So arbeiten die Crashpropheten!



12:03 20.03.18

Die Indizes nahe ihrer Allzeithochs, die Druckmaschinen der Notenbanken fahren auf Hochtouren und verschiedene Indikatoren lassen keinen Zweifel zu, dass Aktien relativ hoch bewertet sind. Mit anderen Worten – die Stunde der Crashproheten wird bald wieder schlagen. Warum stellt sich überhaupt jemand in die Mitte eines Marktplatzes, nichts anderes ist die Börse, und malt den Untergang der laufenden Hausse in den düstersten Farben? In aller Regel lautet die Erklärung: Um Geld zu verdienen!

Die Masche der Börsen-Wahrsager

Es gibt viele Arten sein Geld an der Börse zu verdienen. Mit der Angst der Marktteilnehmer, insbesondere der Privatanleger, zu spielen, ist nicht gerade die schwierigste und edelste, um es höflich zu formulieren. Die Marktschreier kommen aus allen Richtungen der Branche. Sie verkaufen Börsenbriefe, Reports, Bücher und ein paar Vermögensverwalter sind auch dabei. Die Kernaussage klingt bei allen sehr ähnlich: Nur mein Börsenbrief, mein Buch, meine Art der Anlage kann das Volk vor großen finanziellen Verlusten schützen. Nun muss das Volk natürlich auch wissen, warum ausgerechnet jetzt eine große Gefahr droht. Oder nicht?

Die goldene Regel

Was müssen Sie tun, wenn Sie es als Crashprophet oder sogar Verschwörungstheoretiker, die Königsklasse der Schwarzseher, weit bringen möchten? Beherzigen Sie die eine goldene Regel, quasi das Fundament des Erfolgs: Nennen Sie niemals ein genaues Datum! Bestenfalls bestimmen Sie nicht mal einen groben Zeitraum. Die Angst darf nicht von einem Moment auf den nächsten schwinden, Sie ist Ihr wichtigstes Instrument. Erleichterung, weil dieses oder jenes Ereignis nicht eingetreten ist, wäre da völlig fehl am Platz.



Diesen Fehler hat der gute alte Nostradamus begangen, als er den Weltuntergang zur Jahrtausendwende vorhersah. Fehlalarm. Wenigstens hat er die Schande selber nicht mehr miterleben müssen. Im Gegenteil, nach Ihrer Theorie muss die Wahrscheinlichkeit eines Armageddon mit der Zeit immer höher werden, bis es, zumindest theoretisch, unausweichlich wird. Während dieser Spanne beschreiben Sie das Szenario in unterschiedlichen Varianten, getreu dem Motto: Es wird jeden erwischen, Flucht ist unmöglich. Fast zumindest, denn ein Pfad führt natürlich zum Licht, nämlich ihrer.

Der Wert einer Prognose

Scherz beiseite – es gibt durchaus kluge Köpfe, die einigermaßen plausibel darlegen können, warum das aktuelle Bewertungsniveau im Aktienmarkt zu hoch ist. Selbst für den Zusammenbruch unseres Finanzsystems gibt es schlüssige Argumente, die nicht komplett von der Hand zu weisen sind. Aus meiner Sicht ist aber eine Prognose ohne zeitlichen Ablaufplan ziemlich wertlos. Langfristig betrachtet hat jede Wirtschafts- oder Gesellschaftsform nur eine begrenzte Halbwertzeit und wenn wir ehrlich sind, ist die aktuelle Notenbankpolitik ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Dennoch, solange Analysen nur das Ergebnis, nicht aber den Verlauf beschreiben, ist damit nichts anzufangen.
Quelle: QTrade


Der Autor stellt hier lediglich Informationen zur Verfügung, es erfolgt keine Anlageberatung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Vermögensanlagen. Anlagegeschäfte beinhalten Risiken, so dass die Konsultierung professioneller Anlagenberater empfohlen wird. Wir möchten in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass ein Engagement in Aktien (auch Hot Stocks oder Penny Stocks), Zertifikate, Fonds oder Optionsscheine zum Teil mit erheblichen Risiko verbunden. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden.
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Über den Autor
 
Autor: Stefan Hofmann Stefan Hofmann,
STOCK-WORLD

Stefan Hofmann beschäftigt sich bereits seit 1998 mit der Börse und handelt seit dieser Zeit auch aktiv an den verschiedenen Märkten. Während seiner beruflichen Tätigkeit bei einem großen Online-Broker sowie im Vertrieb / Marketing bei einem Börsenverlag eignete er sich profundes Wissen über die Aktien-, Rohstoff- und Devisenmärkte an. Als technischer Analyst bewegt er sich an der Börse in einem breiten Feld von Aktien und ihren Indizes bis hin zu Gold, Silber, Öl und dem Euro. Gehandelt werden bevorzugt Zertifikate und Hebelzertifikate sowie CFDs. Um das Risiko für das Depot niedrig zu halten, werden strikt feste Money- und Risikoparameter verwendet. Zielsetzung ist neben dem Kapitalerhalt ein langfristiger Kapitalaufbau.

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