Moonfare bietet Anteile an Private Equity Fonds für Privatanleger



13:54 16.08.18

Das gab es so bisher auch noch nicht. Privatanleger können über das Berliner Fintech-Unternehmen Moonfare in Private Equity Fonds einsteigen. Bislang wurden die Private Equity Fonds eher durch Banken, Versicherungen, Hedgefonds und die eine oder andere vermögende Privatperson aufgelegt.

 

Die Öffnung für eine breitere Masse ist ein Novum, zumindest in Deutschland. Allerdings relativiert sich der Begriff "breite Masse" auch gleich wieder dadurch, dass aktuell ein Mindestinvestment von 100.000 € zu leisten ist, um bei einem Privat Equity Fonds über Moonfare einzusteigen.

 

Was sind Private Equity Gesellschaften?

 

Private Equity Gesellschaften (PEGs) sind nach wie vor stark nachgefragt. Der Vorteil ist vor allem, dass die Investition in das Eigenkapital eines Unternehmens über eine haftungsbeschränkte Gesellschaft geschieht und die Investoren über die PEG dennoch erhebliche Mitbestimmungsrechte im Unternehmen erhalten.

 

Würden die Investoren direkt in das Eigenkapital investieren, müssten sie, abhängig von der Gesellschaftsform, unter Umständen sogar mit ihren gesamten privaten Vermögen haften, wenn ein Investment schief läuft.

 

Die meisten Investments laufen als Leveraged Buy Out

 

Bei einem Leveraged Buy Out werden die Anteile im Zielunternehmen zum weit überwiegenden Teil mit Fremdkapital gekauft. Der Eigenkapitalanteil innerhalb einer PEG, die in ein Unternehmen investiert, ist demnach entsprechend gering.

 

Dadurch lässt sich bezogen auf das Eigenkapital eine hohe Eigenkapitalrentabilität erzielen, solange die Summe der Fremdkapitalzinsen niedriger als die Gesamtkapitalrentabilität ist.

 



Erwirbt eine PEG beispielsweise von einem Unternehmen ein Eigenkapitalpaket von 200 Millionen €, sie vielleicht 30 Millionen aus eigenen Mitteln finanzieren. Der Rest wird in Form mittels Bankkredite, Mezzanine-Kapital oder Anleihen finanziert. Bei einem unterstelltem Zinssatz von 4% wären für das Fremdkapital anfangs 6 Millionen Euro an Zinsen fällig.

 

Macht das Unternehmen im Jahr etwa 10 Millionen Euro Gewinn, bleiben im Idealfall 4 Millionen Euro zur Verteilung an die Eigenkapitalgeber übrig (vor Steuern). Das entspricht einer Eigenkapitalrendite von satten 20% und macht den Einstieg in eine PEG zu einem besonders lukrativen Investment.

 

Die Gewinne der letzten Jahre waren für PEGs vergleichbar mit vielen Lottogewinnen

 

In den vergangenen Jahren lief es für die Private Equity Branche wie geschnitten Brot. Sie suchten sich auf dem gesamten Globus vielversprechende Targets und schlugen dann zu. Den PEGs kamen dabei die aktuell immer noch sehr niedrigen Zinsen zu Gute. Die Eigenkapitalrenditen waren teilweise schon schwindelerregend hoch. Die Gewinne die auf die Konten der Investoren flossen hatten den Charakter von haufenweise Lottogewinnen.

 

Ein Bombengeschäft also. Privatanleger konnten dagegen nur in Aktien investieren oder auf einen Gewinn im Casino hoffen. Bei den Zinsen für festverzinsliche Spareinlagen ist schon seit Jahren nichts zu holen. Das mit dem Echtgeldspiel im Casino ist nicht einmal soweit hergeholt. Tatsächlich gibt es mittlerweile viele Anleger, die sich auf solche Spiele stürzen. Die Gewinnchancen sind hier teilweise höher als bei derivativen Produkten, etwa bei binären Optionen, die seit Juli dieses Jahres durch die zuständige Aufsichtsbehörde ESMA für Privatanleger verboten wurden. Die tatsächlichen Gewinnchancen lagen hier in der Praxis gerade einmal bei 30:70, wie Statistiker errechnet haben. Beim Roulette liegen die Auszahlungsraten wesentlich höher. Seriöse Anbieter mit einer Lizenz wurden zum Beispiel bei Livecasino.de ausführlich getestet.

 

Handelskrieg macht die Branche jedoch anfällig

 

Mit der Sektlaune in der Branche könnte es demnächst jedoch bald vorbei sein. Der Grund ist, dass die PEGs in Unternehmen in der ganzen Welt investiert sind, die ihrerseits weit verzweigte Vernetzungen bei Zuliefern und Absatz aufweisen. Trumps Handelskrieg mit China, die EU, Russland, Iran und nun auch die Türkei bringt viele Unternehmen ins Schwitzen, wenn sie exportieren und importieren müssen.

 

Selbst in den USA zeigen die Wirtschaftsbosse in der Zwischenzeit nur noch wenig Verständnis für die Politik Trumps, da mittlerweile auch hier begriffen wurde, wie weit die Auswirkungen reichen. Vor allem, wenn es ans eigene Geld geht, reagiert man auch in den USA besonders allergisch.

 

Nichtsdestotrotz ist nicht abzusehen, dass die Trump-Administration bei der Frage des Protektionismus zurückrudert. Das geht auch zu Lasten der Aktienanleger und Private Equity Fonds. Deutsche Unternehmen, die traditionell stark im Export engagiert sind und in die PEGs gerne investiert haben, vermelden schon Gewinneinbrüche am laufenden Band aufgrund der US-Handelspolitik.

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