SJB FondsEcho. Substanzaktien. Gefragt. Templeton Growth (Euro) Fund .



18:16 17.12.15

SJB FondsEcho. Templeton Growth (Euro) Fund

 

Substanzaktien. Gefragt.

In der Frage, ob Investoren zum langfristigen Vermögensaufbau Value-Titel oder Growth-Aktien bevorzugen sollten, nimmt der FondsKlassiker aus dem Hause Templeton eine eindeutige Position ein. Obwohl er das „Growth“ im Namen führt, legt der Templeton Growth Fund seinen klaren Fokus auf Substanzwerte, die er gegenüber den schwankungsintensiveren Wachstumstiteln bevorzugt.

Doch Anleger, die in dem breit gestreuten internationalen Aktienfonds investiert sind, sehen sich gerade mit einer ausgesprochenen Durststrecke für Value-Aktien konfrontiert. Substanztitel laufen nun schon seit neun Jahren schlechter als Growth-Aktien, gibt Norman Boersma, FondsManager des Templeton Growth (EUR) Fund A Acc (WKN 941034, ISIN LU0114760746), zu. Für die aktuelle Schwäche von Value-Aktien macht der Marktstratege, der das Templeton-Flaggschiff seit gut viereinhalb Jahren betreut, die Langzeitfolgen der Finanzkrise verantwortlich. Seit deren Auftreten seien Investoren vermehrt bereit, eine Prämie für Wachstum und damit für Growth-Aktien zu bezahlen, während sie sich angesichts schwächerer Konjunkturdaten von den günstig bewerteten Substanztiteln abwenden. Den zweiten Grund für die beschriebene Schwächephase sieht Boersma in der lockeren Geldpolitik der Zentralbanken. So hänge das Verhältnis von Value- zu Growth-Aktien stark vom Zinszyklus ab, betont der FondsManager, wobei das billige Geld der Notenbanken viele Probleme der Unternehmen vertusche und zu einer geringeren Beachtung von Fundamentaldaten geführt habe. Damit haben sich die Voraussetzungen für den Templeton Growth (EUR) Fund zuletzt verbessert: Mit der gerade begonnenen Normalisierung der Zinspolitik der US-Notenbank, die im Dezember die erste Zinsanhebung seit fast zehn Jahren beschlossen hat, dürften die Fundamentaldaten der Unternehmen wieder mehr in den Vordergrund rücken. „Die Bewertungen sprechen für ein Value-Comeback“, betont Boersma, der zugleich hervorhebt, dass seit der Hightech-Blase um die Jahrtausendwende die Kurs-Buchwert-Verhältnisse von Growth- und Value-Aktien nicht mehr so weit auseinanderklafften wie heute.

Eine gute Ausgangslage für den Templeton Growth (Euro) Fund, der im August 2000 als speziell für den europäischen Markt konzipierte Tranche des im Jahre 1954 ins Leben gerufenen FondsKlassikers Templeton Growth Fund aufgelegt wurde. Der Fonds besitzt den Euro als FondsWährung, verfügt aktuell über ein Volumen von 7,42 Milliarden Euro und nutzt als Benchmark den MSCI World Index. Seit Auflegung konnte die EUR-Tranche eine jährliche Wertentwicklung von +3,34 Prozent verzeichnen und damit den weltweiten Aktienmarkt hinter sich lassen, der mit einer Rendite von +2,86 Prozent p.a. auf Eurobasis aufwartete. Werden die Betrachtungszeiträume kürzer, löst sich die Mehrrendite des Templeton-Produktes auf: Über die letzten fünf Jahre erzielte der Templeton Growth (Euro) Fund eine Jahresrendite von +12,35 Prozent und fiel damit hinter den MSCI World Index zurück, der auf eine jährliche Wertentwicklung von +14,83 Prozent in Euro zurückblicken kann. Mit welcher Investmentstrategie will Norman Boersma das Templeton-Flaggschiff wieder auf den Erfolgspfad zurückführen?

