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Meldung
Frankfurt (www.fondscheck.de) - In der vergangenen Woche sah es noch gut aus: Kursgewinne an den Börsen lockten viele Anleger in Aktien-ETFs, so die Deutsche Börse AG.


"Mit 62 Prozent überwogen bei uns klar die Zuflüsse", berichte Frank Mohr von der Commerzbank. Beflügelt worden seien die Kurse unter anderem durch Aussagen der US-Notenbank-Chefin Janet Yellen, die noch für einen "beträchtlichen Zeitraum" niedrige Zinsen in Aussicht gestellt habe. Für Erleichterung habe außerdem das "No" der Schotten in der Abstimmung über die Unabhängigkeit gesorgt. "Gerade britische Aktien und Anleihen wurden Ende der Woche gekauft", erkläre Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank.

In dieser Woche sei die Stimmung aber schlechter: "Die Einkaufsmanagerindices für die Eurozone im September sind schwach ausgefallen, außerdem drücken Sorgen um das Wachstum in China auf die Kurse", bemerke Kleefeld. Ihm zufolge könnte der Kursrückgang bei den US-amerikanischen Midcaps von gestern ein Vorbote für einen generellen Rücksetzer sein. Der DAX notiere am Dienstagmittag bei 9.617 Punkten und damit deutlich unter dem Stand von gestern, die Gewinne der Vorwoche seien wieder dahin.

Die Umsätze im ETF-Handel würden unterdessen hoch bleiben. "Diese Niveaus scheinen Normalität zu werden", bemerke Mohr. "Indexfonds bleiben auf dem Vormarsch."

Vor allem sehr breit streuende Aktienfonds hätten Anhänger gefunden. Kleefeld zufolge hätten Anleger zum Beispiel MSCI World-Indexfonds gekauft. Marco Salaorno von der Société Générale melde ebenfalls Zuflüsse im Tracker des MSCI World, aber auch des Industrie- und Schwellenländer abdeckenden All Country-Index ACWI, etwa mit dem Lyxor MSCI ACWI (ISIN / WKN A0M078).

Was deutsche, europäische und US-amerikanische Aktien angehe, sei das Bild gemischt gewesen: Salaorno berichte von großen Zuflüssen in S&P 500-ETFs (ISIN DE0002643889 / WKN 264388 ), laut Mohr seien hier aber beide Seiten gespielt worden. "Zuvor waren US-Werte ja besser gelaufen als europäische Dividendentitel."

Mohr spreche von sehr großem Interesse an EURO STOXX-ETFs. "DAX und EURO STOXX stehen bei uns auf den Verkaufslisten", erkläre hingegen Kleefeld.

"Wir sehen Handel in beide Richtungen", fasse Ralf Bendig von ICF Kursmakler zusammen. Fest stehe aber: Anleger hätten sich, wie immer bei stärkeren Marktveränderungen, auf große Indices wie DAX (ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01 ) und EURO STOXX (ISIN DE000ETFL029 / WKN ETFL02 ) konzentriert. Auch Dividendenstrategie-Produkte wie der Deka DAXplus Maximum Dividend (ISIN DE000ETFL235 / WKN ETFL23 ) seien gut gelaufen.

Der Index zeichne die Entwicklung von DAX-Unternehmen nach, für die die höchsten Dividendenrenditen erwartet würden. Hierbei werde auf effektive Dividendenankündigungen und -schätzungen zurückgegriffen. In den vergangenen sechs und zwölf Monaten sei die Strategie allerdings nicht aufgegangen: Der Deka DAXplus Maximum Dividend habe knapp 6 beziehungsweise knapp 1 Prozent verloren, der an den klassischen DAX gekoppelte Deka DAX hingegen 3,2 beziehungsweise 11,5 Prozent gewonnen.

Mit den selteneren Meldungen aus der Ukraine habe sich auch der Handel mit osteuropäischen Aktien beruhigt. Die ukrainische Regierung und pro-russische Separatisten hätten sich vor einigen Tagen auf die Einrichtung einer demilitarisierten Zone in der Ostukraine geeinigt. "Der Schwerpunkt liegt klar auf Industrieländern", meine Salaorno. Er melde zwar noch Verkäufe im Lyxor Eastern Europe (ISIN FR0010204073 / WKN A0F6BV ), "hier ist aber nicht mehr so viel los wie in den Vorwochen." Auch von chinesischen Aktien hätten sich Anleger tendenziell getrennt, gesucht seien hingegen vietnamesische Dividendentitel, etwa in Form des db x-trackers FTSE Vietnam (ISIN LU0322252924 / WKN DBX1AG ).

Im Handel mit Branchen-ETFs habe es wieder einmal einen klaren Favoriten gegeben: Bankaktien. "Da hatten wir vergangene Woche fast nur Käufe", berichte Mohr. Auf den Umsatzlisten der Börse Frankfurt habe der iShares Euro Stoxx Banks 30-15 (ISIN DE0006289309 / WKN 628930 ) sogar auf dem für Branchentracker ungewöhnlich hohen zweiten Platz gestanden. Auch Kleefeld habe hohe Zuflüsse in Banken-Indexfonds festgestellt. Die ETFs hätten im Juni und Juli klar an Wert verloren, seit anderthalb Monaten gehe es aber wieder aufwärts.

Aus den Portfolios würden Salaorno zufolge diese Woche hingegen Grundstoff-ETFs fliegen, zum Beispiel der iShares Stoxx Europe 600 Basic Resources (ISIN DE000A0F5UK5 / WKN A0F5UK ). "Das liegt an den fallenden Rohstoffnotierungen und das wiederum an den schwächeren Wachstumsdaten aus China." Der iShares-ETF habe bereits im August deutlich Federn lassen müssen, zuletzt habe sich der Trend noch verstärkt. Auf Monatssicht würden Anleger mittlerweile auf ein Minus von 4,6 Prozent kommen.

Zuspruch würden dagegen Indexfonds finden, die die Gesundheitsbranche abbilden würden, Salaorno habe etwa Zuflüsse im Lyxor MSCI World Health (ISIN LU0533033238 / WKN LYX0GM ) und im Lyxor Stoxx Europe 600 Healthcare (ISIN FR0010344879 / WKN LYX0AS ) festgestellt. Mohr berichte außerdem von Abflüssen aus Immobilien-ETFs.

Da die Zinsen in den USA steigen würden, hätten in den vergangenen Wochen viele Investoren ihr Geld lieber in den USA angelegt. Jetzt gebe es aber erste Gewinnmitnahmen, wie Mohr registriere. Gekauft worden seien hingegen europäische Staatsanleihen unterschiedlicher Laufzeiten, etwa mit dem iShares Euro Government Bond Capped 1,5-10,5 (ISIN nicht bekannt/ WKN A0M078 ). Insgesamt gestalte sich das Geschäft mit Anleihen-ETFs, nach einer hohen Nachfrage in der Vorwoche, aber wieder eher ruhig. (23.09.2014/fc/a/e)


 

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