DAX fällt wieder unter 12.500 Punkte



15:47 11.07.18

Euwax

Trump droht mit weiteren Strafzöllen                         

Zur Wochenmitte geraten die Aktienkurse wieder unter Druck. Die Drohung der US-Regierung weitere Strafzölle auf chinesische Produkte im Wert von 200 Milliarden Dollar zu erheben, beunruhigt die Anleger auf dem Börsenparkett. Das deutsche Aktienbarometer DAX verliert knapp 1,3 Prozent auf 12.450 Punkte. Auch in Asien gaben die Kurse ab – der Nikkei verlor rund ein Prozent, an der Börse in Shanghai ging es rund 1,8 Prozent nach unten.

Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer teilte mit, Präsident Donald Trump habe ihn beauftragt, den Prozess zur Einführung neuer Strafzölle zu beginnen. Der Anhörungsprozess vor einem möglichen Inkrafttreten der Maßnahme soll demnach bis Ende August dauern. Ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums kündigte für den Fall des Inkraftretens “notwendige Gegenmaßnahmen” an. Die Vorlage der neuen Liste mit Waren für neue Strafzölle sei “völlig inakzeptabel”.

“Insgesamt steigt nach den jüngsten Drohungen die Verunsicherung unter den Investoren wieder, nachdem wir nun ein paar Tage Ruhe hatten was das Thema Handelsstreit angeht. Die Kursverluste sollten sich allerdings im DAX in Grenzen halten, da die Zoll-Drohungen des US-Präsidenten keine Überraschung mehr für die Marktteilnehmer darstellen dürften”, meint Thomas Metzger, Fondsmanager beim Bankhaus Bauer. “Nachdem China auf die von den USA zuletzt erhobenen Zölle mit Gegenmaßnahmen reagierte war klar, dass die entsprechende Antwort von Trump nicht lange auf sich warten lässt“, so der Finanzexperte.

Nato-Gipfel: Trump auf Konfrontationskurs


Zur Verschärfung des Handelskonflikts kommt die Sorge vor heftigen Streitereien unter anderem um die Verteidigungsausgaben im Bündnis auf dem Nato-Gipfel. Kurz nach seiner Landung in Brüssel machte Trump schon klar, dass er die kommenden Tage nicht nur für freundliche Händeschüttel-Fotos nutzen möchte. Trump wird am Mittwoch und Donnerstag am Nato-Gipfel in Brüssel teilnehmen, dann nach Großbritannien reisen, und schließlich am Montag mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Helsinki zusammentreffen.

Euro, Edelmetalle und Ölpreis leichter
Die europäische Gemeinschaftswährung verliert am Mittwoch auf 1,1702 US-Dollar. Eine Feinunze Gold verbilligt sich auf 1.248 US-Dollar, die Feinunze Silber notiert am Nachmittag bei 15,90 US-Dollar.

Unter dem sich zuspitzenden Handelskonflikt leidet auch der Ölpreis. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent Crude Oil kostet am Mittwoch 77,27 US-Dollar. Experten verweisen darauf, dass der Konflikt die Wirtschaft belastet und die Nachfrage nach Rohöl bremsen könnte.

Auch Stahl- und Rohstoffkonzerne lassen heute Federn. Mit einem Kursabschlag von rund zwei Prozent zählt die ThyssenKrupp-Aktie heute zu den größten DAX-Verlierern. Neben den Ängsten vor einer Konjunkturdelle wird befürchtet, dass chinesischer Billigstahl die Märkte außerhalb der USA fluten könnte, falls die USA weitere Handelsbeschränkungen einführen.

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Über den Autor
 
Autor: Cornelia Frey Cornelia Frey,
Börse Stuttgart AG

Cornelia Frey und Holger Scholze informieren abwechselnd um das Geschehen im Derivatebereich der Stuttgarter Börse. Neben Fernsehinterviews beim Nachrichtensender n-tv, berichten sie in Radiointerviews und den Marktberichten EUWAX Trends über das Geschehen bei Optionsscheinen & Co. Die Beiträge stellen keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten da. Unter dem Link https://www.boerse-stuttgart.de/rd/de/register können Sie Ihre E-Mail Adresse für den Versand der Marktberichte registrieren lassen. Die Berichte werden dann automatisch per E-Mail an Sie versandt.

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