Anleihen: Anzahl der US-Zinsschritte offen



08:43 17.03.18


Anleger reagieren auf die Drohungen weiterer US-Strafzölle insbesondere für China und Europa mit erhöhter Aufmerksamkeit. Zehnjährige Bundesanleihen legen im Wochenverlauf zu. 15. März 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die mögliche Ausbreitung von Handelsbeschränkungen, ein unberechenbarer US-Präsident und unterschiedliche Zinsszenarien sind die derzeitigen Zutaten einer Gemengelage, die Anleger aufhorchen lässt. Hinzu kommen die Spannungen zwischen Großbritannien und Russland sowie das sich weiterdrehende Personalkarussell im Weißen Haus. 

"An den internationalen Finanzmärkten stehen die Risikoampeln auf Gelb", meinen die Analysten der Helaba. Davon profitieren als sicher geltende Bundesanleihen. Der Euro-Bund-Future legte in dieser Woche den Vorwärtsgang ein und gewann von 157 auf 158,12 Prozent hinzu. Damit einher geht ein Renditerückgang auf 0,575 Prozent für zehnjährige Bundesanleihen, was laut Helaba dem Niveau von Ende Januar entspricht. 

Die Lage ist unübersichtlich

"Kein Zweifel, die drohende Eskalation eines Handelskriegs mit Zöllen und weiteren protektionistischen Maßnahmen zwischen den USA und anderen Handelsblöcken hat das Potenzial, eine Dekade der weltwirtschaftlichen Erholung zu gefährden", schätzt Klaus Stopp von der Baader Bank. China hat den USA bereits durch die staatliche Zeitung Global Times die möglichen Konsequenzen ihres Handelns aufgezeigt und mit Verkäufen von US-Staatsanleihen sowie Zöllen auf Maschinen, Flugzeugen und Agrarprodukten gedroht. 

Hierzulande hoffe die EU immer noch, die Schutzzölle auf Stahl und Aluminium vermeiden zu können. "Andererseits ist sie aber auch gezwungen zu reagieren, um nicht unglaubwürdig zu werden und gar nicht noch weitere Länder zu protektionistischen Maßnahmen zu animieren."

Klaus StoppStopp  

Zinsen könnten langsamer steigen

Für die Geldpolitik in den Vereinigten Staaten habe sich mit den jüngsten Entwicklungen ein großes Fragezeichen aufgebaut. Noch erwarteten Marktteilnehmer zwar weiterhin drei bis vier Zinsschritte in diesem Jahr. Ein transatlantischer Handelskrieg könne aber durchaus die eigene Wirtschaft abwürgen und die Wirkung von Trumps Steuerreform eindämmen. In dem Fall werde die Federal Reserve ihre bisherige Strategie anpassen müssen. "Zumindest eine Verlangsamung des angedeuteten Zinserhöhungskurses kann nicht mehr ausgeschlossen werden." 

Europa lässt sich Zeit



In Europa bleibt die Zentralbank bei ihrer bisherigen Aussage, erste Zinserhöhungen erst weit nach Ende der bis mindestens Ende September andauernden Anleihen-Käufe vorzunehmen. Ihr Chefökonom Peter Praet stellt im Rahmen eines Reuters-Interviews aber fest, dass die Europäische Zentralbank ihre Kommunikation hinsichtlich der zu erwartenden Zinsschritte künftig präzisieren solle. Auch müssten die Währungshüter den Finanzmärkten in absehbarer Zeit Anhaltspunkte über das geldpolitische Geschehen nach September geben. 

Anleger schichten um  

Aus dem Handel mit Unternehmensanleihen meldet Gregor Daniel die tendenzielle Abkehr von einer bis September 2022 laufenden Merck-Anleihe (WKN A161Y7) mit einem Kupon von 1,375 Prozent und einer aktuellen Rendite von 0,3 Prozent. Unterm Strich gekauft würde hingegen ein im September 2024 fälliger Covestro-Wert (WKN A169MH) mit einer jährlichen Verzinsung von 1,75 Prozent. Ebenso interessierten sich Anleger für eine in 2025 fällige Anleihe von Anheuser-Busch (WKN A18ZDQ) mit einem Kupon von 1,5 Prozent. "Das sieht nach einem Tausch aus", schätzt der Händler der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Die Covestro-Anleihe bringe derzeit eine Rendite von 0,75, die des weltgrößten Brauereikonzerns etwa 0,95 Prozent.

Gregor DanielDaniel  

Outokumpu Oyj gesucht

Verhaltene Nachfrage macht Daniel für einen bis Juni 2021 laufenden Bond der Outokumpu Oyj (WKN A1823X) aus, der 7,25 Prozent Zinsen pro Jahr bringe. Bis zu 10 Prozent des ausstehenden Anleihe-Kapitals kann das finnische Werkstoffunternehmen im Rahmen einer Teilkündigung zu 103 Prozent zurückzahlen. Danach ist eine jährliche Ablösung zum jeweiligen Kurs möglich. 

Für die Türkei wird es teurer

Auf das jüngste Allzeittief der türkischen Lira zum Euro verbucht Daniel bislang kaum Reaktionen. Auch die erneute Herabstufung der Kreditwürdigkeit der Türkei durch Moody’s auf "Ba2" finde bislang am Markt wenig Beachtung. Themen wie der drohende Handelskrieg dominierten derzeit die Schlagzeilen. 

Eine geplante eigene Ratingagentur, die laut türkischer Regierung nach internationalen Standards unabhängig und objektiv arbeiten soll, wird Stopp zufolge die Refinanzierung an den internationalen Finanzmärkten nicht vergünstigen. Einer solchen Organisation im eigenen Land fehle jede Glaubwürdigkeit. Der Türkei gehe es wirtschaftlich zwar gut, das Land kämpfe aber gegen hohe Inflation und Arbeitslosigkeit sowie ein großes Handelsbilanzdefizit. 

Von: Iris Merker
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