Sind Top-Smartphones in Deutschland zu teuer?



11:17 20.05.19

Es ist wohl niemandem entgangen, dass die Verkaufspreise der Smartphone-Neuerscheinungen der großen Hersteller Apple und Samsung weit über dem liegen, was Menschen noch vor 12 Jahren für ein Smartphone bereit waren zu zahlen. Kostete das iPhone im Jahr 2007, das Erstveröffentlichungsjahr des iPhone, noch 399 Euro, lag der Preis 2017 zur Markteinführung des iPhone X schon bei 1.149 Euro. Ein derartiger Preisunterschied kann nicht durch Inflation begründet werden. Bei der Konkurrenz sieht es ähnlich aus. Woher kommt diese extreme Preisentwicklung?

Im Folgenden wird erörtert, wie sich die Preisentwicklung der Smartphones in Europa und Deutschland im Vergleich zu den USA und den jeweiligen Wechselkursen verhält. Um der Frage nachzugehen, ob Smartphones hierzulande bzw. im Allgemeinen überteuert oder marktgerecht sind, wurde zudem die Börsenentwicklung der Hersteller vor und nach Veröffentlichung eines neuen Flaggschiff-Modells analysiert.

Smartphone-Verkäufe und Preispolitik

Zwischen den Jahren 2009 und 2015 stiegen die Smartphone-Verkäufe in Deutschland rapide an. Im Gegensatz zu den 5,1 Millionen Stück im Jahr 2009 wurden 2015 26,2 Millionen Verkäufe getätigt. Seither sind die Verkaufszahlen rückläufig, sodass 2018 22,7 Millionen Stück verkauft wurden.

Dieser Trend spiegelt sich in ganz Europa wider. Grund dafür ist vor allem der gesättigte Markt in Westeuropa. Die folgend näher beleuchteten Entwicklungen auf dem Markt sind vor allem für CFD Trader von Interesse, die auf den steigenden oder fallenden Kurs einer Aktie spekulieren und mit dem zeitgerechten Kauf und Verkauf von CFDs Gewinne erzielen können. Der Erwerb einer teuren Aktie ist daher nicht nötig. Vorraussetzung für das effektive CFD Trading ist jedoch der genaue Überblick über di entsprechende Marktentwicklungen.

So brachen die Absatzzahlen im ersten Quartal 2018 in Großbritannien im Vergleich zum Vorjahr um 30 % ein. Aber auch in Frankreich (-23 %) und Deutschland (-17 %) sanken die Absatzzahlen deutlich, wie ntv berichtete. Reduziert wurde dieser Abwärtstrend durch den osteuropäischen und russischen Markt, denn hier stieg die Nachfrage um rund 25 %. Insbesondere Samsung und Apple verloren an Marktanteil während die chinesischen Hersteller deutlich zulegen konnten. Verglichen zum Vorjahr war Huawei mit einem Zuwachs von 43,9 % Ende 2018 am erfolgreichsten, während Samsung ein Minus von 5,5 % und Apple ein Minus von 11,5 % einbußen mussten. Allerdings: Laut des International Data Corporation Bericht 2018 legte die obere Preisklasse (Smartphones ab 400 Dollar) deutlich zu und erzielte ein Wachstum von 18 %. Grund dafür sei laut Analysten die Preispolitik von Apple: die Smartphone-Preise wurden weiter angehoben. Auch die Flaggschiffe von Samsung kosteten zur Markteinführung über 800 Dollar.

Mit einem Marktanteil von rund 51 % beherrscht Apple nach wie vor den Markt der hochpreisigen Smartphones deutlich. Dass die Preispolitik Apples erfolgreich ist, zeigt sich zum Einen an den stabilen Verkaufszahlen von Apple im Vergleich zum globalen Absatzmarkt. So konnte Apple seine weltweiten Verkaufszahlen von 211,8 Mio. Stück 2016 auf 217,72 Mio. Stück im Jahr 2018 erhöhen. Zum Anderen liegt die Netto-Marge bei Apple-Geräten bereits seit 2014 auf einem stabilen Niveau von etwa 21-23 %. Im Vergleich dazu konnte Samsung in den Jahren 2016 und 2017 eine Marge von rund 10 % verbuchen, konnte allerdings durch eine zu Apple immer ähnlichere Preispolitik auf knapp 18% Marge aufstocken und sich somit auch bezüglich der Gewinne an Apple annähern. Dies spiegelt sich auch im deutlichen Anstieg des Börsenwertes von Samsung im Jahr 2017 wider.



Die ansteigenden Preise von Samsung - auf welche im Folgeabschnitt näher eingegangen werden - haben also keinerlei negative Auswirkungen auf den Börsenwert gezeigt. Tatsächlich konnte Samsung aufgrund der gestiegenen Margen durch die höheren Preise eine positive Entwicklung über die letzten Jahre verzeichnen - ein Zeichen dafür, dass die Preispolitik im Premiumbereich funktioniert.

