Jetzt wird es eng



10:31 17.03.18

Wohl dem, der vorgesorgt und etwas zur Seite gelegt hat. Denn mit dem Reichwerden wird es schwierig werden demnächst, mit dem Reichbleiben hingegen weit einfacher.

Geld, Gold, Aktien, das geht alles. Man muss nur einmal darauf schauen, wie sich jetzt sogar die von unserer Kanzlerin im Alleingang exekutierten Energieversorger (und mit ihnen viele Kommunen und Altersvorsorgevermögen) wieder berappeln. Und selbst der hochkriminelle VW-Konzern verdient Milliarden.

In der nicht-finanziellen Welt sieht es da weit schlimmer aus. Russland und die Türkei stehen in Syrien kurz vor einem Völkermord, doch der Westen schweigt. Und selbst dem beherzten Einschreiten der britischen Premierministerin gegen Russlands Operationen im eigenen Land wird die EU wohl nicht folgen.

Und was machen wir? Machen wir etwas? Immerhin haben wie das interessante Experiment hinter uns, dass es ohne Regierung eigentlich nicht schlechter geht als mit. Und vor allem weit kostengünstiger ist.

Manchmal bleibt mir am Abend als einzige Maßnahme, einen Lacryma Christi aufzumachen und meine geliebten neapolitanischen Schnulzensänger zu hören.

Den wirklich wichtigen Dingen wird in unseren Medien selten auf den Grund gegangen. Und manche Dinge stoßen mich so vor den Kopf, dass ich Mühe habe, sie zu begreifen. Da sagt der Dresdner Schriftsteller Uwe Tellkamp, dass der Großteil der Flüchtlinge nicht aus akuter Bedrohung heraus zu uns kommen, sondern in unser Sozialsystem einwandern wollen. Und so etwas zu sagen, ist anscheinend rechts. Das ist rechts, lernen wir, normal ist aber links.

Es werden dann jedoch nicht vermeintlich rechte und linke Positionen miteinander verglichen, schon gar nicht werden Tatsachenbehauptungen wie die von Tellkamp auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft, sondern es werden diejenigen, die sich dem normalen linken Konsens verweigern, verunglimpft.

Verstehen tue ich das erst, zumindest in Ansätzen, seit ich gerade eben von dem britischen Autor Douglas Murray gelernt habe, die deutschen Medien würden glauben, ihre Aufgabe sei es, zwischen der Öffentlichkeit und den Tatsachen zu vermitteln, anstatt die Tatsachen offenzulegen. Das ist so etwas wie ein Schlüsselsatz für mich. Fast eine Offenbarung.



Unsere Nachrichtensendungen werden aber auch immer mehr zum Kasperletheater. Da werden in den Nachrichten Wortbeiträge beliebiger Passanten gesendet, was sie von Trumps Zöllen halten, doch dass die EU weit höhere Zölle auf US-Autos erhebt als die USA auf EU-Autos, wird nicht diskutiert.

Das wäre doch einmal ein interessantes Thema, oder? Einen Abriss davon zu geben, wie es derzeit in der Welt der Zölle und des Staatsdumpings aussieht. Aber nein, das können wir in den Nachrichtensendungen ruhig unterlassen. Denn Trump ist ja ein Idiot. Da braucht man das nicht zu machen.

Manchmal bleibt mir am Abend wirklich als einzige Maßnahme, einen Lacryma Christi aufzumachen und meine geliebten neapolitanischen Schnulzensänger zu hören.


Bernd Niquet



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Über den Autor
 
Autor: Bernd Niquet Bernd Niquet,
Autor

Bernd Niquet ist promovierter Volkswirt und schreibt Börsenkolumnen und Bücher


Jenseits des Geldes. VIERTER TEIL

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Bernd Niquet, Jenseits des Geldes. VIERTER TEIL, 618 Seiten, 18,00 Euro

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Beschreibung:
Bernd Niquet erzählt darin die Geschichte vom ungewöhnlichen Leben seines Protagonisten weiter. Auch dieses Mal geht es um die grundlegende Frage, an der der Autor seit mittlerweile drei Jahrzehnten arbeitet, nämlich wie sich das Leben und die Reflexionen darüber im Zeitablauf entwickeln und verändern. Und wie bei jeder echten Entwicklungsgeschichte, so ist auch hier kein Ende absehbar.
Die ersten drei Bände von Ā»Jenseits des GeldesĀ« sind in den Jahren 2011 bis 2013 im Engelsdorfer Verlag erschienen, und die nächsten drei Teile existieren bereits in Rohform und werden vom Einbruch der Flüchtlingskrise in die abgeschottete Welt, von anwachsenden Auseinandersetzungen sowie einem niemals für möglich gehaltenen Zerwürfnis handeln.
berndniquet@t-online.de


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