Dialog Semiconductor: Das Prinzip Hoffnung



08:37 10.05.19

Der Hersteller Dialog Semiconductor ist in das neue Geschäftsjahr, wie
bereits bekannt, eher verhalten gestartet. Dafür gab es am Donnerstag
bei der Bekanntgabe der endgültigen Zahlen einen recht optimistischen
Ausblick sowohl auf das zweite Quartal als auch den Verlauf des weiteren
Jahres.
Der Zahlenkranz, den Dialog Semiconductor gestern präsentierte, war nach
der Vorlage der vorläufigen Daten Ende April bereits weitestgehend
bekannt und eingepreist worden. Deshalb an dieser Stelle nur in
gebotener Kürze: Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11 %
auf 295 Millionen Dollar. Damit schnitt das Unternehmen hauchdünn besser
ab als erwartet.

Beim operativen Gewinn auf der EBIT-Ebene konnte mit einem Ergebnis von
25 Millionen Dollar trotz des Rückgangs um 23 % zum Vorjahr die
Marktprognose (22 Millionen Dollar) deutlich geschlagen werden. Umso
interessanter war es für die Anleger, was der Halbleiterproduzent für
das angelaufene zweite Quartal erwartet. Hier gab sich das Unternehmen
recht zuversichtlich. So soll der Umsatz zwischen 293 bis 333 Millionen
Dollar betragen. Das gerechnet ohne einmalige Lizenzzahlungen von Apple,
die aus dem Verkauf des Geschäfts mit Stromsteuerung-Chips stammen.

Für die Bruttomarge stellt Dialog eine weitere Steigerung in Aussicht.
Im ersten Quartal war diese um drei Prozentpunkte auf 49,3 %
angestiegen. Auch für das Gesamtjahr zeigt sich Dialog optimistisch.
Zwar blieb man konkrete Zahlen schuldig. Doch sollen sowohl Umsatz als
auch Bruttomarge insgesamt positiv ausfallen. Beim bereinigten Umsatz
rechnet man zwar mit einem Rückgang im einstelligen
Prozentpunktebereich. Doch das ist aus der weitestgehenden Abtrennung


des Zuliefergeschäftes mit Stromsteuerchips an Apple erklärbar und wäre
angesichts der Rückgänge im ersten Quartal ein klarer Fortschritt.

Einziger Wermutstropfen: Aus dem durchaus positiv aufgenommenen
Zahlenwerk inklusive Ausblick konnte die Aktie von Dialog Semiconductor
am Donnerstag nicht viel machen. Denn auch dieser Wert wurde ein Opfer
insbesondere der nachmittäglichen Kursverluste als Reaktion auf die
neuen Spannungen inklusive Androhungen neuen Strafzölle in den
Handelsgesprächen zwischen Amerika und China. Damit dürfte auch eine
wichtige charttechnische Entscheidung vorerst auf die Bank geschoben
werden. Denn die Aktie hatte sich bekanntlich von ihrem Tief bei 12,65
Euro Mitte 2018 in einer rasanten Rallye bis auf rund 35 Euro verbessern
können.

In unserer letzten Besprechung hatten wir darauf verwiesen, dass im
Bereich zwischen 37 und 40 Euro die wohl wichtigste Widerstandszone
wartet, da Dialog damit den Absturz aus 2017 komplett verarbeitet hätte.
Dass ein Durchbruch gleich im ersten Anlauf erfolgreich ist, war zwar 
grundsätzlich kaum zu erwarten. In der aktuellen Börsensituation dürfte
es allerdings noch etwas schwieriger werden. Das bedeutet zwar nicht,
dass jetzt schon zum Rückzug geblasen werden muss.

Denn leichte Korrekturen können auf diesem Niveau durchaus ausgesessen
werden. Aber der Wert ist natürlich unter verschärfte Beobachtung zu
setzen und die bisher erzielten Performancegewinne sollten auf jeden
Fall abgesichert werden. In welcher Höhe, hängt natürlich von der
individuellen Risikoneigung ab.


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Über den Autor
 
Autor: Holger Steffen Holger Steffen
Holger Steffen ist Geschäftsführer der sc-consult GmbH. Das Unternehmen betreibt unter anderem das News-Portal www.aktien-global.de, das täglich Analysen zu wichtigen Märkten, Blue-Chips, deutschen Nebenwerten und Emerging Markets veröffentlicht. Die Finanznachrichten von AKTIEN-GLOBAL sind in zahlreiche führende Börsenportale integriert.

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