Chinesische Investitionen in Deutschland so hoch wie nie



08:07 15.03.18

Alleine im Jahr 2017 haben chinesische Investoren rund 14 Milliarden Dollar in Deutschland investiert. Wer glaubt, der Hunger nach den deutschen Hightech-Unternehmen sei nun endgültig gestillt, der irrt aber.


Wieso investieren Chinesen in deutsche Unternehmen?

Schon seit mehreren Jahren befinden sich die chinesischen Konzerne auf Einkaufstour. Dabei geht es aber nicht nur um die Eröffnung neuer Märkte oder um strategische Partner, sondern vielmehr darum, dass sie technisches Wissen erlangen um in weiterer Folge Patente zu sichern. Hinter den zahlreichen Einzelaktionen steckt der von der Staats- und der Parteiführung in Peking entwickelte Plan, der das Ziel verfolgt, bis zum Jahr 2049 - also pünktlich zum 100. Jahrestag der Volksrepublik-Gründung - die Nummer 1-Industrienation zu werden.

Um das Ziel zu erreichen, muss die heimische Industrie technologisch aufgerüstet werden. Somit investieren die chinesischen Investoren in die Luft- und Raumfahrttechnik, in den Schienenverkehr, in die Robotik, in die Chemie und Medizintechnik und auch in den Maschinen- und Anlagenbau. Dabei handelt es sich vorwiegend um Industriezweige, in denen vor allem die deutschen Hersteller seit Jahren stark sind. Aus diesem Grund ist Deutschland auch die Nummer 1 für Investoren aus Fernost.

Können Firmenübernahmen demnächst verhindert werden?

„Wir müssen noch in diesem Jahr ein gesetzliches Instrument schaffen, sodass die Übernahme-Fantasien und auch der Know-how- und Technologie-Abfluss gestoppt werden können“, so Matthias Machnig, der Staatsekretär des Bundeswirtschaftsministeriums. „Möchten Deutschland und auch Europa in der Zukunft wirtschaftliche Erfolge feiern können, so brauchen wir jetzt bald eine Möglichkeit, dass wir staatlich gelenkte Firmenübernahmen von anderen Staaten ganz genau überprüfen und notfalls auch verbieten dürfen. In der EU gibt es viele innovative Unternehmen, sodass Firmenübernahmen zur Tagesordnung gehören.“ Er kritisiere jedoch auch die „marktverzerrenden Finanzierungsbedingungen“.

Genau deshalb möchte man in Zukunft noch strengere Kontrollen durchführen. „Aktuell befindet sich eine entsprechende EU-Gesetzgebung, die gemeinsam mit Italien und Frankreich erstellt wurde, im parlamentarischen Prozess.“ Die Kommission stimmte bereits zu, nun sind die EU-Ratsarbeitsgruppe und in weiterer Folge das Europaparlament gefragt.

Nicht nur die Hightech-Branche ist interessant

Die Chinesen interessieren sich aber nicht nur für die Hightech-Branche - das zeigt etwa der Kauf des Unternehmens „SieMatic“, einem Küchenmöbelhersteller, der nun Teil der Nison-Gruppe ist. „Langsam erkennen wir die ersten Anzeichen, dass die Regierung Chinas wieder die Türe öffnet“, so ein Insider. Die Rede ist vom „One Belt, One Road“-Projekt - dabei geht es um den Aufbau der Infrastruktur zwischen Europa, China und einigen afrikanischen Ländern.

„In naher Zukunft wird es mehr chinesische Staatsfonds geben, die mit strategischen Investoren oder alleine in Deutschland und Europa investieren werden.“ Haben die Pläne der Chinesen auch Auswirkungen auf die Börse oder den Devisenhandel? Wer sich mit Forex CFDs befasst, sollte daher in naher Zukunft verstärkt die chinesische Landeswährung Renminbi beobachten.





Chinesen sind noch nicht die Nummer 1

Innerhalb Deutschlands sind die Chinesen aber noch lange nicht die am stärksten vertretene Investorengruppe - sie landen gerade einmal auf dem vierten Platz. Die Schweizer, Briten und Amerikaner investieren noch immer mehr Geld als die Chinesen. Warum das die Deutschen nicht stört? Sie verfolgen andere Ziele und wollen nicht das Wissen abschöpfen, um sich dann mit einem eigenen Markt abschotten zu können. Hier geht es um Partnerschaften, die beide Seiten stärken.







 


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