 

FondsStrategie. Valueprinzip. Hochgehalten.

Der Templeton Growth (Euro) Fund hat sich den Prinzipien des Value-Investings verschrieben, um auf diesem Wege seinen Anlegern ein langfristiges Kapitalwachstum zu bieten. FondsManager Norman Boersma betont, von dieser Value-Strategie auch dann nicht abzuweichen, wenn sie eine Zeit lang schwächere Ergebnisse hervorbringt. Die Investoren des Templeton-Fonds müssten tendenziell geduldig, diszipliniert und mit einem langfristigen Anlagehorizont ausgestattet sein, um die Früchte der am weltweiten Aktienmarkt umgesetzten FondsPhilosophie zu ernten. Grundsätzlich werde das Portfolio nicht auf der Basis einer Top-down-Analyse zusammengestellt, führt Boersma aus, sondern er konzentriere sich ganz auf das individuelle Unternehmen und seine langfristige Bewertung. Als FondsManager sei er immer auf der Suche nach unterbewerteten Aktien, die langfristiges Aufwärtspotenzial versprechen und meide die hoch bewerteten Wachstumstitel. Der Anlagestrategie von Investmentlegende Sir John Templeton gemäß, schwimmt Boersma gerne gegen den Strom und bewegt sich im Widerspruch zu den vorherrschenden Marktmeinungen. Als antizyklisch beschreibt der Marktexperte nicht nur seine generelle Vorliebe für Value-Titel, sondern auch eine Reihe seiner individuellen Engagements bei Energieaktien, IT- und Konsumwerten. Sein Credo bleibt auch angesichts zuletzt schwächerer Performanceergebnisse unverändert: Er werde für den Fonds weiter Aktien kaufen, die aus der Mode gekommen sind und deren Gewinnaussichten nicht ausreichend im Kurs enthalten sind, betont Boersma. Vergleiche man die Anlagestrategie „Value“ mit der Anlagestrategie „Growth“ über die letzten Jahrzehnte, so habe Value zumeist Growth outperformt – und dies in unterschiedlichsten Marktphasen und Zyklen. Auch diesmal rechne er damit, dass sich Marktübertreibungen langfristig wieder abbauen und dann erneut die fundamentalen Bewertungen in den Fokus rücken. Für diesen Zeitpunkt sieht er den Templeton Growth (Euro) Fund mit seinem breit gestreuten Portfolio günstig bewerteter internationaler Aktien ausgezeichnet aufgestellt, betont der FondsManager.

 

FondsPortfolio. USA. Führend.

Wie sieht die aktuelle Länderallokation des Templeton Growth (Euro) Fund aus? Der weltweit anlegende Aktienfonds hat die Vereinigten Staaten als Hauptanlagegebiet. 37,01 Prozent des FondsVermögens sind in den USA investiert, mit deutlichem Abstand folgt Großbritannien (12,81 Prozent). Auf Platz drei der Ländergewichtung befindet sich Frankreich mit 8,62 Prozent. In Südkorea sind 6,30 Prozent des FondsVolumens angelegt, dahinter folgt die Schweiz mit 4,97 Prozent. Durchschnittlich stark ist der Fonds in Deutschland (4,83 Prozent) und den Niederlanden (4,30 Prozent) engagiert. Kleinere Positionen in Japan (3,75 Prozent) und Singapur (2,31 Prozent) runden das Portfolio ab. Sonstige Länder machen 15,12 Prozent der Portfoliostruktur aus, die sich per Ende November aus einem Aktienanteil von 94,49 Prozent und einem Barbestand von 5,51 Prozent zusammensetzt.

