„Gefühlte“ Sicherheit



14:56 22.02.18


 
Beruhigende Worte, beunruhigende Bilder
Wortreiche Beschwichtigung Nach dem Börseneinbruch von Anfang Februar wurde reichlich Balsam für die geschundenen Seelen der Anleger verabreicht: Die Bewertungen seien – zumal vor dem Hintergrund des Rentenmarkt-KGVs – weiter im Rahmen. Die Konjunktur, sie laufe, trotz einiger Risiken, noch immer hervorragend. Die Regierung, sie werde sich schon irgendwie bilden, und falls nicht, wer braucht schon eine Regierung? All überall ist Beschwichtigung und Beruhigung angesagt. Wer das Bild in etwas düstereren Farben zeichnet, der ist bestenfalls nicht ganz auf der Höhe der Zeit, ein Nestbeschmutzer oder gar Schlimmeres. Im neuen Smart Investor 3/2018, den wir sehr bewusst unter den Titel „Der Sturm“ gestellt haben und der zum Wochenende erscheint, spüren wir der Frage nach, ob wir es hier nur mit einem reinigenden Börsengewitter zu tun hatten, oder mit dem Auftakt zu einem Orkan. Nun sind Börsenbilder in aller Regel nicht eindeutig, wobei der Ausgleich regelmäßig über den Kurs erfolgt: Sind die Aussichten hervorragend, steigen die Kurse auf Niveaus, auf denen die Entscheidung zum Investieren wieder schwer fällt. Sind die Aussichten dagegen lausig, dann liegen die Kurse so sehr am Boden, dass der eine oder andere schon wieder „Schnäppchen machen“ will.

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Gefährliche Mischung

Aktuell sind die Kurse noch immer vergleichsweise hoch und in der Breite herrscht Sorglosigkeit. Das sind geradezu ideale Voraussetzungen, leider für eine brandgefährliche Situation. Die Gefahrenmomente werden geradezu kollektiv ausgeblendet und jeder, der darauf aufmerksam macht, gilt als Spielverderber. Bevor man sich nun aber allzu sehr von schönen Worten einlullen lässt, sollte man einen Blick auf die Entwicklung von Angebot und Nachfrage in Form der aktuellen Charts werfen. Denn was die Leute sagen und was sie tun, sind allzu oft zweierlei Paar Stiefel. Beim DAX sind viele Marktteilnehmer seit dem Bruch der wichtigen Unterstützungen im Bereich von 12.800 Punkten per Saldo auf der Verkaufsseite. Was danach an Erholungsbewegung erfolgte, weist alle Charakteristika einer bloß technischen Reaktion auf (vgl. Abb., blaue Linie): Vor allem die Flachheit des Kursanstiegs im Vergleich zum vorangegangenen Abstieg ist auffällig. Zudem liegen die Umsätze unterhalb derjenigen, die während des Kursrückgangs verzeichnet wurden (hier nicht sichtbar). Beim MDAX (vgl. Abb., grüne Linie) sehen wir seit Jahresanfang einen Kursverlauf, der mit dem des DAX fast deckungsgleich ist – jedenfalls bis zum ersten Paniktief am 6. Februar. Bis zum zweiten Tiefpunkt entwickelt er sich dann bereits etwas besser als der deutsche Blue-Chips-Index. Ab da baut er dann sogar deutlich sichtbar seinen Vorsprung aus. Dieses kurzfristige Aufbäumen sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der MDAX, der über weite Strecken die Hausse der letzten Jahre unter den DAX100-Werten anführte, schon seit Mitte 2017 gegenüber dem DAX30 zurückfällt. Den entsprechenden Relativchart finden Sie im neuen Smart Investor 3/2018 auf Seite 43. Am besten hat sich in jeder einzelnen der drei dargestellten Phasen – Jahresanfangsrally – Kurssturz – Erholung – übrigens der TecDAX (vgl. Abb., rote Linie) entwickelt. Er befindet sich gegenüber dem Jahresanfang sogar leicht im Plus.

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Deutsche NASDAQ?

