Adidas: Zwischen Fronten



08:31 11.02.19

Der Handelsstreit zwischen den USA und China kehrte in der letzten Woche ins Bewusstsein der Anleger zurück. Vor allem den exportorientierten Unternehmen schadet das. Mit einem Open End Turbo Short auf eine fallende Adidas-Aktie könnte sich eine Trading-Chance von 68 Prozent ergeben.

Die im DAX gelisteten Industrie-Unternehmen erwirtschafteten im Jahr 2017 zusammen einen Umsatz in Höhe von 1,21 Billionen Euro. Das entsprach einem Plus von sechs Prozent zum Vorjahr. Diesen Zuwachs erzielten die Konzerne vor allem durch ihre internationalen Aktivitäten: Während die Umsätze im Ausland im Berichtsjahr um sieben Prozent zulegten, stiegen die Erlöse im Inland nur um zwei Prozent. Diese Zahlen ermittelte die Beratungsgesellschaft PwC. Adidas erzielte in jenem Jahr mehr als 90 Prozent seines Umsatzes im Ausland.

In der letzten Woche kehrte der Handelsstreit zwischen den USA und China wieder ins Bewusstsein der Anleger zurück. Nachdem sie in den ersten Wochen dieses Jahres auf eine Entspannung spekuliert hatten, wurden sie mit den jüngsten Aussagen von US-Präsident Donald Trump eines Besseren belehrt. Es gebe keinen Plan, sich mit einem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping zu treffen, teilte der mit. Bislang waren sie davon ausgegangen, dass Trump wegen innenpolitischer Probleme gerne einen Deal präsentieren würde.

Doch dieses Bedürfnis teilt Trump offenbar nicht. Anleger reagierten genervt und zogen sich in den vergangenen Tagen vom Aktienmarkt zurück, zumal das Stillhalteabkommen am 1. März ausläuft. Dies hatten beide Länder vereinbart, um der Zoll-Schlacht vorübergehend Einhalt zu gebieten und somit Gespräche zu ermöglichen. Diese brachten bislang aber noch kein relevantes Ergebnis hervor. Sportartikelhersteller wie Adidas machen sich deswegen Sorgen. Denn sie stehen im Zwist der USA mit China quasi zwischen den Fronten.

Nach Westen schaut Adidas mit Sorge, da sich die USA unter Trump zunehmend abschotten und Handelshindernisse aufbauen. Jedoch ist Nordamerika der größte Markt für die Sportartikelbranche und besitzt für Adidas aufgrund der führenden Stellung von US-Konkurrent Nike strategische Priorität, was mit höheren Investitionen einhergeht. Nach Osten schaut Adidas mit Sorge, da mit China nicht nur eines der Produktionsländer involviert ist, sondern auch als ein interessanter Absatzmarkt hiervon betroffen ist.

Zwar erscheint die Wahrscheinlichkeit recht gering, dass Sportartikel vom Zorn Trumps getroffen werden, schließlich fertigen auch fast alle die US-Hersteller ihre Produkte in Asien. Da es keine einheimische Alternative zur Produktion in Fernost gibt, wäre eine solche Maßnahme schädigend für diejenigen, welche die Produktion konsumieren wollen. Wahrscheinlicher ist, dass sich durch eine vom Handelsstreit ausgelöste wirtschaftliche Abschwächung auch die Nachfrage nach trendigen und hippen Sportartikeln verschlechtern könnte.

Im Chart lassen sich die Hochs seit Ende August zu einer fallenden Geraden um aktuell 206 Euro verbinden. An dieser scheiterte die Adidas-Aktie unlängst Ende Januar mit einem Hoch bei 207,70 Euro und ist seitdem auf dem Rückzug. Auch der Wiedereintritt in den Anfang Dezember verlassenen Aufwärtstrend scheiterte dadurch. Am Freitag schloss die Aktie zudem knapp unter der aktuell bei 198,47 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie. Ein Rückgang der Aktie auf kurze Sicht könnte bis zum Tief von Ende Dezember um 178 Euro laufen.

Adidas (Tageschart in Euro) Tendenz:
Wichtige Chartmarken
Widerstände: 203,60 // 206,00 // 207,70
Unterstützungen: 194,80 // 180,50 // 178,15

Mit einem Open End Turbo Short (WKN HX0XED) könnten risikofreudige Anleger, die eine fallende Adidas-Aktie erwarten, überproportional profitieren. Der Abstand zur Stopp-Loss-Barriere beträgt dabei 15,0 Prozent. Der Einstieg in diese spekulative Position bietet sich dabei stets unter der Beachtung eines risikobegrenzenden Stoppkurses an. Der könnte im Basiswert bei 205 Euro platziert werden. Im Open End Turbo Short ergibt sich ein Stoppkurs bei 2,31 Euro. Unter 195 Euro könnte er auf Einstandsniveau nachgezogen werden. Ein Trading-Ziel nach unten könnte sich auf kurze Sicht um 178 Euro ergeben. Für die spekulative Idee beträgt das Chance-Risiko-Verhältnis 3 zu 1.

Strategie für fallende Kurse
WKN: HX0XED
Typ: Open End Turbo Short
akt. Kurs: 2,97 - 2,98 Euro
Emittent: UniCredit
Basispreis: 228,4435 Euro
Basiswert: Adidas
KO-Schwelle: 228,4435 Euro
akt. Kurs Basiswert: 198,70 Euro
Laufzeit: Open end
Kursziel: 5,00 Euro
Hebel: 6,7
Kurschance: + 68 Prozent
Quelle: UniCredit


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Über den Autor
 
Autor: S. Feuerstein S. Feuerstein,
Hebelzertifikate-Trader

Stephan Feuerstein ist Chefredakteur des Hebelzertifikate-Traders (www.hebelzertifikate-trader.de) und Herausgeber des Strategie-Traders (www.strategie-trader.de). In beiden Briefen steht das Trading mit Derivaten im Vordergrund, wobei alle Trades jeweils am Vortag angekündigt werden und beim Hebelzertifikate-Trader in einem Echtgeld-Musterdepot real gehandelt werden.

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