Auftragsrückgang in der deutschen Industrie verunsichert Anleger



13:57 12.06.18


(Quelle: Pixabay)


Während Umsätze und Gewinne vieler deutscher Unternehmen zurzeit noch üppig sprudeln, tauchen immer mehr dunkle Konjunkturwolken am Himmel auf. Jüngsten Zahlen zufolge gingen die Aufträge im Vergleich zum März um 2,5 Prozent zurück. Und das, nachdem Firmen im April bereits den vierten Monat in Folge weniger Bestellungen erhielten. Damit befindet sich die deutsche Wirtschaft in der längsten Auftragsflaute seit der globalen Finanzkrise von 2008.

Noch sind die Auftragsbücher der meisten Unternehmen gut gefüllt, weshalb kurzfristig keine großen Auswirkungen auf die Umsätze zu erwarten sind. Gerade bei Industriegütern handelt es sich oftmals um Projekte mit langen Laufzeiten, sodass eine kurzfristige Delle in den Auftragseingängen keine Spuren hinterlässt, wenn die Nachfrage nach einiger Zeit wieder anspringt. Jedoch tendieren die betroffenen Unternehmen ebenfalls dazu, Investitionen in ihren Gerätepark oder Forschung und Entwicklung zurückzustellen. Dies führt wiederum dazu, dass die sich die Auftragslage von dieser Seite her zusätzlich eintrübt. Da das produzierende Gewerbe in Deutschland seit jeher exportorientiert ist, richten sich deshalb zurzeit die Blicke vor allem auf das Ausland und die weltwirtschaftliche Gesamtlage.



Auch private Investoren machen sich verstärkt Gedanken über ihr Anlageportfolio. Nicht zu Unrecht, denn eine Schwächung der Konjunktur hätte durchschlagende Wirkung auf einen Großteil der Aktien deutscher Unternehmen. Immerhin können Anleger mit einem Account bei Onlineplattformen wie Weiss Finance bei Bedarf schnell reagieren und ihr Aktienportfolio in kürzester Zeit umstellen. Ob die Aussage aus dem Wirtschaftsministerium, dass der Rückgang nicht beunruhigend sei, Anlegern hilft, ruhig zu schlafen, darf zumindest bezweifelt werden. Denn es gibt eine ganze Reihe von Anzeichen, die auf eine Abkühlung der Konjunktur hindeuten.


Alarmierende Signale zur weltweiten wirtschaftlichen Lage

Trotz der global florierenden Wirtschaft herrscht bei einem Großteil der Analysten und Unternehmensführer eine gewisse Anspannung, denn die Rahmenbedingungen haben sich im letzten halben Jahr deutlich verschlechtert. Zum einen ist da die Stärke des Euro gegenüber dem US-Dollar, die die Export- und Wettbewerbschancen der deutschen Unternehmen im Dollarraum erschwert. Hinzu kommt die unsichere wirtschaftliche Lage einzelner europäischer Länder. So hat die Bildung einer europakritischen Koalition in Italien Ängste vor einer neuen Euro-Krise heraufbeschworen. Auch in Spanien muss die neugebildete Regierung für Ruhe sorgen und die stockenden Brexit-Verhandlungen tragen ebenfalls nicht dazu bei, bei Anlegern das Vertrauen in den Euroraum zu stärken. Neben diesen Problemen kommt der seit Monaten steigende Ölpreis hinzu, der der Industrie- oder Luftfahrtbranche die Bilanz zusätzlich verhagelt.

Doch eine der größten Gefahren geht insbesondere für die Exportnation Deutschland von dem drohenden Handelskrieg mit den USA aus. Dieser hat das Potential, bei einer Eskalation die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig zu schädigen. Genügte schon die Drohung des US-Präsidenten Trump, künftig höhere Zölle auf europäische Stahl- und Aluminiumprodukte zu verhängen, um die heimische Wirtschaft zu schützen, Investoren in Unruhe zu versetzen, dürfte die Verschärfung des Konflikts für Alarmstimmung sorgen. Inzwischen wurden von EU-Seite aus diverse Gegenmaßnahmen in Form von Zollerhöhungen auf US-Produkte angekündigt.

Werden künftig Konsumprodukte wie PKW zusätzlich stärker durch Zölle belastet, hätte dies weitere Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft. Obwohl sich die Verluste in Grenzen halten dürften, da viele der deutschen Anbieter über zahlreiche Fabriken in den USA verfügen, wäre allein die Existenz derartiger Handelserschwernisse ein Signal dafür, dass der Konflikt eskaliert. Sicher wäre dabei schon jetzt, dass nicht nur die deutsche oder europäische, sondern die weltweite Wirtschaft unter einem derartigen Handelskrieg zu leiden hätte. Kein Wunder, dass sich Investoren angesichts einer solch heiklen Lage Gedanken über eine neue Zusammensetzung ihres Portfolios machen.




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