Optionsscheine - Die Vola macht`s.



15:11 25.09.18

Für viele Anleger erscheinen Optionsscheine in etwa so kompliziert wie die Betriebsanleitung eines neuen BluRay-Rekorders. Entsprechend setzt sich so mancher ungern mit den diversen Kennzahlen und Rechengrößen auseinander. Die Frage ob im Geld oder aus dem Geld, die Restlaufzeit oder der Hebel sind dabei gar nicht so kompliziert, wirklich spannend und entscheidend wird es aber bei der Volatilität. Diese sorgte vor einigen Jahren für mehrere Monate dafür, dass Optionsscheine völlig unattraktiv waren. Denn der Einfluss der Volatilität auf den Optionsscheinpreis bei DAX-Calls und Puts lässt sich auf einen Blick am Stand des VDAX-New ablesen:

Je höher das Barometer notiert, desto teurer sind Call- und Put-Optionsscheine. Der von der Deutschen Börse berechnete Index bildet die für die nächsten 30 Tage erwartete Schwankungsbreite am Markt ab.

Unsere aktuelle Auswahl an Optionsscheinen:

Dow Jones Put DL73AG sowie HW3WG9

S&P  TD9YUQ

NASDAQ - CE7AJD

Im Oktober 2008 erreichte das Angstbarometer VDAX-New seinen bisherigen Höchststand mit rund 83 Punkten. Derzeit befindet sich die Vola in ganz anderen Regionen. Strategisch handeln wir den DAX derzeit bei einem VDAX zwischen 12 und 16. Wer bei niedriger Vola einsteigt hat daher einen Vorteil.

Wie deutlich sich eine zurückgehende Volatilität bei Optionsscheinen bemerkbar macht, zeigt ein Beispiel: So kostete ein DAX-Put mit Laufzeit März 2010 und Basis bei 5000 Punkten 2,40 Euro im Jahr 2009. Die eingepreiste, so genannte implizite Volatilität betrug in etwa 29 Prozentpunkte. Liegt dieser Wert bei 40 oder gar 60 Punkten, kostet der Put statt 2,40 Euro allein aufgrund der Volaveränderung 3,80 Euro beziehungsweise 6,60 Euro.



An dieser Beispielrechnung wird deutlich, wie negativ sich im Umkehrschluss der Rückgang der Schwankungsbreite am Markt für die Inhaber und Käufer von Optionsscheinen auswirkte. Selbst wenn die Richtung des gewählten Optionsscheins mit der Markttendenz übereinstimmte, wurden die Gewinne meist völlig von der einbrechenden Vola aufgezehrt. Mittlerweile ist diese Zeit jedoch vorbei.

Denn mit einem Volatilitätsniveau von unter 20 Punkten hat sich diese Einflussgröße wieder in Richtung ihres langjährigen Durchschnittslevel entwickelt. Damit können Anhänger nun wieder zu Calls und Puts greifen. Ein paar Kennzahlen gilt es aber noch zu beachten. Zum einen wäre da die Restlaufzeit. Der Wert eines Scheins hängt in hohem Maße von seiner verbleibenden Laufzeit ab. Hierbei spricht man von dem Zeitwert, ausgedrückt durch den griechischen Buchstaben Theta.

Vereinfacht kann man hier sagen: Der Zeitwertverlust einer Option beschleunigt sich zum Laufzeitende. Sie verliert während der ersten Hälfte ihrer Laufzeit ein Drittel ihres Zeitwertes und in der zweiten Hälfte zwei Drittel, wobei sich der Zeitwertverlust am Ende nochmal beschleunigt. Zudem ist der Verfall insbesondere bei Optionsscheinen, die „am Geld“ notieren, ausgeprägt.

„Am Geld“ bedeutet dabei, dass beispielsweise bei einem DAX-Call mit Basispreis 12.000 Punkten der Index ebenfalls ungefähr auf diesem Niveau notiert. „Aus dem Geld“ wäre das Produkt, wenn der DAX zum Beispiel bei 11.500 Punkten stünde, „im Geld“ bei einem Stand von 12.800 Punkten. Entsprechend unterschiedlich sind auch hier die Preise für den Optionsschein, je nachdem wo der zugrunde liegende Basiswert gerade liegt.

Wichtig bleibt auch der Blick auf den Hebel, da Anleger wissen möchten, wie stark ihr Optionsschein auf Veränderungen beim Basiswert reagiert. Die Orientierung gibt hier aber nicht der einfache, sondern der theoretische Hebel, auch Omega genannt. Es besagt in etwa, um welchen Prozentsatz sich der Kurs des Optionsscheins bei einer Kursveränderung des Basiswerts um ein Prozent verändert.

Ein Omega von fünf drückt aus, dass eine Kaufoption (Verkaufsoption) um fünf Prozent im Wert steigt (fällt), wenn der zugrunde gelegte Basiswert um ein Prozent fällt (steigt).Vor allem bei Calls und Puts, die aus dem Geld liegen, ist es wichtig, das Omega zu beachten, um sich beim Kauf nicht zu verkalkulieren.

Wer diese Kennzahlen bei der Kaufentscheidung berücksichtigt, braucht dann nur noch einen Treffer bei der Entscheidung, ob er auf fallende oder steigende Märkte setzt.

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Über den Autor
 
Autor: Feingold-Research Feingold-Research
Die beiden ehemaligen FTD- und Börse Online-Redakteure Benjamin Feingold und Daniel Saurenz haben zusammen das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort stellen die beiden Kapitalmarktexperten und Journalisten ihre Marktmeinung, Perspektiven und Strategien inklusive konkrete Produktempfehlungen vor. In zwei Musterdepots werden die eigenen Strategien mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert (feingold-research.com).

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