HAACK-WEEKLY: Kaufzeit



10:59 22.09.18



Auszug aus HAACK-INVEST Nr. 38-2018:

 


"Der Handelskonflikt verliert so langsam seinen Schrecken. Obwohl Trump die Gangart gegen China erneut verschärft hat, konnten sich die europäischen Aktienmärkte stabilisieren. Und die Wall Street wandelt sowieso in der Nähe der Allzeit-Hochs. Die (wirtschafts-)politische Unsicherheit bleibt zwar insgesamt hoch, aber die Aktienmärkte können damit inzwischen ganz gut umgehen. Und sollten die Probleme positiv gelöst werden, dann kann vor allem in Europa und Asien sogar eine Kursrakete gezündet werden. Dies ist deshalb möglich, weil die schwelenden Unsicherheiten nun schon so lange bestehen, dass viele negative Szenarien ausreichend in den Kursen eingepreist sind und so attraktive Kursniveaus oberhalb von einer starken DAX-Unterstützung (Quelle: DAX-Chart) erreicht wurden.

 

Nicht zu vergessen, dass sich viele Unternehmen dynamisch an unterschiedliche Rahmenbedingungen anpassen können. Das hat jedenfalls die Vergangenheit oft genug gezeigt. Und so gehen wir davon aus, dass das Gewinnwachstum im Durchschnitt in diesem und nächsten Jahr bei mindestens 6% für die Gesellschaften in DAX, MDAX, TecDAX und SDAX betragen wird.

 

Da hilft natürlich, dass die Konjunkturerwartungen (gemessen im ZEW) für Deutschland und die Eurozone nun wieder ansteigen. Wahrscheinlich ist das Schlimmste überstanden. Dazu passt der anziehende Eurozone economic surprise-Index, den wir in der letzten Ausgabe zeigten. Die Lage ist besser als die Stimmung.

 

Mit den Kursrückgängen sind Aktien aus Europa und den Schwellenländern nun von den Bewertungen her relativ günstig geworden. Wir rechnen damit, dass sich die lange gesehen Outperformance der US-Aktien nun für Monate umkehrt.

 

Europa und Asien sind nun unsere Favoriten. Der Nachholbedarf ist nicht gering. Auf ganz lange Sicht ist es aber wohl so, dass uns die USA aufgrund der besseren Rahmenbedingungen immer mehr den Rang abläuft. Und relativ gesehen haben die Emerging Markets in den nächsten 10 Jahren weiterhin das größte Potential, wenn auch mit starken Schwankungen und somit hohen Risiken, besonders in Einzelaktien. Als Beimischung ist dieser Sektor bei 20% Kursrückgang stets ein klarer Langfristkauf. Ob die Kurse dort noch mal 10 oder 20% fallen ist nicht entscheidend. Es ist vielmehr die nicht geringe Wahrscheinlichkeit, dass die Notierungen insgesamt in 10 Jahren um ein Vielfaches höher stehen werden. Aber bei der üblichen Volatilität dieses Bereiches hält man auch ein Langfristinvestment nur als Beimischung gut durch.

 

Zurück zur Konjunktur: Wir sehen durchaus, dass sich die Weltwirtschaft im späten Konjunkturzyklus befindet (Europa hinkt übrigens ein paar Jahre hinterher, wird aber einem Abschwung zügig folgen). Aber "spät" heißt nicht zwingend: "Kurz vor dem Tod"! Ein Zyklus stirbt nicht, weil er "alt" ist, sondern für gewöhnlich, weil ihn eine restriktive Geldpolitik oder externe Schocks abwürgen. Die Fed befindet sich zwar im Zinserhöhungs-Modus, aber bis jetzt ist das Zinsniveau im historischen Vergleich weiterhin niedrig, in Europa und Japan sowieso. Natürlich könnte ein eskalierender Handelskonflikt einen externen Schock darstellen. Aber wir sehen am Ende eher einen Kompromiss. Gleichwohl besteht diese Unsicherheit, doch ohne Unsicherheiten befänden sich die Kurse schon viel höher. Wer an der Börse gewinnen will, sollte in unsicheren Zeiten kaufen. Nur dann ist das Potential für eine Lage-Verbesserung (und somit Kursgewinne) wirklich groß.

