Wirecard, Amazon, Dax – So sparen Sie bei den Gebühren



10:22 18.05.18

Im April befanden sich neben Steinhoff die Titel der Deutschen Bank, Siemens Healthineers, Daimler und Amazon unter den Top-Käufen bei deutschen Privatanlegern. Dagegen wollten deutsche Anleger die Aktien von Amazon, der Deutschen Telekom, Wirecard und Daimler eher loswerden, sie zählten zu den meist verkauften Titeln. Jedoch egal, welches Wertpapier, ob nun die Wirecard Inliner HX1L00 und HX1L01,  das Bonuszertifikat DD8BTG auf den Dax oder den Amazon-Discounter CQ6H2Z Kosten sparen will beim Kauf oder Verkauf Jeder. 

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Der comdirect Brokerage Index ist repräsentativ für das Verhalten der Privatanleger in Deutschland und gibt somit auch Aufschluss über die Stimmung im Dax. Schauen wir uns die gesamte Einschätzung der comdirect-Experten an:

Stabile Kurse und ein langsam, aber kontinuierlich steigender DAX haben im April dazu geführt, dass die Privatanleger wieder vermehrt zugekauft haben. So stieg der Brokerage Index von 98,9 Punkten auf 101,5 Punkte. Ein Stand von über 100 Punkten zeigt, dass die Käufe die Verkäufe überwiegen. Zugleich war die Handelsaktivität insgesamt eher gering. „Das ist typisch für eine Phase mit stabilen Kursen. Die Anleger sind zuversichtlich und stocken nach und nach auf. Starke Trading-Bewegungen folgen dann aber erst wieder mit dem Aufkommen größerer Chancen“, erklärt Andreas Lipkow, Finanzexperte bei comdirect.

comdirect brokerage inde

Das hat sich auch bei den Einzelwerten gezeigt. Insgesamt haben die Privatanleger deutlich mehr Aktien gekauft als verkauft: Der Brokerage Index für diese Anlageklasse ist von 109,4 Punkten auf 113,8 Punkte angestiegen und liegt damit auf einem Zweijahreshoch. Die Handelsaktivität war im Vergleich zu den volatilen Vormonaten jedoch eher mäßig. „Die Anleger haben sich auf einzelne Stories konzentriert“, sagt Lipkow. So etwa auf Steinhoff International: Meldungen zur mutmaßlichen Bilanzfälschung sowie der Veräußerung von Steinhoffs Poco-Anteilen führten zu volatilen Kursen und dazu, dass spekulative Anleger das Papier stark zukauften und auf Chancen hofften.

Neben Steinhoff waren auch die Titel der Deutschen Bank, Siemens Healthineers, Daimler und Amazon unter den Top-Käufen im April. „Die Kurse der Siemens Tochter sind noch immer durch den IPO aufgeheizt. Daher haben auch im April viele ihr Depot mit Siemens Healthineers-Titeln aufgestockt oder aber Gewinne mitgenommen“, erklärt Lipkow. So gehörte das Medizintechnik-Unternehmen auch zu den meistverkauften Papieren im vergangenen Monat. Unter den weiteren Top-Verkäufen befanden sich Amazon, die Deutsche Telekom, Wirecard und Daimler. „Amazon-Titel wurden ebenfalls sowohl stark zugekauft als auch abgestoßen. Das hohe Kursniveau Amazons sorgt für eine stärkere Volatilität, zudem ist die E-Commerce-Branche von Kursschwankungen geprägt. Das ruft Spekulanten auf den Plan“, erläutert Lipkow.

Die Zuversicht der Privatanleger zeigte sich im April außerdem durch einen starken Anstieg des Brokerage Index für die Anlageklassen Renten und Fonds. Für Renten liegt der Index aktuell bei 121,8 Punkten, für Fonds sogar bei 125,7 Punkten. Auf diesem oder einem höheren Niveau lag der Index zuletzt im März beziehungsweise Februar 2016.

Der comdirect Brokerage Index im Detail:


April 2018

März 2018

Index gesamt

101,5

98,9

Aktien

113,8

109,4

Fonds (ohne Sparpläne)

125,7

106,6

Zertifikate

102,7

100,8

Optionsscheine

99,0

99,7

Renten

121,8

52,1

Hintergrund comdirect Brokerage Index

Der comdirect Brokerage Index erscheint monatlich. Die Daten zur Berechnung des Index sind repräsentativ für das Verhalten der Privatanleger in Deutschland. Der Index zeigt, ob die handelsaktiven Privatanleger tendenziell eher Wertpapiere kaufen oder verkaufen. Für die Berechnung des Indexwertes werden die Wertpapierkäufe den -verkäufen der rund 1 Million Depotkunden der comdirect bank AG gegenübergestellt und mit dem Durchschnitt des vorangegangenen Jahres verglichen. Beim Gesamtindex werden die Wertpapierklassen Aktien, Fonds, Zertifikate, Renten und Optionsscheine entsprechend ihres Anteils an den Gesamtorderzahlen berücksichtigt.

Ein Indexwert für jede einzelne Anlageform wird jeweils gesondert berechnet. Orders institutioneller Kunden und Sparpläne fließen nicht in die Auswertung ein. Für die Berechnung des Index ist es unerheblich, ob die Gesamtzahl der Wertpapierorders im Berichtsmonat gestiegen oder gesunken ist. Ein Indexstand über 100 Punkten zeigt an, dass im betrachteten Monat im Vergleich zum Referenzzeitraum Wertpapiere eher gekauft wurden. Ein Stand unter 100 Punkten zeigt im Vergleich zum Referenzzeitraum an, dass Wertpapiere eher verkauft wurden.

Quelle: Comdirect, eigene Recherche

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Autor: Feingold-Research Feingold-Research
Die beiden ehemaligen FTD- und Börse Online-Redakteure Benjamin Feingold und Daniel Saurenz haben zusammen das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort stellen die beiden Kapitalmarktexperten und Journalisten ihre Marktmeinung, Perspektiven und Strategien inklusive konkrete Produktempfehlungen vor. In zwei Musterdepots werden die eigenen Strategien mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert (feingold-research.com).

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