Grüner Fisher: "Raus aus den Schützengräben!"



09:20 09.12.18


Grüner bricht eine Lanze für Sachanlagen und gegen populistische Tendenzen, Aktien in Investments zu verteufeln. 6. Dezember 2018. FRANKFURT (Grüner Fisher). Unsere "moderne" Welt ist zunehmend von schwarz-weiß geprägt. In fast allen Diskussionen geht es nur noch darum, ob man letztendlich dagegen oder dafür ist. Sei es der Brexit, die Wahl von US-Präsident Trump, die kürzlichen Midterm Elections in den USA, unsere Bundestagswahl im letzten Jahr, fast immer gehen diese Umfragen oder Wahlen nahezu 50:50 aus. Die Gesellschaften in der westlichen Welt sind zunehmend polarisierter und gespalten. Zum differenzierten Nachdenken scheint kein Platz mehr zu sein. Eine bedrohliche Entwicklung in jeder Hinsicht. 

Finanzmärkte sind böse

An diesem Freitag wählt die CDU einen Nachfolger im Parteivorsitz für Angela Merkel. Bereits die Ankündigung der Kandidatur von Friedrich Merz hat ausgereicht, um einen argumentativen Sprung in die Schützengräben auszulösen. Ist man für ihn oder gegen ihn? Ist man für Kapitalismus oder dagegen? Sofort sah man sich in diverse Schubladen eingeordnet. Die Schlagzeilen zu Friedrich Merz überschlugen sich: Raubtierkapitalismus, neoliberale Heuschrecken, und "Blackrock-Kanzler" sind nur eine kleine Auswahl. Der Chef-Lobbyist von Blackrock muss ja für Aktien werben, heißt es oft. Leider: Eine differenzierte Diskussion zu seinen Vorschlägen und Thesen findet dabei kaum statt. Kaum jemand kennt überhaupt das Geschäftsmodell von Blackrock. Populismus statt guter Argumente. Schade. 

Deutsche haben ein gespaltenes Verhältnis zur Börse

Egal ob nun Friedrich Merz, Jens Spahn oder Annegret Kramp-Karrenbauer letztendlich neuer CDU-Chef wird, das Thema "Aktienabstinenz" bleibt eines der größten Probleme in unserem Land. Große Teile der deutschen Konzerne befinden sich bereits in ausländischer Hand. Kurios, dass dies kaum jemand interessiert, geschweige denn überhaupt als zukünftiges Problem begriffen wird. 

Bereits Kindern kann man recht einfach plausibel erklären, dass eine Beteiligung an Weltkonzernen wie Coca Cola, Mc Donalds, BASF oder Apple langfristig Sinn macht. Zu den langfristigen Kurssteigerungen gesellen sich laufende Erträge in Form von Dividenden. Sachwerte schlagen Geld. Langfristig IMMER! Selbst bei Monopoly gewinnt der Spieler, der letztendlich die Mieten für seine Straßen und Gebäude kassieren kann. Doch viele Jahre Nullzinspolitik der Notenbanken haben es noch immer nicht geschafft, hier ein konsequentes Umdenken in Gang zu setzen. Auch heute noch setzen viele Anleger die Börse mit einem Spielcasino gleich und ignorieren stur die überlegenen Renditen der Aktienmärkte in den vergangenen Jahrzehnten. 

Und gerade Blackrock, deren vorwiegendes Geschäftsmodell die Auflage von Indexfonds (ETFs) ist, die eine kostengünstige und einfache Diversifikation auch für Kleinsparer und -anleger ermöglichen, wird in der Öffentlichkeit als Heuschrecke diffamiert. Dieser Populismus schadet. Niemand mit Sachverstand wird derzeit ernsthaft bestreiten wollen, dass der Aktienanlage zukünftig eine immer wichtigere Funktion zur Vermeidung von Altersarmut zukommen wird. 

Fazit

Unsere heutige Lebensweise ist für viele Menschen zu komplex geworden. Man fühlt sich mit Entscheidungen in zahlreichen Lebenssituationen oft überfordert. Es entsteht ein gefährlicher Hang zur Vereinfachung. Populismus kann sich ausbreiten. Ein simples ja oder nein, ein dafür oder dagegen, wird zunehmend zu einer beliebten Übung. Hören Sie auf mit diesem Unfug. Die "Wahrheit" liegt fast immer in der Mitte. Die Frage "Aktien - ja oder nein?" stellt sich gar nicht. Fragen Sie sich lieber wie hoch der Aktienanteil in ihrer Anlagestrategie sein sollte. 50:50 wäre schon ein guter Anfang! 

von Thomas Grüner
6. Dezember 2018 © Grüner Fisher

Über den Autor

Thomas Grüner ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

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