Das hat gesessen!



15:16 11.10.18



Turbulenzen und unübersehbare Schwächeanzeichen an den Aktienmärkten
Statistik vs. Fahrplan Unter Aktienanlegern hat sich eine ganz eigene Saisonalität herausgebildet. Hier gibt es nicht Frühling, Sommer, Herbst und Winter, sondern „den schwierigen September“, die Jahresendrally, denn Januar-Effekt, den Mai, in dem man tunlichst verkaufen sollte und so weiter. All diese Kalendereffekte haben sich durch Beobachtung herausgeschält und sind statistisch mehr oder weniger gut belegt. Und damit fängt das Elend an. Denn eine Statistik ist eben nur eine Statistik über Vergangenes, nicht aber ein Fahrplan für die Zukunft. Das wusste auch der 2013 verstorbene US-Investor und Buchautor Martin Zweig, der wichtige Informationen über den Zustand eines Marktes vor allem durch den Vergleich der tatsächlichen Kursentwicklung mit der Saisonfigur gewann. Und damit sind wir mitten im Thema: Nach dem vergleichsweise gut überstandenen September (positiv) neigt der Markt ausgerechnet jetzt zur Schwäche, da sich viele Anleger bereits mental auf die „sichere“ Jahresendrally eingerichtete haben (negativ). Sicher ist nämlich gar nichts.
Abverkauf auch in den USA Die europäischen Märkte sind schon seit vielen Monaten nicht mehr richtig vorangekommen und zum Teil bereits schon in der Baisse. Aber selbst die bis vor kurzem relativ starken Segmente wie der MDAX und insbesondere der TecDAX mussten in den letzten Tagen deutlich Federn lassen. Neu ist, dass nun auch die US-Aktienmärkte erstmals seit Februar 2018 wieder vergleichsweise höhere Abschläge hinnehmen mussten und nun an ihren Aufwärtstrends bzw. an wichtigen Unterstützungsniveaus kratzen. Zwar ist es richtig, dass die USA grundsätzlich ein wirtschaftsfreundlicheres Umfeld bieten als die meisten europäischen Länder. Ebenfalls ist richtig, dass die Trumpsche Steuerreform den US-Unternehmen noch einen ordentlichen zusätzlichen Rückenwind brachte. Da lassen sich selbst die Zinserhöhungen der Fed vergleichsweise gut abfedern. Allerdings erscheinen die US-Märkte unter dem Einfluss der positiven Rahmenbedingungen fast etwas entrückt. Denn US-Aktien, darauf weist die Fondsgesellschaft StarCapital in ihrem jüngsten Research Update hin, zählen zu den teuersten der Welt. Ein CAPE-Ratio (Cyclical Adapted Price Earnings) von 32,1 lässt dementsprechend für die Zukunft keine großen Renditeerwartungen mehr zu. Magere 2,7% p.a. sollen es nach dem StarCapital-Modell über die nächsten ein bis anderthalb Dekaden sein.

Wenn der Faden reißt Obwohl US-Aktien also schon länger kein Schnäppchen mehr sind, konnten sie immerhin durch einen intakten Aufwärtstrend überzeugen. Würde der nachhaltig gebrochen, wird es mit Kaufargumenten tatsächlich erst einmal ziemlich schwierig. Global betrachtet ist der am „seidenen Faden“ hängende Aufwärtstrend nordamerikanischer Aktien eine Sondersituation. Das zeigt ein Blick auf den DJ Global Index (vgl. Abb.), der eine Gesamtschau aller Aktienmärkte liefert. Und dieser „Weltaktienindex“ konnte bislang nicht wieder an die Erfolgsgeschichte vor dem Februar 2018 anknüpfen. Der Einbruch konnte auch mehr als ein halbes Jahr danach bislang nur teilweise aufgeholt werden. Schlimmer noch, die ganze Bewegung seitdem hat einen Flaggencharakter (vgl. Abb., blaue Linien) und ist daher wohl nur eine Korrekturbewegung auf die vorangegangenen Verluste. Es fehlt einfach an überzeugender Aufwärtsdynamik. Sollte hier der Ausbruch nach unten erfolgen, dann wäre dies als trendbestätigend für eine weltweite Aktienbaisse anzusehen. Anlässe gibt es weiter genug, etwa in Form steigender US-Zinsen oder der Konflikte im Welthandel. Man sollte sich also, wie eingangs beschrieben, nicht blind auf die Saisonfigur verlassen, sondern sehr genau beobachten, wie sich die Märkte an den inzwischen erreichten Unterstützungen verhalten – zumindest dort, wo noch welche sind. In diesem Zusammenhang darf auch noch einmal auf die Gegensätzlichkeit der großen Zyklen zwischen Aktien und Gold verwiesen werden. Wir werden uns mit diesem Thema ausführlich in der kommenden Ausgabe des Smart Investor 11/2018 beschäftigen.
Ohne Bedingungen Themenwechsel: Das sogenannte Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) wird von interessierter Seite mit großem Eifer in den Medien präsent gehalten. Als wir erstmalig davon hörten, hielten wir es für einen Scherz. Aber offenbar ist es einigen doch ziemlich ernst damit. Auch erhalten wir immer wieder Leserbriefe, in denen wir um unsere Einschätzung zum Thema gebeten werden. Tatsächlich haben wir unsere Ansichten schon einmal, im Smart Investor 9/2014 ab Seite 14 („Willkommen im Schlaraffenland“) dargelegt. Unser Urteil fiel negativ aus und wir hätten uns damals kaum vorstellen können, dass das BGE heute, also mehr als vier Jahre später, sogar eher mehr als weniger Anhänger haben wird. Schon die Lehre von Karl Marx zeigt, dass man die Wirkmächtigkeit von Ideen niemals unterschätzen sollte, besonders nicht die Wirkmächtigkeit schlechter Ideen. Inzwischen hat sich das Thema sogar bis in die politischen Parteien durchgefressen, wo es ernsthaft diskutiert wird. Das wiederum ist höchst relevant, weil die Idee über diesen Weg perspektivisch sogar Gesetzeskraft erlangen könnte, unabhängig von ihrer Güte. Vielleicht haben wir damals auch nur Entscheidendes übersehen? Zumindest ist es an der Zeit für ein Update und da bitten wir Sie, liebe Leser, um Ihre Mithilfe: Was sind Ihre wichtigsten Pro- und Contra-Argumente zum BGE? Schicken Sie uns gerne eine Mail mit dem Stichwort „BGE“ an flierl@smartinvestor.de und diskutieren Sie mit. Wir werden die Beiträge dann sichten und in einer der nächsten Smart-Investor-Ausgaben darüber berichten.
Hinweis zum Heftversand Zum Versand des aktuellen Smart Investor 10/2018  erreichten uns ungewöhnlich viele Rückmeldungen über fehlende Hefte. Wir bitten, die dadurch entstandenen Unannehmlichkeiten zu entschuldigen. Sicher können wir bislang lediglich sein, dass die Hefte ordnungsgemäß in den Versand gegangen sind. Danach verlor sich bei einigen die Spur. Normalerweise sollte der Smart Investor am letzten Samstag des Monats, spätestens am darauffolgenden Montag, bei unseren inländischen Abonnenten im Briefkasten liegen. Beim Auslandsversand dauert es aufgrund der Postlaufzeiten entsprechend ein paar Tage länger. Wer noch immer keinen Smart Investor 10/2018 bekommen hat, möge uns freundlicherweise ein Mail an abo@smartinvestor.de schicken und erhält dann umgehend Ersatz. Auch würde uns interessieren, bei wem das Heft letztlich doch noch aufgetaucht ist, und mit welcher Verspätung das der Fall war.
Musterdepot Aktien & Fonds

