Der geheime Zins deutscher Anleger



10:31 24.06.18

Mario Draghi hält die Aussicht auf niedrige Zinsen am Leben und versetzte die Aktionäre kurzfristig in Hochstimmung. Sparer schauen hierzulande stets darauf, was auf dem Sparbuch zu holen ist. Aufgrund der Niedrigzinspolitik steht da seit langer Zeit schon eine Null. Doch es gibt einen geheimen Zins, den Sparer unbedingt kennen sollten.

Liegt der Deutsche Aktienindex über dem Stand vom Frühjahr 2000? Viele Anleger würden die Frage mit einem klaren Ja beantworten. Der Index notiere mit rund 13.000 Punkten weit über dem damaligen Niveau von rund 8000 Zählern. Die Anleger haben dabei den Dax-Performance-Index im Auge, der auch die Dividendenzahlungen der Unternehmen enthält und sich damit von anderen bedeutenden Indizes, wie etwa dem S&P-500, klar unterscheidet.

Der geheime Zins

Bereinigt um die Dividendenzahlungen Allerdings, notiert er, der “reine” Dax-Kursindex, mit rund 6000 Punkten auf dem gleichen Stand wie der Kursindex im Frühjahr 2000. Das zeigt die enorme Bedeutung der Dividendenzahlungen. Die wichtigste Frage für private Investoren dazu findet sich auf der Webseite der Börse München: „Wie lange wurden schon Dividenden gezahlt, wie oft wurde die Dividende erhöht, gab es öfters Unterbrechungen?“

Drei Prozent im Jahr für Sparer



Der DAX wirft im Schnitt pro Jahr rund 6 bis 7 Prozent Rendite ab, Dividenden eingeschlossen. Etwa 40 Prozent der Rendite entfällt eben auf jene Dividenden, sie sind also der versteckte Zins im Aktienmarkt. Besonders zuverlässig sind nach Berechnungen des Börsenportals boersengefluester.de, das auch eine Dividendenheatmap liefert, die Unternehmen Münchener Rück und Allianz. Der Rückversicherer kürzte nicht einmal in der Lehman-Krise seine Auszahlung, auch die Allianz schüttet beständig hohe Dividendenrenditen aus.

Wie erhalte ich den anderen „Zins“?

Nach Berechnungen von Feingold-Research gehören auch Daimler und BMW mit 5,6 und 4,6 Prozent „Dividendenzins“ zu den Top-Stars im DAX.  Deshalb gehören jene Aktien auch bei Brokern wie DeGiro zu den beliebtesten Titeln. Wer sie jetzt vor dem Dividendentermin einbucht, spart dort im Gegensatz zu teuren Konkurrenten wie Consorsbank noch Geld im Einkauf, aber das nur als Tipp nebenbei. Bleibt die Frage, wie man die Dividende erreicht. In einem DAX-ETF oder Indexpapier werden die Dividenden anteilig automatisch eingebucht.

Wer Einzelaktien hält, für den reicht es, wenn die Aktie am Tag der Hauptversammlung im Depot liegt. Bei deutschen Unternehmen wird am dritten Geschäftstag nach dem Aktionärstreffen die Dividende ausgezahlt. Am ersten Banktag nach der Versammlung wird die Aktie „ex Dividende“ – also mit Dividendenabzug gehandelt.

Wichtig beim Erwerb von Einzelaktien ist neben der Dividendenrendite – sprich Dividende geteilt durch Aktienkurs mal 100 – auch die Gewinnentwicklung des Konzerns. Der „Zins“ sollte nicht wie lange Jahre bei der Telekom der Fall aus der Substanz gezahlt werden. Dann sinkt der Kurs nämlich mindestens um die Auszahlung und damit ist niemand gedient. „Denn wo es nichts gibt, da kann auch nichts verteilt werden, außer man geht an die Rücklagen“, erklärt Börse München. Da gibt es nichts hinzuzufügen.

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Über den Autor
 
Autor: Feingold-Research Feingold-Research
Die beiden ehemaligen FTD- und Börse Online-Redakteure Benjamin Feingold und Daniel Saurenz haben zusammen das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort stellen die beiden Kapitalmarktexperten und Journalisten ihre Marktmeinung, Perspektiven und Strategien inklusive konkrete Produktempfehlungen vor. In zwei Musterdepots werden die eigenen Strategien mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert (feingold-research.com).

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