Ein klassische Strategie für kurzfristige Trader



10:39 17.10.17

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

man könnte meinen jemand hätte den DAX an der 13.000er Marke angetackert. Doch am Freitag steht wieder einmal der Verfallstag an und eben dieser könnte schuld an der Trägheit des DAX sein.

Der Verfallstag ist Schuld

Werfen wir dazu zunächst einen Blick auf das aktuelle Verfallstagsdiagramm:

Verfallstagsdiagramm DAX Oktober 2017

(Quelle der Daten: EUREX)

Auf den ersten Blick sticht natürlich die große Call-Position (blau) bei 13.000 Punkten heraus, die größte überhaupt. Entsprechend schlecht wäre es für die Stillhalter, wenn der DAX einen Satz über diese Marke machen würde. Dann würde diese große Position ins Geld laufen und das versuchen die Stillhalter weiter zu verhindern.

Bricht die Marke, kommt die Rally

Wirklich interessant wird es, wenn dem DAX ein Sprung nach oben gelingt. In diesem Fall müssten die Stillhalter auch noch diese Position absichern. Das Resultat daraus sollten (bei der Größe und Bedeutung dieser Position) zügig steigende Kurse sein. Wenn die US-Indizes in der laufenden Quartalsberichtssaison keinen neuen Schwung nach oben bekommen, ist die Wahrscheinlichkeit dafür in den kommenden Tagen allerdings eher niedrig. Hier ist aber der Grund zu finden, warum der DAX heute trotz der starken Vorgaben aus der USA erneut die Marke nicht überwinden kann.



Irgendwann könnten den Bullen auch langsam die Kräfte versagen, wenn der DAX tatsächlich bis zum Verfallstag unter der 13.000-Punkte-Marke bleibt. Schließlich tobt ihr Kampf um dieses neuralgische Niveau nun schon seit knapp zwei Wochen. Aber auch das hängt von der Entwicklung der Berichtssaison in den USA ab.

Eine klassische Strategie für kurzfristige Trader

Deshalb schauen wir uns nun an, wie es unterhalb der 13.000-Punkte-Marke aussieht. Sofort fällt auf, dass sich auch unterhalb der 13.000er Marke noch viele Call- (blaue Säulen) und relativ wenige Put-Positionen (rote Säulen) befinden. Die nächste größere Put-Position liegt erst bei 12.800 Punkten. Der optimale Zielwert für die Stillhalter in der Max-Pain-Darstellung (siehe unteres, kleines Diagramm) notiert bei 12.700 Punkten und die Put-Positionen fangen erst ab 12.600 Punkten an die Überhand zu übernehmen. Unterhalb dieses Niveaus sollte der DAX also unter normalen Umständen bis zum Verfallstag nicht fallen.

Damit eröffnet sich nun den kurzfristigen Tradern für die nächsten Tage eine klassische Strategie: Ein Short-Trade, der bei kurzfristigen bearishen Umkehrsignalen möglichst nahe an der 13.000-Punkte-Marke begonnen wird. Dabei sollte dieser am besten aus drei Teilpositionen zusammengesetzt sein: Die erste Position sichert den Break Even des Trades, indem sie möglichst zeitnah verkauft wird, wenn sich der Trade in die gewünschte Richtung bewegt. Sofort wird im Anschluss der Stopp für die zwei restlichen Positionen so nachgezogen, dass der Trade etwa +/-0 schließt, falls dieser Stopp ausgelöst werden sollte.

Die zweite Position könnte eingesetzt werden z.B. die Gewinne bei 12.800 Punkten zusichern (womit der Trade schon im Gewinn enden sollte) und bei der dritten Position kann man z.B. bei 12.650 Punkten die Zielmarke setzen. Besonders kommt es aber darauf an, die Stopps umsichtig zu setzen: Nach dem Verkauf der ersten Position sollte es zu keinen signifikanten Verlusten mehr kommen und nach dem Verkauf der zweiten sollte auf jeden Fall ein klarer Gewinn herausspringen. Und das unabhängig davon ob die restliche(n) Position(en) ausgestoppt werden.

Für den anfänglichen Stopp (für alle drei Positionen) bietet sich das immer noch gültige Allzeithoch des DAX bei 13.036,74 Punkten an. Die genaue Position hängt aber zum einen von Ihrem Risiko- und Positionsmanagement und zum anderen den Instrumenten, mit denen Sie diesen Trade eingehen, ab.

Ich wünsche Ihnen für diesen oder jeden anderen „Verfallstags-Trade“ in jedem Fall viel Erfolg!

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert

(Quelle: www.stockstreet.de)

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Über den Autor
 
Autor: Sven Weisenhaus Sven Weisenhaus,
Stockstreet GmbH

Sven Weisenhaus ist Trader und Börsenanalyst. Seine Erfahrungen und Analysen zu den Themen Geldanlage, Börse und Finanzen veröffentlicht er als Redakteur in verschiedenen Publikationen. Er schrieb z.B. über mehrere Jahre einen auf die Elliott-Wellen-Theorie spezialisierten Börsendienst. Seit 2012 veröffentlicht er als Chefanalyst und inzwischen Geschäftsführer einen renommierten Börsennewsletter.

Seit einigen Jahren gehört er zum Team von Stockstreet.de und schreibt dort unter anderem die Analysen des „Target-Trend-Spezial“ - einem börsentäglichen Dienst, der unter anderem den DAX nach der Target-Trend-Methode analysiert. Sven Weisenhaus hat auch die Redaktion des bekannten Newsletters "Börse-Intern" übernommen.

Für mehr Information: https://www.stockstreet.de/

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