Im Bereich „Highlights/Musterdepot“ auf unserer Homepage geht es heute um einen unglücklichen Stopp-Loss und einen erneuten Kauf. Sie können sich dort durch einfaches Blättern einen schnellen Überblick über die letzten Wochentransaktionen verschaffen.

World of Trading

Die World of Trading (WoT) hat sich als die Messe für aktive Anleger in Deutschland etabliert. Am 23. November öffnet die WoT im Forum der Messe Frankfurt/Main wieder ihre Pforten und wir können Ihnen ein ganz besonderes Angebot machen: Im Rahmen unserer Medienpartnerschaft zur WoT 2018 erhalten Sie freien Eintritt an beiden Messetagen (Wert: 40 EUR) und können sich zusätzlich noch einen Gutschein für Seminare im Rahmen der Messe sichern – Wert: 15 EUR. Falls Sie sich dieses attraktive Paket nicht entgehen lassen wollen, folgen Sie einfach diesem Link

Fonds-Kongress in Trier

Ebenfalls eine feste Größe ist inzwischen der Fondskongress, der am 19. Oktober bereits im vierten Jahr in Trier stattfindet. Die vom Kontor Stöwer ausgerichtete Veranstaltung steht diesmal unter dem Motto "Aktienfonds sind die beste Antwort auf Karl Marx!". Die Veranstaltung richtet sich an professionelle Besucher. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.ks-am.de/start/fondskongress-trier/.


Smart Investor 10/2018:
 
Titelstory: Immobilienaktien: Licht und Schatten

Das Risiko & sein Preis: Nassim Taleb und die falschen Propheten

Krypto-Affinität: Städte und Länder im Digitalwährungscheck

Value-Aktien: Wellpappe, Software und Marinezubehör

u.v.m.
Fazit

Das Titelmotto des Smart Investor 9/2018 „Bitte anschnallen! Mit Turbulenzen ist zu rechnen“ bleibt brandaktuell. Dabei hatte der Europäische Gerichtshof noch in der Vorwoche die Kastanien für das Bundesverfassungsgericht in Sachen Staatsanleihekäufe der EZB aus dem Feuer geholt (vgl. hierzu unser „Loch in der Matrix“). Und falls Sie sich wundern, wo eigentlich der SIW 40/2018 abgeblieben ist? Der fiel wie angekündigt wegen des Feiertags in Deutschland aus und wir nummerieren entsprechend der Kalenderwoche weiter.


Ralph Malisch, Ralf Flierl

       

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Über den Autor
 
Autor: Ralf Flierl Ralf Flierl,
Smart Investor

Ralf Flierl ist Chefredakteur der Anlegerpublikation "Smart Investor". Kritisch, unvoreingenommen, unabhängig, antizyklisch, sophisticated, non-Mainstream.... kurz: smart - das sind die Attribute des im Mai 2003 eingeführten "Smart Investor" . Weitere Informationen sowie die Möglichkeit, das Magazin kostenlos zu testen, finden Sie unter www.smartinvestor.de.

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