Welche Branchen sind derzeit die Favoriten von FondsManager Boersma? In der Sektorenallokation des Templeton Growth (Euro) Fund sind Finanzwerte führend, die 25,06 Prozent des FondsVolumens ausmachen. Platz zwei der wichtigsten Branchen nimmt das Gesundheitswesen mit 17,05 Prozent ein, gefolgt von IT-Werten auf Platz drei (12,97 Prozent). Kaum geringer sind im FondsPortfolio Energietitel mit 12,60 Prozent gewichtet, bei denen Marktstratege Boersma aktuell eine besonders starke Unterbewertung ausmacht. Relativ starke Beachtung im Templeton-Fonds findet zudem der Sektor der zyklischen Konsumgüter (12,02 Prozent). Im Mittelfeld der Branchengewichtung des globalen Aktienfonds liegen Industriewerte (7,07 Prozent), Telekommunikationstitel (5,86 Prozent) sowie Rohstoffaktien (4,39 Prozent). Der Sektor nicht zyklischer Verbrauchsgüter mit 2,98 Prozent rundet die Branchenstruktur des Templeton-Fonds ab.

 

FondsVergleichsindex. Korrelation. Ausgeprägt.

Für unsere unabhängige SJB FondsAnalyse wird der Templeton Growth (Euro) Fund dem MSCI World USD NETR als Vergleichsindex gegenübergestellt. Das Ergebnis der Korrelationsanalyse zeigt, dass sich Fonds und Benchmark weitgehend im Gleichlauf befinden. Mit 0,91 liegt die Korrelation über drei Jahre auf einem sehr hohen Niveau, für ein Jahr ist sie mit 0,89 kaum geringer. Die Kursentwicklung verläuft überwiegend parallel, wie auch der Blick auf die Kennzahl R² beweist. Diese liegt für drei Jahre bei 0,83, über ein Jahr nimmt sie einen Wert von 0,80 an. Damit haben sich mittelfristig 17 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 20 Prozent. Hier zeigt sich, dass FondsManager Boersma zuletzt verstärkt eine individuelle Titelauswahl gemäß seiner Value-Kriterien praktizierte und mit seinen Schwerpunkten vom breiten weltweiten Aktienmarkt abwich. Der Tracking Error demonstriert, dass Boersma mit seinem Portfolio nur geringe aktive Risiken eingeht: Über drei Jahre liegt die Spurabweichung des Fonds vom Index bei niedrigen 4,78 Prozent, auf Jahressicht geht sie weiter auf 4,05 Prozent zurück. Welche Schwankungsneigung hat der Templeton-Fonds auf dieser Basis zu verzeichnen?

 

 

FondsRisiko. Volatilität. Gedämpft.

Der Templeton Growth (Euro) Fund weist über drei Jahre eine Volatilität von 14,05 Prozent auf, die leicht oberhalb der 13,77 Prozent liegt, die der MSCI World USD NETR zu verzeichnen hat. Für ein Jahr fällt die Schwankungsintensität des Templeton-Produktes gleichsam etwas höher als diejenige des internationalen Aktienmarktes aus: Hier beträgt die „Vola“ des Fonds 17,97 Prozent, wohingegen die Benchmark eine Schwankungsbreite von 17,39 Prozent an den Tag legt. In beiden untersuchten Zeithorizonten ist damit eine – wenngleich moderate – Volatilitätserhöhung des auf Value-Titel spezialisierten globalen Aktienfonds gegenüber der MSCI-Benchmark zu konstatieren. Insgesamt betrachtet sind die Schwankungen für einen weltweit anlegenden Aktienfonds moderat, was auch an der breiten Streuung über aktuell 94 verschiedene Titel und dem Fokus auf wertstabile Branchen liegt.

Die günstige Risikostruktur des Templeton Growth (Euro) Fund manifestiert sich in dem noch unter Marktniveau liegenden Beta von 0,96 über drei Jahre. Für ein Jahr nimmt das Beta einen Wert von 1,01 an und befindet sich damit praktisch auf neutralem Niveau. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte über drei Jahre hellt das Bild aus FondsPerspektive weiter auf. Hier zeigt sich, dass es dem Templeton Growth in der Mehrzahl der Fälle gelang, eine günstigere Risikokennziffer als die Benchmark aufzuweisen. Das Beta lag in 27 der letzten 33 betrachteten Einzelzeiträume unter dem Marktrisikofixwert von 1,00 und nahm dabei Werte von zutiefst 0,87 an. Dem stehen lediglich sechs Einzelintervalle gegenüber, in denen die Kennzahl mit Werten von 1,09 in der Spitze stärker ausgeprägt war. Als Quintessenz der Beta-Analyse ist ein vergleichsweise günstiges Risikoprofil des Templeton-Fonds festzuhalten, dessen Wertschwankungen oftmals unter Marktniveau bleiben. Mit welchen Renditen kann der FondsKlassiker unter dieser Voraussetzungen aufwarten?

