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16:23 23.07.18

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Neue Sorgen vor Eskalation des Handelsstreits                              
   
- Von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV News Redaktion -

Nach der uneinheitlichen Vorwoche startete der deutsche Aktienmarkt mit einem moderaten Abschlag in die neue Börsenwoche. So notiert das deutsche Börsenbarometer aktuell bei 12.521 Punkten mit 0,3 Prozent im Minus. Im Tief war der Kurs am Morgen zunächst bei 12.489 Zählern festgestellt worden.

Die internationalen Spannungen – allen voran der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie der Europäischen Union – bremsen offenbar die Kauflust der Anleger.
Die EU habe – Presseberichten zufolge – weitere Vergeltungsmaßnahmen in der Schublade, wenn US-Präsident Donald Trump den Handelsstreit etwa mit Strafzöllen auf Autos aus der EU noch verschärfen sollte. Die Europäer könnten in diesem Fall ihrerseits mit zusätzlichen Zöllen auf etliche Produkte aus den USA antworten.

Thomas Metzger, Head of Asset Management beim Bankhaus Bauer, sagte dazu gegenüber unserer Redaktion: “Einmal mehr bremst Donald Trump die Märkte aus. Der US-Präsident scheint jede Stabilisierung der Kurse als Legitimation der Wirtschaft zu interpretieren, im Handelskonflikt verbal neues Öl ins Feuer gießen zu dürfen. Nach der jüngsten Ankündigung, die Zölle gegen China auf ein Handelsvolumen von 500 Mrd. Dollar und damit auf die kompletten Exporte der Volksrepublik in die USA auszuweiten, dürfte ihm allerdings so langsam das zumindest noch einigermaßen realistische Drohpotenzial ausgehen. Insofern nähern wir uns immer mehr dem Showdown im Handelsstreit. Da sich die Konfliktparteien darüber im Klaren sein dürften, dass ein massiver Handelskrieg nur Verlierer kennen wird, besteht trotz der derzeit festgefahrenen Situation durchaus eine gute Chance auf eine Verhandlungslösung bzw. zumindest auf ein Einschwenken der Kontrahenten in Richtung Deeskalation.”

Angesichts des Handelskonflikts haben unterdessen die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer vor Gefahren für die Weltwirtschaft gewarnt. “Die kurz- und mittelfristigen Risiken haben zugenommen”, hieß es in der Erklärung beim Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs von 19 wichtigen Industrie- und Schwellenländern und der Europäischen Union, kurz G20, in Buenos Aires.



Von Unternehmensseite sollte es heute noch relativ ruhig bleiben, bevor in den kommenden Tagen die Quartalsberichtssaison so richtig Fahrt aufnehmen wird.

Insofern dürften Kursbewegungen vor allem von neuen Analystenkommentaren ausgehen. So stehen die Papiere des Pharma- und Agrochemiekonzerns Bayer im Fokus, nachdem die britische Investmentbank Barclays sie von “Equal Weight” auf “Overweight” hochgestuft und das Kursziel von 100 auf 110 Euro angehoben hatte. Aktuell liegen die Papiere gegen den allgemeinen Markttrend bei 92,58 Euro mit 0,6 Prozent im Plus. Mit Blick auf die Resultate zum zweiten Quartal erwartet Analyst Emmanuel Papadakis eher positive Nachrichten der Leverkusener.

Die Anteilsscheine von Wirecard stiegen nach einer Studie der US-Investmentbank Goldman Sachs um 1,9 Prozent auf 158,55 Euro. Analyst Mohammed Moawalla hob das Kursziel von 168 auf 200 Euro an und beließ die Aktien auf der “Conviction Buy List”. Er begründete dies mit seinen erhöhten Gewinnschätzungen für den Zahlungsdienstleister. Wirecard dürfte demnach in den kommenden zwei bis drei Jahren sein organisches Umsatzwachstum von jeweils mindestens 25 Prozent beibehalten. Dazu erscheine die Aktie trotz des starken Kursanstiegs seit Jahresbeginn im Vergleich zur Konkurrenz immer noch bescheiden bewertet, ergänzte Moawalla.

Turbulenzen bei Ryanair drücken europaweit auf Airlines

Überraschend schwache Quartalszahlen von Ryanair haben zum Wochenbeginn die Stimmung für Europas Flugbranche eingetrübt. Der starke Kursrückgang von Ryanair von 7,0 Prozent auf 14,69 Euro hinterließ auch bei den Papieren von Lufthansa, Air France-KLM, IAG und easyJet Spuren. Die Kursverluste reichten von 1,5 bis zu 2,3 Prozent.

Höhere Umsätze von Ryanair hätten im ersten Geschäftsquartal nicht ausgereicht, um steigende Treibstoff- und Personalkosten auszugleichen, schrieb Analyst Gerald Koo vom Broker Liberum. Zudem habe sich der Billigflieger zurückhaltend zu den Umsätzen je Sitzplatz im zweiten Geschäftsquartal geäußert. Die Risiken überwögen damit wieder die Chancen, hieß es.

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Über den Autor
 
Autor: Cornelia Frey Cornelia Frey,
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Cornelia Frey und Holger Scholze informieren abwechselnd um das Geschehen im Derivatebereich der Stuttgarter Börse. Neben Fernsehinterviews beim Nachrichtensender n-tv, berichten sie in Radiointerviews und den Marktberichten EUWAX Trends über das Geschehen bei Optionsscheinen & Co. Die Beiträge stellen keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten da. Unter dem Link https://www.boerse-stuttgart.de/rd/de/register können Sie Ihre E-Mail Adresse für den Versand der Marktberichte registrieren lassen. Die Berichte werden dann automatisch per E-Mail an Sie versandt.

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