Wochenausblick: Handelsstreit drückt Kurse



14:31 18.06.18


Sowohl Fußball als auch die Aktienkurse sorgen zum Wochenauftakt für lange Gesichter auf dem Parkett. Dabei hält sich der DAX vor dem Hintergrund der vielen Probleme durchaus nicht schlecht. 18. Juni 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nach den kräftigen Kursgewinnen in der vergangenen Woche, befeuert durch die jüngsten EZB-Aussagen, ist die Stimmung nun wieder etwas verhaltener. Der Handelskonflikt ist - neben der Enttäuschung über die deutsche Fußballelf beim WM-Spiel gegen Mexiko - Thema Nummer eins unter Börsianern. Nun will US-Präsident Donald Trump für China Strafzölle auf Waren im Wert von 50 Milliarden US-Dollar verhängen, Peking legte am Wochenende ein erstes Paket mit Gegenmaßnahmen vor. Zudem sorgt der Streit zwischen CDU und CSU um die Flüchtlingspolitik für Unsicherheit.

Der DAX liegt am Montagmorgen bei 12.939 Punkten Punkten, das ist ein Minus von rund ein dreiviertel Prozent. Am Freitag war der Index mit 13.010,55 Zählern aus dem Handel gegangen - ein Wochenplus von knapp 2 Prozent.

Dass die EZB am Donnerstag angekündigt hat, ihr milliardenschweres Anleihekaufprogramm zurückzufahren und bis Ende des Jahres auslaufen zu lassen, war so erwartet worden. Überrascht hat allerdings, dass sich die Notenbank darauf festlegte, die Leitzinsen bis mindestens Sommer 2019 auf dem aktuellen Niveau zu belassen. Das kam an der Börse gut an, denn höhere Zinsen sind in der Regel Gift für die Aktienmärkte.

Bewertungen wieder attraktiver

Doch es gibt weiter einige Probleme: "An stimmungsbelastenden Faktoren mangelt es derzeit nicht", kommentiert die DekaBank mit Blick auf die Lage in Italien und die Handelsstreitigkeiten. "Dass sich der Aktienmarkt angesichts dieser Stimmungslage dennoch relativ stabil verhält, ist auf die anhaltend gute konjunkturelle Lage zurückzuführen und damit auch auf ein Umfeld, das für gute und steigende Unternehmensgewinne spricht", erläutern die Analysten. Durch die zuletzt leicht angehobenen Gewinnerwartungen seien die Bewertungen in den letzten Wochen sogar gesunken. Zusätzliche Unterstützung erfahre der Markt durch den schwächeren Euro. "Fundamental sind die Rahmenbedingungen für deutsche Aktien unverändert intakt. Die hohe politische Unsicherheit dürfte über die Sommermonate allerdings für ausgeprägte Kursschwankungen sorgen." In sechs Monaten sehen die Analysten den DAX bei 13.500 Punkten.

Aktienmarkt mit Steherqualitäten  

"Es klingt absurd, aber das Schlimmste, was den Aktienmärkten vor allem in Europa passieren könnte, wäre eine fulminante Konjunkturerholung", kommentiert Robert Halver von der Baader Bank. Das bedeutete nämlich ein definitives Ende der lockeren Geldpolitik. "Ohnehin sollten die Steherqualitäten des Aktienmarkts nicht unterschätzt werden", meint Halver. Ob Brexit, Handelsprotektionismus oder Angst vor einer Euro-kritischen Regierung in Italien, der Markt stecke alles weg. Anleger rechneten damit, dass jede Kriseneskalation von Politik und Geldpolitik verhindert werde. "Vor diesem Hintergrund mag über den Sommer etwas mehr Volatilität aufkommen, die aber weit davon entfernt ist, ein nachhaltiges Aktienrisiko zu dokumentieren."

