Bitcoins billig schürfen? – am besten in Venezuela



14:15 22.03.18

Sogenanntes Bitcoin-Mining ist ein heißes Thema in der Welt der Kryptowährungen. Das liegt hauptsächlich an den steigenden Stromkosten, die für die Schaffung neuer digitaler Münzen notwendig sind. Sie dürften künftig wohl weiter steigen, wo lohnt sich das Schürfen überhaupt noch?

Virtuelle Schürfer von digitalen Währungen sind weltweit auf der Suche nach billiger Energie. Diese Krypto-Bergarbeiter haben eine tragende Rolle innerhalb der Blockchain- oder der dezentralen Ledger-Technologie, die die meisten Krypto-Transaktionen über komplexe Rechenvorgänge durchführen. Entlohnt werden die Minenarbeiter meist mit Coins der jeweiligen Kryptowährung, meist Bitcoins.



Während sich die Anzahl der Bitcoins dem Maximum von 21 Millionen Stück nähert, nehmen die Rechenprobleme und damit der Stromverbrauch rasant zu. Zurzeit gibt es fast 17 Millionen Bitcoins. Mit der rasanten Kursexplosion Ende 2017 wurde die Anzahl an Rechenexperten und Rechenoperationen in die Höhe getrieben. Dies hat sich nach dem Kursrückgang in diesem Jahr zwar etwas vermindert, liegt aber dennoch auf einem hohen Niveau. Die gestiegenen Stromkosten für das Schürfen machen den Bitcoin-Abbau nicht mehr überall lohnenswert. Laut dem Bitcoin Energy Consumption-Index entspricht der weltweite Energieverbrauch des gesamten Bitcoin-Bergbaus bereits dem Stromverbrauch des Landes mit einer Bevölkerung von 5,7 Millionen und dürfte sich schließlich an Bangladesch, ein Land mit 163 Millionen Einwohnern, annähern.

Wo also ist der günstigste Ort, um Bitcoin abzubauen?

Elite Fixtures, eine Tochtergesellschaft der US-basierten Crescent Electric Supply Company hat in einer Studie herausgefunden, dass die Kosten für den Bitcoin-Abbau auf der ganzen Welt erheblich schwanken, von nur 531 USD in Venezuela bis zu unglaublichen 26.170 USD pro Bitcoin in Südkorea.

Der Elite Fixtures-Bericht untersuchte die Energieausgaben in 115 verschiedenen Ländern auf der Grundlage von durchschnittlichen Stromtarifen, Regulierungskosten und anderen Energietarifen von internationalen Agenturen. Laut Bericht rangieren die USA auf Platz 41, mit durchschnittlichen Kosten für den Münz-Bergbau von rund 4.760 US-Dollar pro Bitcoin, nicht weit hinter beliebten Bitcoin-Standorten wie Island mit 4.746 US-Dollar und Russland mit 4.675 US-Dollar. In Deutschland wurden Kosten von 14.275 Dollar errechnet. Am teuersten ist das Schürfen in Südkorea, weil auch die engen Kapitalkontrollen dort die Kosten nach oben schrauben. In vielen anderen Ländern spielt die Regulierung und damit die Kosten dieser Regulierung keine Rolle. Sie wirken sich daher nicht bei den Kosten aus. Die Energiekosten sind  in Venezuela zwar am niedrigsten, dafür gibt es dort andere Herausforderungen, die die Krypto-Bergleute zu meistern haben.

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Autor: Feingold-Research Feingold-Research
Die beiden ehemaligen FTD- und Börse Online-Redakteure Benjamin Feingold und Daniel Saurenz haben zusammen das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort stellen die beiden Kapitalmarktexperten und Journalisten ihre Marktmeinung, Perspektiven und Strategien inklusive konkrete Produktempfehlungen vor. In zwei Musterdepots werden die eigenen Strategien mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert (feingold-research.com).

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