Grüner Fisher: "Neun Jahre im globalen Bullenmarkt"



08:26 18.03.18


Grüner erklärt, warum sich Anleger trotz neun Jahre Bullenmarkt mehr in Katerstimmung als Feierlaune befinden, ob sie damit recht haben und wie sie auf die momentanen Unsicherheiten reagieren sollten. 16. März 2018. FRANKFURT (Grüner Fisher). Am 9. März 2018 hat der globale Bullenmarkt sein neuntes Jahr vollendet. Ein feierlicher Rahmen ist aufgrund der Korrekturbewegung seit Ende Januar allerdings nicht gegeben. Auch in neun Jahren im globalen Aufwärtstrend schaffen es kurzfristige Kursrückgänge nach wie vor, die Marktstimmung parallel zur Kursentwicklung schnell wieder auf ein weniger optimistisches Niveau zu drücken. Wie sollten Anleger mit der aktuellen Situation umgehen? 

Mit Disziplin zur tatsächlichen Rendite

Letztendlich hat es keine wirkliche Bedeutung, dass der Bullenmarkt ein weiteres Jahr vollendet hat. Bullenmärkte enden in der Euphorie oder durch einen mächtigen Keulenschlag, zeitliche Länge oder Höhe der Zuwächse fallen nicht in diese Kategorie. Die Unterscheidung zwischen Korrekturen und dem tatsächlichen Eintritt eines Bärenmarkts war das Kriterium schlechthin, um die erreichte Marktrendite im gesamten Zeitraum auch tatsächlich im eigenen Depot abzubilden. Korrekturen sind im laufenden Bullenmarkt häufig aufgetreten und haben die Geduld der Anleger ein ums andere Mal strapaziert. Aber wenn uns der Markt in den vergangenen neun Jahren eines gelehrt hat, dann war es, "Geduld zu wahren" und die fundamentalen Rahmenbedingungen immer über kurzfristig auftretende, emotionale Störfeuer zu stellen. 

Die fundamentalen Voraussetzungen für fortgeführtes Wirtschaftswachstum bleiben auch in der aktuell unruhigen Phase gegeben. Der entscheidende Erfolgsfaktor wird auch in 2018 sein, emotionale Handlungen so gut es geht auszublenden. Erschwert wird dieses Unterfangen auch im laufenden Börsenjahr durch zahlreiche politische Unruheherde.

2018 - der politische Zirkus setzt sich fort

Donald Trump sorgt weiterhin für Schlagzeilen. Einfuhrzölle auf Aluminium, Stahl und importierte Autos, zudem ist ein Maßnahmenkatalog im Gespräch, der den Handelspartner China mit umfangreichen Strafzöllen sanktionieren soll - Protektionismus bleibt ein heißes Thema. Mit der Absetzung von Rex Tillerson als US-Außenminister zerlegt Donald Trump zudem sein "ursprüngliches" Team zunehmend in Einzelteile. Er ist nicht der erste und nicht der letzte US-Präsident, der durch Personalentscheidungen und protektionistische Maßnahmen von sich reden macht, zumindest laufen diese Debatten jedoch weitaus emotionaler ab, als es bei seinen Vorgängern der Fall war. 

In Deutschland steht die Große Koalition nun endlich, die innerparteilichen Machtkämpfe in der SPD und CDU sind allerdings nicht behoben. Abgesehen davon scheint sich die SPD gedanklich von ihrem ursprünglichen Plan, in die Opposition zu gehen, noch nicht verabschiedet zu haben. Bei Merkels Wahl zur Kanzlerin bleibt der Applaus aus den Reihen der SPD aus. Eine "bundestagsinterne" politische Blockade bahnt sich an. 

Ist das schlecht für die Märkte? Nein, im Gegenteil. Aktienmärkte schätzen das geringe legislative Risiko, Unternehmen freuen sich in Abwesenheit gesetzlicher Änderungen über langfristige Planungssicherheit. Dieses Grundprinzip wird sich in 2018 weiter verfestigen. 

Fazit

Neun Jahre im Bullenmarkt und immer noch ein ungutes Gefühl - so kann die Stimmungslage 2018 treffend beschrieben werden. Protektionistische Tendenzen gilt es kritisch zu überwachen, die komplexen globalen Verflechtungen der Unternehmen werden jedoch den viel zitierten "Handelskrieg" in seinem möglichen Ausmaß immer wieder klar einschränken. Der politische Zirkus geht in eine neue Runde und für Anleger zählt Geduld und ein strategisches Konzept. Cool bleiben wird sich auszahlen. 

15. März 2018, © Grüner Fisher

Über den Autor

Thomas Grüner ist Gründer und Chief Investment Officer von der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

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