 



Zudem performen Aktien auch am Ende eines Konjunkturzyklus noch gut (am besten jedoch in den ersten Jahren). Erst wenn sich negative Überraschungen bei den Unternehmensgewinnen häufen, wird ein Zyklusende signalisiert. Doch in der jüngsten Berichtssaison konnten rd. 80% der Unternehmen im S&P 500 die Gewinnschätzungen übertreffen.

 

Fazit: Wir behalten unsere kürzlich eingegangene Offensive bei. Der schwächer werdende US-Dollar (ein starker macht den in Dollar verschuldeten Emerging Markets-Ländern zu schaffen und war zuletzt meist ein guter Krisenindikator) bestätigt uns in unserer Einschätzung. Nebenbei sorgt er auch für Chancen im Gold und Silber. Ein Titel, bei dem inzwischen viel an negativen Szenarien eingepreist wurde, ist Bayer. Hier beginnen wir mit ersten vorsichtigen Käufen.

 


Bayer (Kurs 72,00 € - WKN: BAY001 - ISIN: DE000BAY0017). Wir wagen eine Anfangsposition in dem abgestürzten Titel. Das Dilemma um die Monsanto-Übernahme bzw. die Glyphosat-Risiken ist bekannt. Indes: Langfristig dürfte die Übernahme durchaus richtig sein, das Geschäftsfeld mit Saatgütern, Herbiziden und auch gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln dürfte angesichts einer stark wachsenden Weltbevölkerung und Klimaveränderungen (Ernteausfälle) ein hohes Wachstumspotential aufweisen, unabhängig davon wie man ethisch und ökologisch zu diesen Bereichen steht. Wie will man sonst die benötigten Nahrungsmittel auf Dauer erzeugen? Diesem Wachstumspotential stehen aber die Risiken aus den Glyphosat-Prozessen gegenüber. Aber auch hier ist nach einer Kurshalbierung vom Hoch bereits viel eingepreist. Aber: Die Studien zu Glyphosat sind nicht eindeutig. Von daher ist es möglich, dass ein höheres US-Gericht das für Bayer negative Urteil wieder kassiert. Dann aber notiert Bayer schnell wieder über 90 €. Wir beginnen nun oberhalb einer starken Unterstützung (65 € - Quelle: Chart oben) mit ersten Käufen, lassen uns aber Raum für Nachkäufe.

 


 

iShares Gold Producers UCITS ETF (Kurs 6,47 € - WKN A1JKQJ - ISIN: IE00B6R52036), Gesamtkostenquote 0,55% p.a., physische Replikation, thesaurierend, Fondsgröße rd. 381 Mio. €. Diesen ETF hatten wir schon früher empfohlen, mit ihm kann man die allgemeine Goldminen-Tendenz gut nachvollziehen.

 

Allerdings weist der ETF ein Währungsrisiko auf (die meisten Goldminen stammen aus dem Dollar-Raum), er sollte also trotz Euro-Notierung in die empfohlene Dollar- Währungsabsicherung (siehe letzte Ausgabe) mit einbezogen werden. Die größten Positionen sind Newmont Mining, Barrick Gold, Franco Nevada, Newcrest Mining, Goldcorp, Agnico-Eagle Mines und Randgold Res., welche zusammen fast die Hälfte des ETFs ausmachen. Kritisches Niveau 5,60 - 5,80 €."

 

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Über den Autor
 
Autor: Hans-Jürgen Haack Hans-Jürgen Haack,
Börsenbrief HAACK-DAILY

Hans-Jürgen Haack, studierter Wirtschaftswissenschaftler, verfügt über mehr als 25 Jahre Börsenerfahrung und war von 1989 bis 2010 als Derivatespezialist im Hause Bernecker angestellt, dort verantwortlich für die Publikationen "AB Tradings" und "Die Termin-Börse". Unter dem Dach von PP-Brokerage gibt er nun im täglichen Börsenbrief „HAACK-DAILY“ konkrete Empfehlungen für Hebelprodukte, Futures, Optionsscheine, CFDs sowie Stillhalteroptionen (EUREX) und deckt dabei neben den wichtigsten Indizes auch Währungen, Zinsen, Rohstoffe sowie Einzelaktien ab. Weitere Informationen zu diesem Börsenbrief und dessen Performance finden Sie unter www.haack-boersenbrief.de

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