Marktstimmung: "Risiken ja, aber erst in der Zukunft"



07:19 23.05.19


Die Verschiebung der Autozölle in die gefühlte Ferne hat Optimismus in den Markt gepumpt, wobei nicht alle sogleich Gewinne mitgenommen haben. Zusammenfassung 

Kehrtwende der Anleger angesichts eines Plus des DAX von über 3 Prozent im Verlauf. Joachim Goldberg ist allerdings überrascht, dass mit 6 Prozent Verkäufern nur die Hälfte der neu eingestiegenen professionellen Anleger aus der Vorwoche Gewinne mitgenommen hat. Er hatte mit mehr Abgaben auf diesem Kursniveau gerechnet. Privatanleger wären schneller beim Kasse machen dabei gewesen. Wobei nur 3 Prozent Aktien verkauft haben. 

Der Sentiment-Index der Profis liegt jetzt mit +9 Prozent wieder niedriger, die Belastung ist durch den hohen Optimismus nach Ansicht des Verhaltensökonoms geringer geworden. Er vermutet ohnehin, dass andere Anlegergruppen für die Kursgewinne gesorgt haben angesichts der hohen Engagements vor einer Woche. In der Summe spreche viel für eine Konsolidierung. Mit weiteren Gewinnmitnahmen rechnet Goldberg ab 12.350/12.400 Punkten, mit Stützungskäufen unterhalb von 11.800/11.850 Punkten. 22. Mai 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Vordergründig reichte eine positive Nachricht am vergangenen Donnerstag dafür aus, dass sich die Optimisten, die sich gegen die damalige Marktbewegung gestellt hatten, belohnen konnten. Die Rede ist von der Verschiebung der US-Strafzölle auf Fahrzeugimporte um bis zu 180 Tage seitens der Trump-Administration. Eine Nachricht, die sich für manche Akteure geradezu wohltuend vom negativen Informationsstrom abhob, der während unserer vergangenen Stimmungserhebung vorgeherrscht hatte. 

Jetzt ist es nicht so, dass diese Verschiebung der US-Importzölle nicht von den meisten Lobbyisten der Auto-Industrie erwartet worden wäre. Auch ist das Problem damit längst nicht vom Tisch; es ist einfach nur in die Zukunft verschoben worden. Genauso wie die jüngsten Maßnahmen im Handelsstreit zwischen den USA und China erst in ein paar Wochen fühlbar zutage treten werden. Aber weil diese negativen Folgen in ihrem Ausmaß bislang völlig ungewiss sind und im Falle der Autozölle einfach nur von der Gegenwart in die Zukunft verschoben wurden, also noch weit weg sind, wurden sie von den Börsianern mental in ihrer Bedeutung stark abgewertet. Die Folge: ein Kurssprung der Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks.

Die heutige Stimmungsumfrage zeigt jedoch, dass der Kurssprung von 1,7 Prozent stichtagsbezogen - im Extrem war der DAX seit der vorherigen Erhebung sogar zeitweise um 3 Prozent gestiegen - offenbar nicht ausgereicht hat, damit sich unsere institutionellen Investoren mit mittelfristigem Handelshorizont tatsächlich vollumfänglich belohnen konnten. Denn der Börse Frankfurt Sentiment Index ist gegenüber der Vorwoche gerade einmal um 10 Punkte auf einen Stand von +9 Punkte gefallen. Damit hat ziemlich genau nur die Hälfte der Optimisten vom vergangenen Mittwoch ihre Gewinne tatsächlich auch mitgenommen. Die andere Hälfte wartet anscheinend immer noch auf höhere Indexstände des DAX - angesichts der Größe des Kurssprungs aus der vergangenen Woche stellt diese Hoffnung eine gewisse Überraschung dar. Wir hätten jedenfalls deutlichere Gewinnmitnahmen erwartet.

Stimmung fast schon relativ normal

Eine deutliche Tendenz zu Gewinnmitnahmen gab es indes für die vergleichsweise wenigen Bullen der Vorwoche unter den Privatanlegern. Denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieser Anlegergruppe ist wieder um 6 Punkte zurückgefallen, auf einen Stand von nunmehr -8 Punkte. Mit anderen Worten: Die im Vergleich zu den institutionellen Pendants geringe Gruppe von Mutigen hat geschlossen ihre Gewinne realisiert.

Jedenfalls haben sich mit der heutigen Befragung die belastenden Faktoren für den DAX aus der Vorwoche deutlich verringert. Auch die große Stimmungskluft zwischen institutionellen und privaten Investoren ist etwas kleiner geworden. Allerdings ist der Kurssprung vom vergangenen Donnerstag per Saldo vermutlich nicht einmal auf heimische Akteure zurückzuführen. Denn unsere Investoren waren bereits im Vorfeld deutlich als Käufer positioniert. Deswegen ist es gut möglich, dass ausländisches Kapital bei besagtem Sprung mitgeholfen hat. 

Absolut betrachtet ist der Optimismus der institutionellen Akteure mit der heutigen Befragung auf ein vergleichsweise weniger gefährliches Niveau gesunken. Zumal der Sentiment-Index dieser Gruppe in der Sechs-Monatsbetrachtung ziemlich genau auf seinem Mittelwert liegt und deswegen die Börsenstimmung in der relativen Sichtweise als neutral eingestuft werden kann. Deswegen spricht viel für eine Konsolidierung des Börsenbarometers, wobei das Verkaufsinteresse der verbliebenen Optimisten an der Oberseite in der Nähe von 12.350/12.400 liegt, und die wahrscheinliche Nachfrage im Falle eines größeren Rücksetzers unterhalb der Tiefs der jüngsten Korrektur (ca. 11.800/11.850) auftreten dürfte.

22. Mai 2019, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de 

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Sie erhalten die Ergebnisse der Analyse per E-Mail zugesandt.



Video-Kommentar von Joachim Goldberg

 

Sentiment-Index institutioneller Anleger

 


Bullish Bearish Neutral
Total 40% 31% 29%
ggü. letzter Erhebung -6% +4% +2%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.150 (+200 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +9 Punkte (Stand Vorwoche: +19 Punkte)



Sentiment-Index privater Anleger

 


Bullish Bearish Neutral
Total 35% 43% 22%
ggü. letzter Erhebung -3% +3% +0%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.150 (+200 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -8 Punkte (Stand Vorwoche: -2 Punkte)


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie. 



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