein Geld verdienen? Besitz man die innere Ruhe und mentale Stärke, um häufig kleine Verluste zu verkraften? Oder sind es eher große Verlusttrades (von geringer Anzahl) welche einen nicht gleich aus der Bahn werfen? Ausgerichtet an diesen Prämissen legt man dann fest, welche zeitlichen Charts beobachtet werden müssen. Das Gros der Trader verwendet die Candlesticks-Formationen. Entsprechend sind es die Tages- oder gar Wochenkerzen, die ein langfristiger Trendfolger beobachtet. Derjenige welcher an den Schwankungen teilhaben möchte, wird zumeist die Stunden- bis hin zu den Minutencharts verfolgen. Doch wie bei so vielen Dingen im Leben ist auch hierbei Konsequenz vom Trader vonnöten. Entscheidet er sich für eine Trading Strategie, so sollte er nicht davon abweichen und sich durch andere Zeitfenster bei den Kerzen verlocken lassen. Nur weil langfristig betrachtet mein momentaner Verlusttrade doch noch vielversprechend sein könnte, sollte ich diesen auf keinen Fall laufen lassen – sofern ich mich auf das kurzfrequentige Handeln verlegt habe. Umgekehrt ist dies natürlich schon machbar. Insofern ein Trade besonders gut läuft, ich aber nur Kurzzeitpositionen eingehen möchte, kann man ohne Weiteres den Stop-Loss nachziehen. Um so höher dann der Gewinn steigt, umso enger ziehe ich den Stop-Loss ran, bis er letztlich dann ausgelöst wird. Professionelle Trader, die sich auf den kurzfristigen Handel verlegt haben, verwenden in der Regel keine Take-Profit-Limits, außer sie können für kurze Zeit mal nicht vor dem Trading-Desk sitzen. Sie ziehen viel lieber ihre Stop-Loss-Limits nach. Damit gewährleisten sie, auch an abrupten Gewinnschüben partizipieren zu können.

Zwei sehr bekannte und auch häufig umgesetzte Strategien, bei denen sich die oben beschriebenen Ansätze sehr schön wiederfinden, sind das Daytrading sowie das Swingtrading. Grundsätzlich lässt sich mit beiden Strategien sowohl der Forex- als auch der CFD-Markt handeln. Wobei es natürlich einen großen Unterschied macht, ob man bei einer hochvolatilen Währung oder bei einer recht stabilen Aktie „rumhebelt“.

Das Daytrading

Gerade innerhalb der volatilen Bereiche lässt sich sehr schön eine kurzfristige Handelsmethode wie das Daytrading anwenden. Wie der Name bereits sagt, ist es hierbei der Tag, der den Rahmen absteckt. Gemeint ist aber kein normaler Tag von 0-24 Uhr. Vielmehr ist die Rede von einem Handelstag, der in der Regel zwischen 8 und 20 Uhr abläuft – so z. B. an der Frankfurter Börse. Daytrading ist eigentlich erst seit Mitte der 90er Jahre besonders stark vertreten. Dies war die Zeit, in der man den elektronischen Handel einführte. Innerhalb der Daytrading-Szene lassen sich aber auch bereits verschiedenartige Handelstypen klassifizieren. Da gibt es zum einen die Scalp-Trader, die zum Teil wirklich sehr sehr hohe Handelsfrequenzen aufweisen und auch schon mal mit den Tick-Charts operieren. Andere Daytrader hingegen arbeiten mehr mit 5 oder gar 30 Minuten Charts. Ihre Handelsfrequenz ist dementsprechend geringer. Geringer sind dann natürlich auch die Spread-Kosten. Damit sind die Gebühren gemeint, die ein Broker pro Trade veranschlagt. Jemand der eine sehr hohe Handelsfrequenz hat, ist also ein sehr lukrativer Kunde für den Broker.

Das Swingtrading

Weniger lukrativ für ihn sind da schon die Swingtrading-Strategen. Diese investieren eher mittelfristig. So kann hierbei eine Position schon mal zwischen ein paar Tagen oder gar einigen Wochen gehalten werden. Wichtig ist es dabei die Stops recht tief anzusetzen. Denn handelt man beispielsweise mit CFDs, so können Veröffentlichungen von Quartalszahlen eine starke Volatilität hervorrufen. Befindet sich ein Trend im Long und die Quartalszahlen fallen schlecht aus, so kann man als Scalper natürlich schön shorten. Der „Swinger“ hingegen muss diese Verwerfung aussitzen. Er kann höchstens hinzukaufen. Beim Forex-Swing-Trading – speziell EUR/USD – muss man wiederum seine Stopps gut setzen, da hierbei beispielsweise die nonfarm payrolls extremeVolatilität auslösen. Dabei handelt es sich um die Arbeitsmarktdaten aus den USA, welche zumeist am ersten Freitag des Monats veröffentlicht werden. Überhaupt ist es sehr wichtig, die jeweiligen News-Termine zu wissen und sich entsprechend darauf einzustellen. Gerade beim Trading hat der altbewährte Spruch „Wissen ist Macht“ eine sehr hohe Bedeutung. Nur wer entsprechend die für seinen Handel notwendigen News rechtzeitig erfährt, kann auch adäquat reagieren und z. B. seine Position auflösen.

Handelsstrategien verbinden + ein kurzer aber effektiver Tipp

Was noch nicht benannt wurde, aber von vielen Tradern praktiziert wird, ist die Kombination der beiden Handelsstrategien. Sprich: ich widme mich als Daytrader einer hochfrequenten Handelsart, habe aber nebenher Positionen, die ich sehr lange halte und entsprechend als Swingtrader aktiv bin. Hierbei ist natürlich ganz besonders Disziplin von Nöten. Sehr ratsam ist das Führen eines Handelstagebuchs. Dieses ist dann das Geschäftsbuch des Traders. Man kann darin bestenfalls so viel Informationen zu jedem einzelnen Trade wie möglich erfahren. Dort findet man beispielsweise das Datum, was gehandelt wurde, die Höhe der Position (wie viel Lot), bei wie viel Punkten erfolgte der Einstieg, wann der Ausstieg, lief alles nach der geplanten Handelsstrategie, wie hat man sich gefühlt, etc. Dessen ungeachtet halten Sie sich bitte immer die alte Börsenweisheit vor Augen: Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen. So vermeiden Sie den frühzeitigen Margin-Call.


Quelle: RuMaS / Traders Only   http://www.traders-only.com/swingtrading-oder-daytrading/


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Über den Autor
 
Autor: Stefan Hofmann Stefan Hofmann,
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Stefan Hofmann beschäftigt sich bereits seit 1998 mit der Börse und handelt seit dieser Zeit auch aktiv an den verschiedenen Märkten. Während seiner beruflichen Tätigkeit bei einem großen Online-Broker sowie im Vertrieb / Marketing bei einem Börsenverlag eignete er sich profundes Wissen über die Aktien-, Rohstoff- und Devisenmärkte an. Als technischer Analyst bewegt er sich an der Börse in einem breiten Feld von Aktien und ihren Indizes bis hin zu Gold, Silber, Öl und dem Euro. Gehandelt werden bevorzugt Zertifikate und Hebelzertifikate sowie CFDs. Um das Risiko für das Depot niedrig zu halten, werden strikt feste Money- und Risikoparameter verwendet. Zielsetzung ist neben dem Kapitalerhalt ein langfristiger Kapitalaufbau.

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