Wochenausblick: Streitzölle bleiben Knackpunkt



13:00 23.07.18





Der politische Handelsstreit bestimmt weiterhin die Geschicke an den Finanzmärkten. Technische Analysten erkennen im Bruch wichtiger Unterstützungen Abwärtsrisiken für den DAX. 23. Juli 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Konflikte um den Handel zwischen den USA und anderen großen Wirtschaftsblöcken dominiert weiterhin das Geschehen am Aktienmarkt, wenngleich so mancher Analyst mehr oder weniger auf der Stelle tretende Aktienmärkte als Indiz für eine gewisse Sorglosigkeit interpretieren. "Die Aktienmärkte haben sich in den letzten drei Wochen von ihren größten Ängsten lösen können" stellt Chris-Oliver Schickentanz fest. Dieser Trend wird sich nach Auffassung des Anlagestrategen der Commerzbank in dieser Woche fortsetzen, sofern die schwelenden Konflikte nicht mit neuen Hiobsbotschaften aufwarten.

Im Vorfeld des WTO-Treffens am Donnerstag dürften die Finanzmärkte nach Ansicht der HSBC sehr sensibel auf Äußerungen hinsichtlich möglicher weiterer Verschärfungen im Streit um Strafzölle reagieren. Ob die Diskussionen zu einer Beruhigung der Lage beitragen können, sei ungewiss. Am Freitag habe Donald Trump in einem Interview noch Zusatzzölle auf alle in die USA importierten Waren aus der Volksrepublik China im Gegenwert von 500 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt.

Vor diesem Hintergrund startete der deutsche Aktienindex mit 12.510 Punkten und damit rund 50 Punkte schwächer in die neue Woche.

Heißer Herbst steht bevor

Mit Blick auf den Rest des Jahres kann nach Ansicht Gertrud Trauds von Entspannung am Aktienmarkt keine Rede sein. Der anhaltende Handelsstreit, rückläufige konjunkturelle Frühindikatoren, eine weniger expansive Geldpolitik und die hohe Bewertung von Aktien sprächen für weitere Korrekturen am Aktienmarkt. Für den DAX erwartet die Chefvolkswirtin der Helaba im Rahmen ihrer "Zwischenbilanz Märkte und Trends 2018" in den kommenden Monaten den Test des unteren Rands der Kursspanne von 10.500 bis 13.500 Punkten.

Zwar werde sich in diesem Jahr die Weltwirtschaft ähnlich dynamisch entwickeln wie 2017. Deutlich steigende Zuwachsraten, wie sie zwischenzeitlich von vielen konjunkturellen Frühindikatoren in Aussicht gestellt worden seien, würden sich jedoch nicht realisieren lassen.

Abwärtsrisiken bleiben  

Für Christoph Geyer von der Commerzbank scheint es, als würden sich die internationalen Märkte langsam auseinanderdividieren. Während sich die US-Aktienbörsen auf hohem Niveau hielten, sei der deutsche Markt in den vergangenen Tagen aus technischer Perspektive deutlich eingebrochen. Mit dem Rutsch am Freitag hätten sich die DAX-Aussichten massiv eingetrübt. "Der kurzfristige Aufwärtstrend wurde gebrochen und der Index ist in den alten Widerstandsbereich gefallen", fasst der Charttechniker der Commerzbank zusammen. Vom Tief bei unter 12.500 Punkten habe sich der DAX zwar zum Börsenschluss erholen können. Mit dem Trendbruch habe sich aber das Gesamtbild verändert: Die Indikatoren hätten Verkaufssignale generiert oder stünden kurz davor. Anleger sollten nach Auffassung von Geyer eine Ausweitung der Abwärtsbewegung daher nicht ausschließen.

GeyerGeyer  

DAX-Bären bleiben am Ruder

Das sieht die Helaba ähnlich. Sie stuft die mittel- und langfristigen DAX-Aussichten aus technischer Perspektive weiterhin negativ ein. Der deutsche Bluechip-Index sei jüngst mit dem Versuch gescheitert, die bei 12.775 Zählern verlaufende 200-Tagelinie sowie das bei 12.763 Zählern liegende 61,8 Prozent-Retracement zu überwinden. In der Folge sei der DAX zudem unter die 55-Tagelinie bei aktuell 12.715 Zählern gerutscht. Zunehmenden Abgabedruck erwartet der Charttechniker bei einem Bruch der Unterstützungen um 12.535 bzw. 12.427 Zähler. "Ein nachhaltiger Sprung über die 200-Tagelinie würde hingegen weiteres Aufwärtspotenzial generieren."

Viele Konzerne verdienen gut

Für die kommenden Handelstage sehen Analysten die an Fahrt aufnehmende Berichtssaison in Deutschland und den Beginn der heißen Phase der Zahlen für das zweite Quartal in den USA stärker in den Mittelpunkt des Anlegerinteresses rücken. Bislang hätten rund 6 Prozent der S&P 500-Konzerne ihre Bücher offengelegt. Davon konnten nach Angaben von Marktbeobachtern fast 90 Prozent die Gewinnerwartungen und über 80 Prozent die Umsatzprognosen übertreffen. Nachdem der Ertrag pro Aktie in den ersten drei Monaten um etwa 25 Prozent gestiegen sei, gehe es im zweiten Quartal aller Voraussicht nach ebenfalls tendenziell gen Norden.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Mittwoch, 25. Juli

Ab 9.00 Uhr. Börse Frankfurt: Börsengang der creditshelf AG im Prime Standard. Das Unternehmen strebt die Platzierung von Aktien à 80 Euro im Volumen von 16,5 Millionen Euro an. Sie können den Börsengang auf boerse-frankfurt.de live verfolgen. 

10.00 Uhr. Deutschland: ifo Geschäftsklima Juli. Es ist nicht die Zeit für großen Optimismus. Die Konjunkturindikatoren fielen laut DekaBank zwar zuletzt wieder besser aus, doch dominierten derzeit die politischen Risiken. Anfang Juli sei der Handelsstreit mit der gegenseitigen Verhängung von Zöllen durch die USA und China in eine neue Runde gegangen. Noch in diesem Monat könne das Eskalationsrad weitergedreht werden. Die Drohungen, aber auch das erratische Verhalten des US-Präsidenten dürften die Stimmung in den deutschen Chefetagen gedrückt haben. Die Analysten der DekaBank erwarten daher einen weiteren Rückgang des ifo Geschäftsklimas, das sich seit Dezember 2017 im Abwärtstrend befindet.

Donnerstag, 26. Juli

13.45 Uhr. Euroraum: EZB Zinsentscheid. Die europäischen Währungshüter gehen davon aus, dass sich der wirtschaftliche Aufschwung in den Eurostaaten fortsetzen und die Inflation treiben wird. Gleichzeitig sieht die Zentralbank diesen Ausblick laut DekaBank mit einer außergewöhnlich großen Unsicherheit. Unter anderem seien dafür die Zollstreitigkeiten mit der damit einhergehenden größeren Risikowahrnehmung an den Finanzmärkten verantwortlich. Entsprechend vage äußere sich die Notenbank zur zukünftigen Geldpolitik. Bei der anstehenden Ratssitzung werde die EZB ihre Ankündigungen vom Juni wiederholen, ohne dabei konkreter zu werden. Notenbankchef Mario Draghi antizipiere eine Einstellung der Wertpapierkäufe zum Jahresende und erwarte, dass die Leitzinsen bis mindestens Sommer nächsten Jahres auf ihren derzeitigen Niveaus bleiben.

von: Iris Merker
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