Marktstimmung: "Alles wieder aufgeholt"



08:32 25.04.19


Hiesige Anleger bleiben widerwillig, was positiv für den Markt sein sollte, denn sowohl Anleger auf der Short-Seite als auch an der Seitenlinie stehen als Nachfrager bereit. Zusammenfassung 

Sowohl in Europa als auch den USA haben sich die Aktienpreise in den vergangenen Wochen sehr zügig mindestens auf Jahreshochs erholt. Seitens Konjunktur- und Zinspolitik kommen überraschend positive Signale. Die von uns befragten mittelfristig orientierten Anleger reagieren eher widerwillig. Von den Profis haben nur 3 Prozent deutsche Bluechips gekauft. Joachim Goldberg vermutet aber, weil sie mussten. Es habe im Betrachtungszeitrum keine günstigen Einstiegsgelegenheiten gegeben. Das hebt den Sentimentindex dieser Anlegergruppe auf +6 Punkte. Noch skeptischer ist die Resonanz der Privatanleger, von denen sogar 4 Prozent Aktien verkauft haben. Gewinnmitnahmen, nimmt der Verhaltensökonom an. 

Unterm Strich bewertet Goldberg die Stimmung neutral bis negativ, die Situation für den DAX sei nach wie vor günstig. Investoren, die immer noch auf einen günstigeren Einstieg warten, würden vermutlich bei 12.000 DAX-Punkten aktiv. Und bei weiter steigenden Kursen müssten zudem etliche Short-Positionen mit Käufen geschlossen werden. 24. April 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Der gestrige Handelstag darf als denkwürdig gelten. Denn nach einem zwischenzeitlichen Kurseinbruch von rund 20 Prozent hat es der US-Aktienmarkt geschafft, gemessen am breit gestreut S&P 500, sein Allzeithoch von Anfang Oktober 2018 fast wieder zu erreichen. Aber auch der DAX konnte während des gleichen Zeitraums seinen Verlust von rund 16 Prozent ebenfalls wieder aufholen, und die Aktien der Eurozone (gemessen am Euro Stoxx 50) liegen sogar leicht im Plus. 

Zu schnell sei das alles gegangen, die Erholung wirke beinahe schon etwas überzogen, zeigten sich einige Kommentatoren skeptisch. Und es hat fast den Anschein, als ob die Investoren eher widerwillig als euphorisch auf diesen Anstieg der Aktienkurse reagiert hätten. Tatsächlich ist es noch nicht allzu lange her, dass darüber diskutiert wurde, ob die US-Wirtschaft in eine Rezession abgleiten könne. Und der Konjunkturausblick für die Eurozone blieb bis zuletzt enttäuschend. Doch allein ein Blick auf das vielbeachtete Modell der Fed von Atlanta zeigt, wie sich die Wachstumsprognosen aufgrund harter Daten seit Anfang März für das erste Quartal in den USA verändert haben. Von anfangs 0,3 wies dieses Modell zuletzt einen Prognosewert für das Bruttoinlandsprodukt von +2,8 Prozent (saisonbereinigt und annualisiert) für das erste Quartal dieses Jahres aus. Und auch die Ökonomen gehen im Mittel von einem Wachstumsplus von annualisiert 1,8 Prozent aus. 

All dies scheint die von uns allwöchentlich befragten institutionellen Investoren mit mittelfristigem Handelshorizont zumindest vordergründig nicht allzu sehr zu scheren. Denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index ist gegenüber der Vorwoche gerade einmal um 5 Punkte auf einen Stand von +6 Punkte gestiegen. Diese Zurückhaltung ist insofern nachvollziehbar, als es seit dem Erhebungszeitpunkt in der vergangenen Woche mit einem DAX-Stand von 12.100 Punkten keine günstigeren Einstiegsmöglichkeiten in den Markt gab. Mit anderen Worten: Die Wenigen, die gekauft haben, haben dies vermutlich nur getan, weil sie es tun mussten. 

Widerwille statt Euphorie

Eine Entwicklung in die andere Richtung gab es indes bei den Privatanlegern, deren Ausgangssituation sich zuletzt allerdings etwas günstiger als bei den institutionellen Pendants gestaltete. Denn es gab zumindest bei einem Teil der Optimisten aus der Vorwoche Gewinnmitnahmen. Dies vermittelt zumindest der Börse Frankfurt Sentiment-Index in diesem Panel, der um 4 Punkte auf einen Stand von nunmehr ebenfalls +6 Punkte gefallen ist. 

Verglichen mit dem erneuten Anstieg des DAX von 1,2 Prozent gegenüber dem vergangenen Mittwoch und in Anbetracht von acht Handelstagen in Folge, an denen der DAX die Sitzung mit einem Plus beschloss (allein an den vier vergangenen Handelstagen wurde ein neues Jahreshoch markiert!), erscheint der derzeitige Optimismus der von uns befragten Investoren zu gering auszufallen. Allein bei den institutionellen Investoren liegt der Börse Frankfurt Sentiment-Index mit +6 Punkten nicht nur deutlich unter dem Stand vom Jahresbeginn (+17 Punkten), als der DAX noch unter 11.000 Punkten notierte, sondern bewegt sich auch in der relativen Sechs-Monatsbetrachtung unter dem Mittelwert. Damit bleibt die Situation für den DAX nach wie vor günstig, wobei diejenigen Investoren, die immer noch auf fallende Kurse für einen günstigeren Einstieg warten, mittlerweile wahrscheinlich froh wären, noch einmal 12.000 DAX-Zähler zu sehen. Aber nicht nur von dieser Seite ist Nachfrage zu erwarten. Denn bei weiter steigenden Kursen müssten zudem noch ausstehende Aktienkäufe im Rahmen einer Short-Squeeze abgewickelt werden. 

24. April 2019, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de 

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Sie erhalten die Ergebnisse der Analyse per E-Mail zugesandt.



Video-Kommentar von Joachim Goldberg

 

Sentiment-Index institutioneller Anleger

 


Bullish Bearish Neutral
Total 43% 37% 20%
ggü. letzter Erhebung +3% -2% -1%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.240 (+140 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +6 Punkte (Stand Vorwoche: +1 Punkt)



Sentiment-Index privater Anleger

 


Bullish Bearish Neutral
Total 42% 36% 22%
ggü. letzter Erhebung -4% +-0% +4%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.240 (+140 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +6 Punkte (Stand Vorwoche: +10 Punkte)


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie. 



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