Euro/Dollar – weder Fisch noch Fleisch…



13:00 22.02.18

Nach der Veröffentlichung der FOMC-Protkolle notiert der US-Dollar am Donnerstag zum Euro unverändert knapp unter 1,23. An den Märkten gehen die Meinungen über die Richtung der FED auseinander. Wir sehen den Dollar in den nächsten Monaten in einer Spanne zwischen 1,20 und 1,28 USD. Die folgenden Inliner aus der Produktauswahl sind unsere Empfehlung für eine spekulative Ergänzung des Depots: DS000H , DS00UW und DM8ZU2. Wir stellen die Einschätzung der Commerzbank-Analysten vor: 

USD: Waren die FOMC-Minutes nun falkenhaft oder taubenhaft? Die Antwort auf diese Frage scheint offensichtlich nicht so einfach zu sein. Denn die einen behaupten am Donnerstag, dass der US-Dollar trotz der eher vorsichtigen Töne der US-Notenbanker in Bezug auf die Lohninflation weiter aufwerten kann. Die anderen sagen wiederum, der Dollar wertet aufgrund des optimistischeren Konjunkturausblicks des FOMC auf. Meiner Ansicht nach stimmt keine der beiden Aussagen. Denn im Grunde genommen haben die Minutes keinerlei neue Informationen geliefert, womit auch keine Neueinschätzung der USD-Sicht erforderlich ist.

Dass das FOMC seinen Konjunkturausblick angehoben hat, das war schon aus dem Kommuniqué, was kurz nach der Sitzung veröffentlicht wurde, ersichtlich. Und die dagegen noch pessimistische Sicht in Bezug auf die Lohninflation könnte sich als veraltet erweisen. Denn nur wenige Tage nach der Sitzung wurde der neuste Arbeitsmarktbericht veröffentlicht, der zeigte, dass die Löhne im Januar deutlich stärker gestiegen waren, was wiederum die jüngsten Inflationsängste am Markt überhaupt erst ausgelöst hatte. Die Frage, wie die Notenbank diesen Lohnanstieg bewertet, und ob sie tatsächlich ihre Zinsen demnächst stärker anheben wird, bleibt somit noch unbeantwortet.



Börse_USA_SymbolZumindest wenn man Minneapolis Fed-Präsident Neel Kashkari Glauben schenken mag, sind die Sorgen des Marktes überzogen. Er warnt davor, den Lohnanstieg überzubewerten. Schließlich handele es sich bisher nur um einen Datenpunkt. Darüber hinaus gibt er zu bedenken, dass eine zu aggressive Vorgehensweise der Fed den Aufschwung beenden könnte. Zugegebenermaßen ist Kashkari eine ausgewiesene Taube und hat im letzten Jahr mehrfach gegen die Zinserhöhungen der Fed gestimmt, weswegen er wohl nicht unbedingt die Mehrheitsmeinung der Fed widerspiegelt. Dennoch dürften seine Kollegen ihm in einem Punkt zustimmen: Nach vielen Jahren, in der die Inflation unter dem 2%-Ziel lag, könnte die Fed nun auch einige Jahre mit einer Inflation leicht über dem Ziel leben. Das wiederum würde dafür sprechen, dass die Fed, selbst wenn die Inflation in den nächsten Monaten etwas stärker steigt, nicht so aktivistisch vorgehen wird, wie es aktuell einige Investoren befürchten. Der Dollar kann von diesen Befürchtungen allerdings profitieren, was durchaus auch noch eine Weile andauern kann.

GBP: Während die Brexit-Verhandlungen weiterhin nur schleppend vorankommen und die Unsicherheit darüber, wie es nach dem EU-Austritt im März 2019 für Großbritannien weitergehen wird, somit anhält, erhält das Pfund immerhin Rückenwind von Seiten der Geldpolitik. So wies der Chefvolkswirt der Bank of England, Andy Haldane, darauf hin, dass sich der positive Trend bei den Löhnen verfestigen würde, was der Markt zum Anlass nahm, seine Zinserwartungen nach oben zu schrauben. Eine Zinserhöhung im Mai ist nun zu deutlich über 50% eingepreist. Doch dieser Ausblick ist nach wie vor mit hohen Risiken behaftet. Abgesehen von den Fortschritten bei den Brexit-Verhandlungen, hängt die Zinsentscheidung der BoE auch von der weiteren Konjunkturentwicklung ab. Die detaillierten BIP-Daten für das Schlussquartal 2017 werden am Donnerstag Aufschluss darüber geben, wie die Wirtschaft aktuell aufgestellt ist. Wir sehen weiterhin Enttäuschungspotenzial für das Pfund.

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Autor: Feingold-Research Feingold-Research
Die beiden ehemaligen FTD- und Börse Online-Redakteure Benjamin Feingold und Daniel Saurenz haben zusammen das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort stellen die beiden Kapitalmarktexperten und Journalisten ihre Marktmeinung, Perspektiven und Strategien inklusive konkrete Produktempfehlungen vor. In zwei Musterdepots werden die eigenen Strategien mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert (feingold-research.com).

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