Preisentwicklung der Flaggschiffe von Apple und Samsung

Mit dem iPhone X schickte Apple 2017 das bisher teuerste Flaggschiff ins Rennen (1.149 Euro). Dieser Preis folgt einer klaren Entwicklung, wie die Augsburger Allgemeine aufzeigt. Während das iPhone im Jahr 2007 noch 399 Euro kostete, stiegen die Preise der folgenden Flaggschiff-Modelle deutlich an: das iPhone 4 mit 629 Euro, das 5er iPhone mit 679 Euro, iPhone 6 und 6 Plus mit 699 bzw. 799 Euro. IPhone 7 und 7 Plus folgten diesem Trend mit 759 bzw. 899 Euro und iPhone 8 und 8 Plus waren mit 799 bzw. 909 Euro teurer als die Vorgänger. Die Preisdifferenz zwischen iPhone 8 und iPhone X war bisher die größte.



War letztere Preiserhöhung eine zu drastische Entscheidung von Apple ? Die Entwicklung der Smartphone-Preise des Konkurrenten Samsung sieht ähnlich aus. So lag das S9 anfänglich bei rund 849 Euro, was allerdings noch deutlich unter dem iPhone X angesiedelt ist. Das erste Galaxy aus dem Jahr 2009 kostete 440 Euro. Hier war der Abstand zu Apples iPhone 4, das im Folgejahr herauskam, noch deutlich, zumal man mit dem Galaxy Lite Ende 2009 gleichzeitig eine nur 200 Euro teure Variante auf den Markt brachte. Das Galaxy S2 kostete 2011 649 Euro und das S4 war 2013 für 699 Euro käuflich zu erwerben. Einen größeren Preissprung machte Samsung 2015 mit dem Verkauf des S6 für 799 bzw. 899€. In der gleichen Preisklasse bwegten sich auch S7 und S8, bevor der Preis mit dem S9 und 9+ mit 849€ bzw. 998€ wieder deutlich anstieg.

Der Trend ist eindeutig: Sowohl Samsung als auch Apple sind auf dem Markt der hochpreisigen Smartphones durchgehend präsent und werden sich hier auch zukünftig profilieren. Die Verkaufszahlen im Premium-Segment sowie die Rentabilität je Gerät bestätigen die Hersteller in ihrer Preispolitik, sodass mit einer weiteren Entwicklung in diese Richtung zu rechnen ist.

Preise der Flaggschiffe weltweit

Vergleicht man die Preise der teuren Modelle weltweit, stellt man signifikante Unterschiede fest. Die folgende Übersicht zeigt die Preisunterschiede im Vergleich zur Entwicklung der Wechselkurse zwischen Euro und US-Dollar.



Schaut man sich im Vergleich zu den Preisdifferenzen die Entwicklung des Euro zum britischen Pfund und dem US-Dollar an, lässt sich ein Teil der großen Preisunterschiede zwar erklären, letztendlich zeigt es aber, dass sich die Preise neben dem Wechselkurs hauptsächlich an der Kaufkraft und Marktlage im jeweiligen Land orientieren.



Apple und Samsung konnten durch die Wechselkurse mitunter zusätzliche Gewinne verzeichnen, denn das Wechselrisiko wird über alle Endgeräte sehr großzügig miteinkalkuliert. So war das iPhone in Euro nominal stets teurer als in US-Dollar, obwohl der EUR-USD-Kurs durchgehend deutlich über 1,0 lag.

Gründe für die Preisentwicklung und Aussichten

Aufgrund der klaren Datenlage ist vorherzusehen, dass sich die Preise der neuen Samsung- und Apple-Geräte auch weiterhin erhöhen werden. Allerdings zeigt die stärker werdende Konkurrenz aus China, dass der Kunde am gesättigten Markt auch nach Alternativen verlangt.

Nicht zuletzt haben auch die schwachen Zahlen des iPhone XS und XS Max Apple gezeigt, dass kein beliebig hoher Preis verlangt werden kann und Bemühungen stattfinden, dass iPhone X zum günstigeren Preis anzubieten. Es ist jedoch fraglich, ob der Hersteller auf Dauer mit den wettbewerbsfähigen Geräten von Huawei und anderen asiatischen Smartphone-Anbietern konkurrieren kann. Das könnte in Verbindung mit den extremen Preisunterschieden zwischen den Ländern bei den großen Flaggschiffen der Premiumhersteller auf Dauer zu einer Trendwende bei Apple und Samsung führen. Auch Nokia ist 2018 mit einem Marktanteil von 3,5% in Europa wieder auf dem Smartphone-Markt zurückgekehrt.

Es ist denkbar, dass das Ende des Preis-Aufwärtstrends bald erreicht sein wird. Die tatsächliche Reaktion der Premiumhersteller bleibt abzuwarten. => Diese Kolumne ins Forum einfügen und diskutieren <=


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