Was unterscheidet erfolgreiche von erfolglosen Tradern?



12:01 07.12.18

Entgegen der landläufigen Meinung sind gute Daytrader keine Zocker, sondern vielmehr disziplinierte „Malocher“, die am „Spielfeldrand“ geduldig auf ihre Chance warten. Während in der Immobilienbranche das Motto „Lage, Lage, Lage“ gilt, heißt das einfache Erfolgsrezept für das Trading „Einstieg, Einstieg, Einstieg“. Profi-Trader wie Larry Williams oder Joe Ross weisen aber seit Jahren in ihren Büchern darauf hin, dass mit der Positionseröffnung – long oder short – die Arbeit erst beginne.

Immerhin befinden sich Studien zufolge 80 Prozent aller Trader mit ihren Eröffnungspositionen auf der richtigen Seite, d.h. sie müssten eigentlich Geld verdienen. Eine Tatsache ist aber auch, dass mindestens 90 % der Trader Geld verlieren. Wie passen diese beiden Aussagen zusammen? Joe Ross macht für diese Diskrepanz unter anderem das starre Festhalten an technischen Indikatoren verantwortlich. Junge und unerfahrene Trader handelten zudem zu viel und „liefen heiß“. Nach Ansicht des Profis reichten wenige, dafür aber gute Trades an einem Tag völlig aus, um langfristig erfolgreich zu agieren. Für Ross besteht ein guter Trade aus Auswahl und Planung. „Es wird wesentlich mehr Geld als Ergebnis guter Planung verdient als dadurch, dass man dasitzt und alle Situationen handelt, die auftauchen und gut aussehen“, schreibt Ross in einem seiner Tradingbücher.


Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen

Wenn er einen Trade als solchen identifiziert hat, legt er Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkt im voraus fest, d.h. es gibt für jede Aktion bereits im Vorfeld vordefinierte Marken, zu denen er aktiv wird. „Manchmal dauert es ziemlich lange, bis ich zum Zug komme und manchmal finde ich überhaupt keinen Einstieg.“ Ärgern würde er sich trotzdem nicht. Schließlich gehe es darum, das verfügbare Kapital zusammenzuhalten. Der Profi-Trader setzt alles daran, die beim Traden unvermeidlich auftretenden Verluste so gering als möglich zu halten. Ein Trade müsse schon kurz nach der Positionseröffnung in die „richtige Richtung“ laufen, sonst sei „etwas faul“.

Selbstdisziplin als Erfolgsrezept


 

Ebenso wie Joe Ross hält auch Marc Douglas, der Autor von „Der disziplinierte Trader“ Selbstdisziplin für ein entscheidendes Erfolgskriterium. Daneben machen – nach Erkenntnis erfolgreicher Trader - Selbstbeherrschung und die Fähigkeit, sich den sich ändernden Marktbedingungen anzupassen, einen guten Trader aus. „Die meisten Trader konnten kontinuierliche Vermögenszuwächse erst vorweisen, nachdem sie gelernt hatten, ihre Meinung zu ändern“, schreibt Douglas. Die Selbstüberschätzung gilt unter Tradern als häufigste Ursache für große Verluste – das verbindet die Trader mit „herkömmlichen Investoren“.

Auch diese gehen Positionen ein und werfen ihre guten Vorsätze, insbesondere das konsequente Beachten von Stop-Loss-Marken, über Bord, sobald es gegen sie läuft. Nicht selten bleiben die Anleger in diesen Positionen gefangen und sehen dann zu, wie die Notierungen immer weiter in den Keller rutschen. Offenbar scheint das Gros der Anleger nicht in der Lage zu sein, sich selbst gegenüber einen Fehler als solchen einzugestehen und danach zu handeln. Was die wenigsten Anleger verstehen: Fehler sind unvermeidlich. Gute Trader unterscheiden sich von schlechten auch dadurch, dass sie Fehler eingestehen, korrigieren und aus ihnen lernen. Schließlich nutzt es nichts, wenn ein und derselbe Fehler immer wieder begangen wird.

 
Schmerzhafte Erfahrung

„Entweder ganz zu Anfang oder im Frühstadium ihrer Karriere haben alle Trader Verwirrung, Frustration, Furcht und das unangenehme Gefühl des eigenen Versagens erlebt“, schreibt Marc Douglas. Die wenigen Trader, die diese Phase durchstünden und später reich würden, hätten einen wichtigen psychologischen Lernprozess durchlaufen, der sie nicht nur eine Menge Geld gekostet habe, sondern auch von emotionalen Schmerzen und Leiden begleitet worden sei. „Das größte Problem ist“, so Douglas, „ dass die meisten Trader ihr gesamtes Kapital verloren haben, bevor sie den Lernprozess überhaupt abschließen können.“

Der Autor stellt hier lediglich Informationen zur Verfügung, es erfolgt keine Anlageberatung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Vermögensanlagen. Anlagegeschäfte beinhalten Risiken, so dass die Konsultierung professioneller Anlagenberater empfohlen wird. Wir möchten in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass ein Engagement in Aktien (auch Hot Stocks oder Penny Stocks), Zertifikate, Fonds oder Optionsscheine zum Teil mit erheblichen Risiko verbunden. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden.
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Über den Autor
 
Autor: Stefan Hofmann Stefan Hofmann,
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Stefan Hofmann beschäftigt sich bereits seit 1998 mit der Börse und handelt seit dieser Zeit auch aktiv an den verschiedenen Märkten. Während seiner beruflichen Tätigkeit bei einem großen Online-Broker sowie im Vertrieb / Marketing bei einem Börsenverlag eignete er sich profundes Wissen über die Aktien-, Rohstoff- und Devisenmärkte an. Als technischer Analyst bewegt er sich an der Börse in einem breiten Feld von Aktien und ihren Indizes bis hin zu Gold, Silber, Öl und dem Euro. Gehandelt werden bevorzugt Zertifikate und Hebelzertifikate sowie CFDs. Um das Risiko für das Depot niedrig zu halten, werden strikt feste Money- und Risikoparameter verwendet. Zielsetzung ist neben dem Kapitalerhalt ein langfristiger Kapitalaufbau.

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