Handelsstreit überschattet Aktienmarkt – DAX im Minus



16:08 22.03.18

Euwax

Fed-Entscheidungen wie erwartet
               
                   
- Von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV News Redaktion -

Der weiter hochkochende Handelsstreit zwischen den USA und China sowie der noch ungewisse Ausgang der Zollverhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Europa überschatten weiter das Geschehen am Aktienmarkt. Zudem gilt es, den geldpolitischen Ausblick der US-Notenbank (Fed) zu verarbeiten.

Der DAX notiert aktuell bei 12.109 Punkten mit 1,6 Prozent im Minus.

Die Fed überraschte weder mit ihrer abermaligen Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte noch mit den Bemerkungen zu weiteren Zinsschritten in größerem Umfang. Allerdings wurde die Einschätzung der konjunkturellen Fortschritte seit der letzten Sitzung etwas zurückhaltender formuliert. Zuletzt war von einem “soliden Wachstum” die Rede gewesen, nun von einer “moderaten Wachstumsrate”.

Die chinesische Notenbank hat als Reaktion auf die Zinserhöhung in den USA ebenfalls die geldpolitischen Zügel etwas angezogen. Der Zinssatz für Refinanzierungsgeschäfte von Banken über sieben Tage sei um 0,05 Prozentpunkte auf 2,55 Prozent erhöht worden, teilte die chinesische Notenbank PBOC am Donnerstag in Peking mit. Dies dürfte am Markt erwartet worden sein. Für die PBOC selbst sei es eine normale Reaktion auf die Entscheidung der US-Notenbank vom Mittwochabend.

Dass die Wall Street im späten Handel etwas schwächelte, lag aber wahrscheinlich an Befürchtungen, dass es zu einer Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China kommen könnte. US-Präsident Donald Trump will am Donnerstag ein entsprechendes Maßnahmenpaket veröffentlichen, weil er die Handelspraktiken Chinas für unfair hält. Auch der Kampf gegen den Diebstahl geistigen Eigentums soll damit intensiviert werden.

Ifo-Geschäftsklima trübt sich weiter ein

Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich im März weiter verschlechtert. Das Geschäftsklima fiel um 0,7 Punkte auf 114,7 Zähler, wie das Institut für Wirtschaftsforschung (ifo)heute in München mitteilte.

Ökonomen hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 114,6 Punkte gerechnet. Allerdings erfolgt der Rücksetzer von einem hohem Niveau aus. Im Januar hatte Deutschlands bedeutendster konjunktureller Frühindikator noch auf einem Rekordstand gelegen.

“Der drohende Protektionismus drückt auf die Stimmung”, kommentierte Ifo-Chef Clemens Fuest.

HeidelbergCement will mehr Dividende zahlen



Der Baustoffkonzern HeidelbergCement will nach einem Gewinnsprung für das Jahr 2017 deutlich mehr Geld an seine Aktionäre ausschütten. Die Dividende soll je Aktie um fast ein Fünftel auf 1,90 Euro erhöht werden. Hier hatten aber Analysten im Schnitt mit etwas mehr gerechnet.

Im vergangenen Jahr kletterte der auf die Aktionäre entfallenden Gewinn trotz der Belastung aus der US-Steuerreform um vierzig Prozent auf 918 Millionen Euro.

Im laufenden Jahr will der Konkurrent von LafargeHolcim aus der Schweiz und Cemex aus Mexiko nach Steuern noch einmal deutlich mehr verdienen, während Umsatz und operatives Ergebnis bereinigt um Währungseffekte und Zukäufe moderat zulegen sollen.

Bereits im Februar hatte HeidelbergCement Eckdaten für das abgelaufene Jahr veröffentlicht. 2017 verdiente das Unternehmen vor allem dank gut laufender Geschäfte in Nordamerika und Europa im Tagesgeschäft mehr.

Das operative Ergebnis vor Abschreibungener legte um fünf Prozent knapp 3,3 Milliarden Euro zu. Der Umsatz stieg um ein Prozent auf 17,3 Milliarden Euro.

Enttäuschender Ausblick: Zooplus unter Druck

Ein enttäuschender Geschäftsausblick hat die Aktien von Zooplus heute stark belastet. Sie brachen bisher um 10,3 Prozent auf 161,60 Euro ein. Trotz abermals hoher Investitionen stelle der Online-Händler für Haustierbedarf für 2018 nur ein Umsatzwachstum um 21 bis 23 Prozent in Aussicht. Angesichts des Geldes, dass das SDAX-Unternehmen in Wachstum stecke, erscheine auch die durchschnittliche Marktschätzung für das Vorsteuerergebnis zu hoch, meinen Experten.

Die Zooplus -Aktien hatten sich in den vergangenen Monaten spürbar erholt. Nun droht wieder ein tiefer Fall.

Jenoptik fester

Auch die Aktien von Jenoptik stehen heute nach endgültigen Zahlen und Aussagen zur Dividende im Fokus. Sie gewannen bisher 2,3 Prozent auf 28,34 Euro. Der Technologie- und Rüstungskonzern will seine Anteilseigner am guten Abschneiden im vergangenen Jahr teilhaben haben lassen. Geplant ist eine Dividendenanhebung auf dreißig Cent je Aktie.

Vorläufige Zahlen hatte das TecDAX-Unternehmen bereits im Februar veröffentlicht und mit diesen bereits die Erwartungen getroffen. Auch mittelfristige Ziele waren zu diesem Zeitpunkt bereits bekannt gegeben worden.

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Über den Autor
 
Autor: Cornelia Frey Cornelia Frey,
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Cornelia Frey und Holger Scholze informieren abwechselnd um das Geschehen im Derivatebereich der Stuttgarter Börse. Neben Fernsehinterviews beim Nachrichtensender n-tv, berichten sie in Radiointerviews und den Marktberichten EUWAX Trends über das Geschehen bei Optionsscheinen & Co. Die Beiträge stellen keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten da. Unter dem Link https://www.boerse-stuttgart.de/rd/de/register können Sie Ihre E-Mail Adresse für den Versand der Marktberichte registrieren lassen. Die Berichte werden dann automatisch per E-Mail an Sie versandt.

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