 

FondsRendite. Alpha. Negativ.

Per 15. Dezember 2015 hat der Templeton Growth (Euro) Fund über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von +38,21 Prozent in Euro aufzuweisen. Dies entspricht einer Rendite von +11,39 Prozent p.a. auf Eurobasis. Noch besser fällt im selben Zeitraum die Performance beim MSCI World USD NETR als Vergleichsindex mit einer kumulierten Wertentwicklung von +59,20 Prozent bzw. +16,77 Prozent p.a. in Euro aus. Hier zeigt sich, was FondsManager Boersma bereits einleitend skizzierte: Value-Aktien befinden sich gegenüber dem breiten Markt in den letzten Jahren im Hintertreffen und sind in ihrer Wertentwicklung zurückgefallen. Der Wechsel auf die kurzfristige Betrachtung zeigt, dass der Templeton Growth (Euro) Fund mit seiner Rendite auch im Jahresvergleich hinter der Benchmark landet. Mit +4,64 Prozent erwirtschaftet der Investmentfonds ein über zehn Prozentpunkte schwächeres Ergebnis als der MSCI World, der ein Plus von +15,20 Prozent auf Eurobasis verzeichnen kann.

Das Alpha des Templeton Growth (Euro) Fund liegt in der Konsequenz über drei Jahre mit -0,34 klar im Minus, über ein Jahr rutscht die Renditekennziffer mit -0,81 noch stärker in den negativen Bereich. Kurz- wie mittelfristig ist eine Underperformance des Fonds gegenüber der Benchmark zu konstatieren, da Substanzaktien eine vergleichsweise schwächere Wertentwicklung als Growth-Titel aufwiesen. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Alpha-Werte über drei Jahre gestaltet das Szenario für Boersmas Value-Fonds freundlicher: In immerhin 17 der letzten 33 Perioden konnte das Templeton-Produkt ein positives Alpha von maximal 0,62 generieren, in 16 Zeitintervallen erreichte die Kennzahl Werte von bis zu -0,81 im Tief. Das Potenzial des Portfolios aus substanzstarken Einzeltiteln, den breiten globalen Aktienmarkt zu schlagen, ist also zweifellos vorhanden – die weitere Kursentwicklung der Aktienmärkte nach der gerade begonnenen US-Zinswende wird zeigen, ob der FondsKlassiker wieder an seine alten Erfolgszeiten anknüpfen kann.

 

SJB Fazit. Templeton Growth (EUR) Fund.

Fed-Präsidentin Janet Yellen hat mit der ersten Zinsanhebung seit fast einer Dekade die US-Zinswende eingeleitet und damit die Lage für Substanz-Aktien gegenüber Growth-Titeln merklich verbessert. Gerade jetzt sind die Voraussetzungen für ein Comeback von Value-Aktien besonders günstig, da die vergleichsweise niedrig bewerteten Titel von steigenden Zinsen weniger betroffen sind. Bald dürfte es sich auszahlen, dass Norman Boersma, FondsManager des Templeton Growth, an seiner valueorientierten Strategie festgehalten hat, deren langfristiger Erfolg sich über Jahrzehnte und in unterschiedlichsten Marktphasen beweisen konnte.

 

 

Erläuterungen

 

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Je höher das Alpha, umso besser hat sich der Fonds im Verhältnis zum Markt entwickelt. Beispiel: Ein Alpha von 5,0 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 5,0 Prozent erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass durch aktives Portfoliomanagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet wurde. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement. Gerade im Wettbewerb mit passiven ETFs ist das Alpha das Aushängeschild für Fonds.