HalverHalver   Charttechnik: hohe Hürde zu überwinden  

"Einen ersten Hinweis, was in den nächsten Wochen auf uns zukommen könnte, hat der DAX bereits am Freitag, noch vor der Fußballenttäuschung, gegeben", erklärt unterdessen Charttechniker Christoph Geyer von der Commerzbank. Am großen Options- und Future-Verfallstag habe der Index einen Teil der zuvor erzielten Gewinne wieder abgegeben. Auch wenn der MACD-Indikator ein Kaufsignal gegeben habe, sei dies derzeit nur als Einzelaktion zu bewerten. "Der Widerstand bei rund 13.200 Punkten dürfte daher eine Hürde sein, die ähnlich schwer zu überwinden sein wird, wie das Überstehen der Gruppenphase unserer deutschen Nationalmannschaft."

GeyerGeyer   Schwacher Euro als Pluspunkt  

"Farce beim G7-Gipfel, Nordkorea-Kuschelkurs und eine US-Federal Reserve in Zinserhöhungsstimmung: Die Ereignisse der letzten Zeit schlugen sich auch im DAX nieder", bemerkt Martin Utschneider von Donner & Reuschel. Der "Run über die 13.000" sei allerdings nicht unerwartet gekommen. "Das mittelfristige Ziel war und ist 13.500, nach dem Kaufsignal bei 11.800 Punkten seit April die Zielmarke schlechthin", erklärt der Charttechniker. Bis dorthin müssten noch ein paar wichtige Widerstände überwunden werden, angefangen mit 13.300 Zählern. Utschneider hält es für gut möglich, dass diese Hürde bald angelaufen wird, das positive Momentum sei zurück. Außerdem verweist er auf den wieder deutlich schwächeren Euro. "Nun scheint die ‚Matrix‘ der Korrelationen einzusetzen: Fallender Euro, steigender DAX. Es kann ein erfreulicher Sommer werden." Allerdings seien unerwartete (geo-)politische Meldungen immer möglich.

UtschneiderUtschneider  

Indexneuzusammensetzung ab heute wirksam

Beim regulären Indextermin vor zwei Wochen sind einige Änderungen für MDAX und TecDAX beschlossen worden, die heute in Kraft treten. Puma, Delivery Hero und Scout24 sind jetzt im MDAX, Krones und alstria office REIT-AG wechseln in den SDAX. Zudem kommen DWS Group, HelloFresh und Aumann dazu.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Donnerstag, 21. Juni

9.00 Uhr. Börsengang capsensixx AG. Das Unternehmen, dessen Aktien noch bis heute 17 Uhr über Frankfurt gezeichnet werden können, hat Handelsstart. Die Zeremonie der ersten Preisfeststellung kann über boerse-frankfurt.de und dem Youtube-Kanal der Börse Frankfurt live verfolgt werden.



13.00 Uhr. Großbritannien: Zinsentscheid der Bank of England (BoE). Der DekaBank zufolge hat es die BoE schwer, ihre nächste Leitzinserhöhung auf 0,75 Prozent zeitlich unterzubringen. Nach dem schwachen ersten Quartal sei schon der Mai aus dem Rennen gewesen, und auch der August bleibe wegen schwacher Zahlen zur Industrieproduktion und unveränderter Inflationsraten fragwürdig. Nach Ansicht der Analysten wird sich die BoE wohl noch alle Optionen offenhalten.

Freitag, 22. Juni

Opec-Treffen. Laut DekaBank wird eine leichte Anhebung der Ölförderung erwartet. Dies solle helfen, Sorgen bezüglich einer bevorstehenden Angebotsverknappung zu entkräften.

10.00 Uhr. Eurozone: Einkaufsmanagerindizes Juni. Die Einkaufsmanagerindizes dürften ihre Talfahrt im Juni fortsetzen und damit die Sorgen um die Konjunktur weiter verstärken, erklärt die Commerzbank. Denn inzwischen deuteten auch die harten Daten darauf hin, dass das schwächere Wachstum im ersten Vierteljahr kein Ausreißer nach unten gewesen sei. Vielmehr sei wohl auch im zweiten Quartal nur mit einem moderaten Plus zu rechnen.

Von: Anna-Maria Borse
18. Juni 2018, © Deutsche Börse AG
Disclaimer Inhalte des Onlineangebots Die hierin enthaltenen Angaben und Mitteilungen sind ausschließlich zur Information bestimmt. Keine der hierin enthaltenen Informationen begründet ein Angebot zum Verkauf oder die Werbung von Angeboten zum Kauf eines Terminkontraktes, eines Wertpapiers oder einer Option, die zum Handel an der Eurex Deutschland oder der FWB® Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen sind oder eines sonstigen Terminkontraktes, einer Emission oder eines hierin erläuterten Produktes. 

