Deutsche Telekom: Droht die nächste Niederlage?



12:39 18.04.19

Die Deutsche Telekom scheint mit ihren Projekten derzeit wenig Glück zu
haben. Wir hatten an dieser Stelle schon berichtet, dass die derzeit
laufende Frequenzauktion für den neuen Mobilfunk-Standard 5G in
Deutschland teurer wird als gedacht. Nun kommt auch noch kräftiges
Störfeuer aus den USA.
Dort versucht die Telekom bekanntlich, ihre profitable Mobilfunktochter
T-Mobile US mit dem Konkurrenten Sprint zu fusionieren, um den beiden
Platzhirschen AT&T und Verizon näher zu kommen. Doch die Hoffnung, dass
der Zusammenschluss von den Kartellwächtern erlaubt wird, hat einen
kräftigen Dämpfer erhalten.

Aus dem US-Justizministerium sollen laut Medienberichten Hinweise
gekommen sein, dass die insgesamt 26 Milliarden Dollar schwere Übernahme
von Sprint durch T-Mobile US in der jetzt geplanten Struktur nicht
zustimmungsfähig wäre. Geplant ist, dass die Fusion über einen reinen
Aktientausch stattfindet. Da diese Hinweise augenscheinlich von eher
nachgeordneten Ministeriumsmitarbeitern gekommen sein sollen, wollen die
beteiligten Firmen dies natürlich nicht allzu hoch hängen. Schließlich
hat das letzte Wort der Leiter der Kartellabteilung.

Hinzu kommt, dass auch noch das Ergebnis der Prüfung durch die
US-Telekombehörde FCC aussteht.  Also auf den ersten Blick erst einmal
kein Grund, schon einen Abgesang auf das Fusionsprojekt anzustimmen.
Allerdings: Die bisherige Geschichte der Fusionspläne lässt eigentlich
nicht viel Raum für Hoffnung. So blitzten T-Mobile US und Sprint schon


2014 und 2017 bei den Kartellwächtern ab. Aber auch aus der Politik
kommt immer wieder starker Gegenwind, was zwar gern mit den Interessen
der Verbraucher an einem regen Wettbewerb begründet wird, letztlich aber
wohl eher auf den politischen Schutz der beiden US-Konzerne AT&T und
Verizon hinausläuft.

Für die Deutsche Telekom wäre ein Scheitern der Fusion zwar kurzfristig
ein deutlicher Rückschlag. Doch im Markt herrscht mehrheitlich die
Überzeugung, dass gerade T-Mobile US als die im Gesamtkonzern inzwischen
wichtigste operative Tochter auch alleine in den USA weiterhin über
starke Wachstumsperspektiven verfügt. Hinzu kommt: Ein Abblasen der
Fusion könnte dazu führen, dass T-Mobile US ein derzeit auf Eis
liegendes milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm wieder aufnimmt. Das
Volumen wird zwischen 7 bis 9 Milliarden Dollar taxiert.

Das könnte kurzfristige Kursverluste bei T-Mobile US schnell wieder
wettmachen. Das sollte dann auch auf die Aktien der Deutschen Telekom
abfärben. Diese hat durch die derzeitigen Spekulationen naturgemäß
größeren Abwärtsdruck auszuhalten. Wir hatten auch schon in der letzten
Besprechung darauf hingewiesen, dass durch die eher negativ zu
beurteilende Entwicklung bei der Frequenzauktion durchaus noch einmal
Kurse im Bereich von 14 Euro möglich sein könnten. Vorerst würden wir
dennoch dazu raten, bestehende Positionen aufrechtzuerhalten.


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Über den Autor
 
Autor: Holger Steffen Holger Steffen
Holger Steffen ist Geschäftsführer der sc-consult GmbH. Das Unternehmen betreibt unter anderem das News-Portal www.aktien-global.de, das täglich Analysen zu wichtigen Märkten, Blue-Chips, deutschen Nebenwerten und Emerging Markets veröffentlicht. Die Finanznachrichten von AKTIEN-GLOBAL sind in zahlreiche führende Börsenportale integriert.

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