DAX fest und Rohstoffe schwach - wie lange noch



14:52 13.11.15

Liebe Anlegerinnen und Anleger,

 

nun liegt wieder eine Handelswoche hinter uns, in der die meisten Märkte sich in recht engen Bandbreiten aufgehalten haben. Vergleichsweise spannend war die Woche für unseren DAX, der es zwar redlich versucht hat, letztendlich aber nicht den Sprung über die psychologisch wichtige Marke von 11.000 Punkten geschafft hat. Geschweige denn die noch viel bedeutendere 200- Tage- Linie, die für viele Investoren die Demarkationslinie zwischen Auf- und Abwärtstrend darstellt.

Vordergründig verantwortlich für die aktuelle Seitwärtskonsolidierung ist wieder einmal die nervige Diskussion darüber, ob die US-Notenbank FED nun die Zinsen anhebt oder nicht. Entsprechend ihren eigenen Steuerungsgrößen Arbeitsmarkt und Inflationsziel hat sie genügend Gründe dafür. Ebenfalls, falls sie nicht die Lufthoheit über den Stammtischen verlieren und an Reputation einbüßen will. Die Auswirkungen von einem solchen Schritt für die Märkte halte ich für vertretbar, da sich nach der monatelangen Diskussion jeder Investor entsprechend positionieren konnte.

Wie immer scheint auch aktuell zu gelten, dass Kurse die Nachrichten machen - und nicht umgekehrt. Ebenfalls haben sich die internationalen Indizes nach der beeindruckenden Rallye von etwa 10 % dafür entschieden, einfach mal auszuatmen und die Sache etwas ruhiger anzugehen.

Der innere Markt konsolidiert auf hohem Niveau

 

Dieses bisher vollkommen unbedenkliche und sogar begrüßenswerte Verhalten spiegelt sich im kurzfristig relevanten Risikoindikator des inneren Marktes schon seit etwa drei Wochen. Die folgende Grafik zeigt Ihnen den Prozentsatz der an der NYSE gehandelten Aktien, die oberhalb ihrer wichtigen 50- Tage- Linie handeln. Nur noch etwa 48 % der Titel handeln heute oberhalb ihrer wichtigsten Unterstützung, nachdem es kürzlich noch 75 % waren.

Nach dem fulminanten Anstieg aus der unteren extremen Zone in den überhitzten Bereich oberhalb von 70 % ist diese Konsolidierung wirklich kein Wunder und ist bisher kein Grund zur Beunruhigung. Da der übergeordnete Trend weiterhin intakt ist, gehe ich sogar davon aus, dass wir derzeit eine Gelegenheit für Nachkäufe sehen und die Rallye noch ein wenig weitergeht.

 

 

Rohstoffe - der Aufreger der Woche

Wieder einmal machen die Rohstoffe und insbesondere die Industriemetalle von sich reden. Hier scheint der Preisverfall kein Ende zu nehmen - jedenfalls ist der Abwärtstrend vollkommen intakt. Natürlich ist dies auch für uns Anleger ein wichtiges Thema, da doch die Nachfrage nach Industriemetallen und Basisrohstoffen ein wichtiger Indikator für die Verfassung der Weltwirtschaft sind. Insofern ist es eigentlich ein Zeichen von Stärke, dass die Aktienmärkte nicht viel stärker unter Druck stehen. Immerhin deutet der folgende Chart der wichtigsten Industriemetalle nicht darauf, dass sich die Weltwirtschaft in rosiger Verfassung befindet.

Ganz im Gegenteil hat sich in dieser Woche ein neues Verkaufssignal im besonnenen P & F Chart gebildet.



 

Bei etwa 260 Punkten schob sich die aktuelle negative 0-Spallte im rechten Bereich der Grafik unter den dreifachen Boden und durchschlug diese Unterstützung. Der Weg nach unten scheint damit frei zu sein und Kaufpositionen in Rohstoffen bleiben mit großen Risiken behaftet. Eine Erholung der Aktienkurse könnte daher noch ein paar Tage auf sich warten lassen. Es sei denn, wir erleben hier einen falschen charttechnischen Ausbruch, der in kommenden Tagen die Leerverkäufer zum Eindecken zwingen könnte.

 

DAX kämpft heute mit wichtigem Widerstand bei 10.700 Punkten

Heute zeige ich Ihnen den gelassenen P & F Chart des DAX per Tagesschluss. Denn in dieser Einstellung erkennen Sie sehr gut die Bedeutung der Unterstützung bei 10.700 Punkten. Es wäre also sehr wichtig, wenn wir per Wochenschlusskurs oberhalb davon schließen würden.

Chart

Sehr deutlich sehen Sie hier die große Bedeutung der Region von 10.700 Punkten. Mittelfristig wird hier eine wichtige Schlacht zwischen Angebot und Nachfrage ausgefochten. Sollten wir unterhalb dieser Region die Woche beenden, gehe ich davon aus, dass sich der DAX in Richtung der aufsteigenden Trendgerade nach unten bewegen wird. Die Region von 10.450 wäre eine erste logische Unterstützung. Auch optisch würde das Sinn machen, da häufig starke Kursbewegungen etwa zur Hälfte korrigiert werden. Davon einmal abgesehen stellt die aufsteigende Unterstützungsgerade auch einen magnetischen Anziehungspunkt dar, der immer wieder einmal getestet wird. Und im positiven Falle natürlich dann als Trendgerade bestätigt wird - und genau davon gehe ich aus. Denn nicht nur die saisonal betrachtet günstige Jahreszeit, auch die gesamte Bullish Percent Theorie und natürlich der Präsidentschaftszyklus (wir befinden uns in einem Vorwahljahr) deutet auf das Lager der Bullen.

 

Viel Erfolg und ein schönes Wochenende

 

Mit herzlichen Grüßen

 

Klaus Buhl

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Über den Autor
 
Autor: Klaus Buhl Klaus Buhl,
Libra Invest GmbH

Klaus Buhl verfügt über mehr als 15 Jahre praktische Erfahrung in der Investmentbranche u.a. als Analyst, Fondsmanager, Händler und Kommentator. Diese Erfahrung setzt er für seine Kunden in speziellen und unkorrelierten Depots um. Darüber hinaus betreibt er das Portal www.libra-invest.de, das Ihnen praktische Tipps gegen Manipulationsversuche der Finanzindustrie gibt und Ihnen durch einen alternativen Investment-Ansatz eine völlig neue Perspektive auf die Märkte bietet. Die Investment-Philosophie von Klaus Buhl fokussiert sich auf die Identifizierung von Risikophasen, sowie auf marktneutrale und Absolut-Return-Konzepte. Vor allem aktive Trader und nicht nur "normale Anleger" sollten nämlich stets Ihr verdientes Kapital in trockene Tücher bringen. Erfahren Sie mehr unter www.libra-invest.de!

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