Die Deutsche Börse AG, Eurex Deutschland, Eurex Frankfurt AG, Eurex Clearing AG, FWB Frankfurter Wertpapierbörse und Börse Frankfurt Zertifikate AG haften nicht dafür, dass die folgenden Informationen vollständig oder richtig sind. Infolgedessen sollte sich niemand auf die hierin enthaltenen Informationen verlassen. Die Deutsche Börse AG, Eurex Deutschland, Eurex Frankfurt AG, Eurex Clearing AG, FWB Frankfurter Wertpapierbörse und Börse Frankfurt Zertifikate AG haften nicht für Schäden aufgrund von Handlungen, die ausgehend von den auf dieser oder einer der nachfolgenden Seiten enthaltenen Informationen vorgenommen werden. 

Zum Handel an der FWB zugelassene Wertpapiere sowie Eurex-Derivate (mit Ausnahme des DAX®Future-, STOXX® 50 Future-, EURO STOXX® 50 Future-, STOXX 600 Banking Sector Future-, EURO STOXX Banking Sector Future- und Global Titans Future-Kontrakts und Eurex Zinssatz Derivaten) stehen derzeit nicht zum Angebot, Verkauf oder Handel in den Vereinigten Staaten zur Verfügung noch dürfen Bürger, die den US-amerikanischen Steuergesetzen unterliegen, diese Wertpapiere anbieten, verkaufen oder handeln. 

Die in XTF Exchange Traded Funds® gelisteten Fondsanteile sind zum Handel an der FWB Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Nutzer dieses Informationsangebotes mit Wohnsitz außerhalb von Deutschland weisen wir darauf hin, dass der Vertrieb der in XTF Exchange Traded Funds gelisteten Fondsanteile in diesem Land möglicherweise nicht zulässig ist. Die Verwendung der Informationen geschieht auf eigene Verantwortung des Nutzers. Verweise und Links Bei direkten oder indirekten Verweisen auf fremde Internetseiten ("Links"), die außerhalb des Verantwortungsbereiches des Autors liegen, würde eine Haftungsverpflichtung ausschließlich in dem Fall in Kraft treten, in dem der Autor von den Inhalten Kenntnis hat und es ihm technisch möglich und zumutbar wäre, die Nutzung im Falle rechtswidriger Inhalte zu verhindern. Der Autor erklärt daher ausdrücklich, dass zum Zeitpunkt der Linksetzung keine illegalen Inhalte auf der verlinkten Seiten erkennbar waren. 

Der Autor hat keinerlei Einfluss auf die aktuelle und zukünftige Gestaltung und auf die Inhalte der gelinkten/verknüpften Seiten. Deshalb distanziert er sich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten /verknüpften Seiten, die nach der Linksetzung verändert wurden. 

Diese Feststellung gilt für alle innerhalb des eigenen Internetangebotes gesetzten Links und Verweise sowie für Fremdeinträge in vom Autor eingerichteten Mailinglisten. Für illegale, fehlerhafte oder unvollständige Inhalte und insbesondere für Schäden, die aus der Nutzung oder Nichtnutzung solcherart dargebotener Informationen entstehen, haftet allein der Anbieter der Seite, auf welche verwiesen wurde, nicht derjenige, der über Links auf die jeweilige Veröffentlichung lediglich verweist. Rechtswirksamkeit des Disclaimers Dieser Disclaimer ist ein Teil des Internetangebots, von dem aus auf diese Seite verwiesen wurde. Sofern einzelne Teile oder einzelne Formulierungen dieses Textes der geltenden Rechtslage nicht, nicht mehr oder nicht vollständig entsprechen sollten, bleiben die übrigen Teile des Dokumentes in ihrem Inhalt und ihrer Gültigkeit davon unberührt. Einbindung von weiteren Inhalten Dritter Es ist möglich, dass innerhalb unserer Website Inhalte Dritter unter anderem im Form von sog. iFrames eingebunden werden. Die Anbieter dieser Inhalte werden technisch bedingt Ihre IP-Adresse erfahren, um ihre Inhalte an ihren Browser zu senden, eventuell Cookies setzen wollen oder Analyse-Tools einsetzen. Für den datenschutzgerechten Umgang mit ihren Daten sind diese Drittanbieter eigenverantwortlich. Zu den Kontaktmöglichkeiten des Anbieters, dessen Datenschutzbestimmungen und eventuell eingeräumte Widerspruchsmöglichkeiten verweisen wir auf das Impressum und die Datenschutzerklärung des jeweiligen Drittanbieters.