 

Beta

Gilt als Risikomaß. Das Beta ist ein Indikator dafür, wie stark die Erträge eines Fonds tendenziell auf Wertschwankungen am Markt reagieren. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Deshalb wird bei der Investmentanalyse einem Index als Repräsentant des Marktes der feste Wert Beta = 1 zugesprochen. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, seine Wertschwankungen sind ausgeprägter. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein hohes Beta bedeutet potentiell höhere Erträge, aber auch ein gesteigertes Risiko. Ein niedriges Beta zeigt an, dass der Fonds potentiell geringere Erträge erzielt, dabei aber auch ein niedrigeres Risiko eingeht. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält.

 

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung einer Aktie und misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent angegeben. Je höher der Wert, desto mehr Anteil an der Unternehmensleistung erhalten Aktionäre in Form der Dividende. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Hohe Dividendenrenditen können die starke Ertragskraft eines Unternehmens anzeigen, umgekehrt aber auch problematisch sein, da die ausgeschütteten Beträge nicht für Investitionen zur Verfügung stehen.

 

Information Ratio

Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines Fonds. Sie wird errechnet, indem man die Überrendite (aktive Rendite) durch das aktive Risiko teilt. Insofern ist sie das Barometer für den risikobereinigten Ertrag. Die aktive Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen, das aktive Risiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher der Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.

 

Korrelation

Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Die Korrelationskennziffer gibt Richtung und Stärke des Zusammenhangs an und liegt dabei in einer Bandbreite zwischen 1,0 für Investitionen, deren Wertentwicklung absolut gleich verläuft, und -1,0 für Investments, deren Wertentwicklung sich genau entgegengesetzt darstellt. Bei einer Korrelation von 0,0 besteht keinerlei Übereinstimmung. Die Kennzahl macht eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung eines Fonds von seinem Vergleichsindex. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren. Die Korrelation sollte im Zusammenhang mit dem Beta-Faktor betrachtet werden und gibt dessen Güte an. Je höher die Korrelationskennziffer an 1 oder -1 heranreicht, desto größer ist die Aussagekraft des Beta-Faktors.

 

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Die Aussagekraft der Bücher kann je nach Branche variieren und ist bei Industriefirmen beispielsweise höher als im IT-Sektor. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Division des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Aktienkurs dem Buchwert entspricht, wird die Aktie zu ihrem „fairen Wert“ gehandelt.

 

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, indem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und das Begleichen von Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

 

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV wird an der Börse als Einstiegssignal in die Aktie interpretiert. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufwärtspotenzial. Liegt das KGV eines Titels hingegen über dem Marktdurchschnitt, kann dies als Ausstiegssignal gewertet werden. Die Aktie gilt als überbewertet, die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch. Im Falle korrigierter Gewinnerwartungen kann das KGV zu Fehlinterpretationen führen, da optisch niedrige Kennzahlen die Ertragssituation des Unternehmens nicht mehr richtig wiedergeben.

 

Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Ein R² von 0,7 bedeutet, dass 70,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist bzw. 30,0 Prozent auf die aktive Auswahl von Aktien zurückgeführt werden können. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr dieses auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, den Grad sowie die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.

 

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio ist ein Maß für das Gesamtrisiko eines Fonds, da sie die Rendite ins Verhältnis zum absoluten Risiko des Fonds setzt. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die Überschussrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Liegt die Sharpe Ratio eines Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich, ist dies ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist als die Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Zu beachten bei der Interpretation dieser Kennzahl ist, dass sich die Definition eines „risikolosen“ Zinses im Zuge der Finanzkrise massiv gewandelt hat. Streng genommen sind risikolose Investments gar nicht mehr existent.

 

Tracking Error

Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.

 

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

 

Autor:

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die wöchentlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

 

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Über den Autor
 
Autor: Dr. Volker Zenk Dr. Volker Zenk,
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