Das ist übrigens auch konsistent mit dem großen Bild während der gesamten Hausse-Bewegung seit Anfang 2009. In der zweiten Abbildung sehen wir im oberen Teil wiederum DAX (blau) und TecDAX (rot), im unteren Teil zusätzlich die Relativbewegung des DAX gegenüber dem TecDAX (graue Linie). Es fällt auf, dass sich der DAX gegenüber dem TecDAX in diesem Zeitraum nahezu halbiert hat, der TecDAX entsprechend also fast doppelt so gut performte. Der gesamte Kursaufschwung lässt sich ziemlich gut in fünf Phasen einteilen, die wir durch vertikale Linien abgegrenzt und mittels grüner Hilfslinien verdeutlicht haben. In nur zwei dieser Phasen konnte der DAX den TecDAX outperformen (vgl. Abb., unterer Teil, steigende grüne Hilfslinie). Betrachtet man die korrespondierende Kursentwicklung in den eigentlichen Charts (oberer Teil), dann fällt auf, dass der TecDAX in diesen Phasen per Saldo nicht vorankam, offenbar weil er die vorangegangenen Aufwärtsbewegungen „verdaute“. Der DAX war also während des gesamten Aufschwungs nicht sehr viel mehr als eine „bessere Parkposition“ während der Konsolidierungsphasen des TecDAX (vgl. Abb., oberer Teil, gelbe Markierungen). Sobald deutsche Aktien aber insgesamt an Fahrt aufnahmen, war man im TecDAX allemal besser aufgehoben. Lange Rede, kurzer Sinn: Die letzte Bestätigung für eine ausgedehnte Konsolidierung bzw. für eine echte Baisse wäre das Schwinden der TecDAX-Stärke gegenüber dem DAX. Man sollte das Verhalten dieses Index derzeit also genau beobachten.

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Im Bereich „Highlights/Musterdepot“ auf unserer Homepage gibt es heute Updates zu unseren Musterdepotwerten Bolloré und Fiat Chrysler. Sie können sich dort durch einfaches Blättern einen schnellen Überblick über die letzten Wochentransaktionen verschaffen.

PDF oder E-Paper?

Auf die Nachfrage zur Beibehaltung des PDF-Formats für unsere Smart-Investor-Abonnenten haben wir ein reges Echo erhalten. Die Mehrheit plädierte für die Lösung, das eine zu tun, ohne das andere zu lassen. Bis auf weiteres werden wir also sowohl das E-Paper als auch das PDF in diesem Bereich anbieten. Allerdings hatten wir aus einigen Zuschriften den Eindruck gewonnen, dass einigen Lesern die Möglichkeiten des E-Papers noch nicht vertraut sind. Wir werden hierzu demnächst ein kleines Erklärstück anbieten.

Leser fragen die Redaktion

Aufmerksamen Lesern ist sicher schon aufgefallen, dass seit der Januar-Ausgabe ein kleiner Button auf unseren Titelseiten prangt: „15 Jahre Smart Investor“. Wir wollen dieses kleine Jubiläum zum Anlass nehmen, den Spieß einmal umzudrehen. Stellen Sie Fragen an uns. Was wollten Sie schon immer über den Smart Investor oder die Redaktion wissen und haben Sie sich nie zu fragen getraut? Seien Sie ruhig ein bisschen frech, wir sind es ja auch. Und so wie wir austeilen, können wir auch einstecken.

Einsendungen bitte an abo@smartinvestor.de unter dem Stichwort „15 Jahre“. Die besten Fragen und Statements drucken wir übrigens in unserer Jubiläumsausgabe 5/2018 ab (auf Wunsch auch anonym). Wir freuen uns auf Ihre rege Beteiligung.

Veranstaltungshinweise

Mit Riesenschritten nähern wir uns dem Börsentag München, der am 17. März wieder in den Hallen des MOC München stattfinden wird. Das Team von Smart Investor wird wieder mit einem eigenen Stand vor Ort sein. Wir freuen uns, Sie dort zu sehen.

Einen knappen Monat später öffnet am 13. April die Invest in Stuttgart wieder für zwei Tage ihre Pforten. Sie ist Leitmesse und Kongress für Finanzen und Geldanlage und schlicht die größte Veranstaltung ihrer Art im deutschsprachigen Raum. Hier haben wir mit dem Aktionscode übrigens ein besonderes Schmankerl für Sie, das Ihnen freien Eintritt und eine kostenfreie Anreise mit dem VVS (öffentlicher Nahverkehr in Stuttgart) ermöglicht. Hierzu gehen Sie bitte wie folgt vor:

1. Klicken Sie unter www.messe-stuttgart.de/vorverkauf aufs Ticketing.
2. Aktionscode „smartinvest“ einlösen (ohne Anführungszeichen!).
3. Formular ausfüllen und (falls benötigt) kostenloses VVS-Ticket  sichern.
4. Eintrittskarte downloaden und ggf. drucken.

Fazit

Nach den Panikattacken vom Monatsanfang haben wir beim DAX bislang nicht mehr als eine technische Reaktion gesehen. Für eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends reicht das nicht. Wir bleiben bis auf Sondersituationen weiter sehr zurückhaltend.

Ralph Malisch, Ralf Flierl

       

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Über den Autor
 
Autor: Ralf Flierl Ralf Flierl,
Smart Investor

Ralf Flierl ist Chefredakteur der Anlegerpublikation "Smart Investor". Kritisch, unvoreingenommen, unabhängig, antizyklisch, sophisticated, non-Mainstream.... kurz: smart - das sind die Attribute des im Mai 2003 eingeführten "Smart Investor" . Weitere Informationen sowie die Möglichkeit, das Magazin kostenlos zu testen, finden Sie unter www.smartinvestor.de.

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