=> Diese Kolumne ins Forum einfügen und diskutieren <=


Attachments:

Alternativ0, (text/plain)

Der Download und das Öffnen dieses/dieser Attachments erfolgt auf eigene Gefahr.
Hinweis: Stock-World veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Verantwortlich für den Inhalt ist allein der jeweilige Autor.

Über den Autor
 
Autor: Redaktion boerse-frankfurt.de Redaktion boerse-frankfurt.de,
Deutsche Börse AG

Die Autorinnen und Autoren des Anlegerportals berichten täglich über Tendenzen und Meinungen an den verschiedenen Wertpapiermärkten der Frankfurter Börse. Händler und Analysten geben einen tiefen Einblick in das Marktgeschehen direkt von der Quelle: Am Montag stimmt Sie ein Ausblick auf die Börsenwoche ein. Am Dienstag widmen wir uns ETFs und Fonds. Jeden Mittwoch gibt es eine markttechnische Analyse sowie Berichte vom Handel mit Rohstoffen, Zertifikaten oder Währungen im Wechsel. Donnerstags befassen wir uns mit internationalen Aktien und zum Wochenschluss am Freitag mit Anleihen. Sie können diese Marktberichte bei boerse-frankfurt.de/newsletter kostenlos abonnieren.

Alle Artikel dieses Autors anzeigen

Kurssuche
Status: nicht eingeloggt

Registrieren | Passwort vergessen?
 
 
Im Bereich Experten:
Amazon: Das war knapp!
Experte: Stefan Hofmann, STOCK-WORLD
Kolumnen
Neuer Tradingbereich - Der ...
Philip Hopf, Hopf Klinkmüller Capital. (19:07)
Experte: Philip Hopf, Hopf Klinkmüller Capital Management K.
DAX setzt Erholung fort
CMC Markets, (16:56)
Experte: CMC Markets,
DOW DAX mit dem ...
Thomas Heydrich, Systemstradings.de (16:50)
Experte: Thomas Heydrich, Systemstradings.de
DAX gut behauptet
Cornelia Frey, Börse Stuttgart AG (16:31)
Experte: Cornelia Frey, Börse Stuttgart AG
EUR/USD (spezial): Euro ...
DONNER & REUSCHEL., (16:23)
Experte: DONNER & REUSCHEL AG,
Aixtron-Aktie: Lohnt sich ...
Robert Sasse, (16:05)
Experte: Robert Sasse,
Group Ten gewinnt Ivanhoe-...
Björn Junker, GOLDINVEST.de (15:44)
Experte: Björn Junker, GOLDINVEST.de
S&P500 wieder über 2.900 ...
Christian Zoller, www.boerse-daily.de (15:24)
Experte: Christian Zoller, www.boerse-daily.de
Leitindex mit Doppeltop?
Silvio Graß, Formationstrader (15:01)
Experte: Silvio Graß, Formationstrader
Roboter und Künstliche ...
Feingold-Research, (14:37)
Experte: Feingold-Research,
Apple-Aktie: Ist der ...
Volker Gelfarth, (14:23)
Experte: Volker Gelfarth,
Dickes (Bären-)Fell
Michael Beck, Leiter Po., Bankhaus ELLWANGER. (13:33)
Experte: Michael Beck, Leiter Portfolio M., Bankhaus ELLWANGER & GEIGER K.
Niquet's World
Neues vom Portal
 
Das Problem der Kryptowährungen
Letzte Börsen-Meldung
 
Letzte Börsen-Analyse
 
Top-Klicks News
 
Top-Klicks Analysen