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Meldung
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Nach dem Sturm an den Aktienbörsen kehrt jetzt wieder etwas Entspannung ein und so rückt auch der ETF-Handel von seinen Rekordniveaus wieder ab, so die Deutsche Börse AG.


"Die sinkende Volatilität bringt etwas mehr Ruhe mit sich", melde Sascha Cronemeyer. Dennoch läge die Anzahl der Trades mit 24.000 bei der Commerzbank weiterhin deutlich über dem Durchschnitt. "Auch die Umsätze können sich sehen lassen." Mit 51 Prozent Käufen und 49 Prozent Verkäufen gehe es insgesamt ausgeglichen zu. Damit unterscheide sich der Handel nicht wesentlich von den Vorwochen. "Einen Ausverkauf hat es aus unserer Sicht zu keiner Zeit gegeben." Stattdessen hätten Investoren während der hohen Ausschläge bei den Aktien ihre Allokation meist angepasst.

"Das Volumen kann sich nach wie vor sehen lassen, auch wenn es seit Montag etwas nachgelassen hat", bestätige Sidi Kleefeld. Die stärkere Nachfrage nach Aktieninvestments seien für den Händler der Deutschen Bank Indiz für den Trend Richtung risikoreicherer Anlagen, der sich auch im Rentenbereich widerspiegele.

"Angesichts der Erholung an den Aktienmärkten setzen Anleger ganz klar auf Europa", registriere Jörg Sengfelder von Flow Traders, der von einer ausgesprochen guten Woche im ETF-Handel spreche. Mehrheitlich gekauft würden marktbreite europäische Indices wie der STOXX Europe 600 (ISIN DE0002635307 / WKN 263530) und MSCI Europe (ISIN LU0274209237 / WKN DBX1ME ). Tracker (ISIN DE0005933956 / WKN 593395) des EURO STOXX 50 und Tracker (ISIN DE0005933931 / WKN 593393) des DAX seien verstärkt in den Anlegerdepots gelandet.

Aber auch Übersee-Werte seien weiter interessant. Investoren fänden auch an US-Aktien etwa im S&P 500 (ISIN IE0031442068 / WKN 622391 ) Gefallen. Ins Bild hätten die Abgaben von Produkten gepasst, die von fallenden Kursen profitieren würden. Anleger hätten sich laut Sengfelder während der Erholungsphase verstärkt vom S&P 500 Inverse Daily (ISIN LU0322251520 / WKN DBX1AC ) und EURO STOXX 50 Inverse Daily (ISIN LU0292106753 / WKN DBX1SS ) getrennt. "Aktieninvestments dominieren bei uns mit einem Anteil von 86 Prozent das Geschehen", fasse Cronemeyer zusammen und unterstreiche die Tendenz Richtung europäischer und US-amerikanischer Blue Chips.

Demgegenüber stünden auffällig starke Abgaben von Indexfonds (ISIN LU0446734872 / WKN A0X97V), die an den MSCI Canada gekoppelt seien. "Bei uns sind das die Umsatzspitzenreiter bei den Verkäufen."

"Raus aus Asien, aber auch global gestreuten Indices", beschreibe Sengfelder das klare Anlegerverhalten der vergangenen Handelstage. Tracker (ISIN DE000A1H53Q8 / WKN A1H53Q) des MSCI World stünden ebenso auf den Verkaufslisten wie asiatische Schwellenländer im MSCI EM Asia-ETFs (ISIN LU0292107991 / WKN DBX1MA) und MSCI Pacific ex Japan (ISIN LU0322252338 / WKN DBX1AF ). Anleger hätten sich zudem per Saldo von Portfolios einzelner Länderindices wie Indien (ISIN FR0010361683 / WKN LYX0BA ) und China (ISIN LU0514695690 / WKN DBX0G2 ) getrennt.

Die Wiederwahl von Brasiliens Präsidentin Rousseff habe Anleger verschreckt. Während brasilianische Aktienpakete etwa im MSCI Brazil (ISIN FR0010408799 / WKN LYX0BE) laut Sengfelder im Vorfeld des Urnengangs gefragt gewesen seien, sei nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse analog zum Einbruch des Bovespa eine Verkaufswelle gefolgt. Bis zum Schluss hätten die Märkte auf den Sieg des bürgerlichen Gegenkandidaten gehofft.

Im Handel mit Renten-ETFs würden Sengfelder und Kleefeld eine deutliche Vorliebe für höhere Erträge erkennen. Unternehmensanleihen (ISIN DE000A1C8QT0 / WKN A1C8QT) hätten insbesondere aber nicht nur im High Yield-Bereich überzeugt. Gesucht würden im Übrigen Indexfonds (ISIN DE000A0RM454 / WKN A0RM45 ), die der Entwicklung des Barclays Capital Euro Corporate Bond Index entsprechen würden.

"In Erholungsphasen an den Börsen werden Staatsanleihen mit weniger Rendite abgestoßen", begründe Sengfelder die Flucht etwa aus europäischen Bonds (ISIN LU0290357176 / WKN DBX0AF) unterschiedlicher Laufzeiten und sieben bis zehnjährigen amerikanische Staatsanleihen (ISIN DE000A0LGQB6 / WKN A0LGQB ).

Deutsche Staatsanleihen mit Fälligkeit zwischen sieben und zehn Jahren (ISIN DE000ETFL151 / WKN ETFL15 ) und ein bis drei Jahren (ISIN DE000ETFL128 / WKN ETFL12 ) seien laut Cronemeyer bei den Commerzbank-Kunden allerdings gefragt. Eine Tendenz könne aber daraus nicht abgeleitet werden. Denn gleichzeitig würden fünf- bis zehnjährige Bundesanleihen im Deutsche Börse Eurogov Germany (ISIN DE000ETFL201 / WKN ETFL20 ) abgegeben.

Bei den Branchen-ETFs hätten die Finanzwerte das Geschehen dominiert. Der Handel mit Banken-ETFs (ISIN DE0006289309 / WKN 628930) sei nach Angaben von Cronemeyer zu 92 Prozent nur in eine Richtung geflossen. "Investoren nutzten die niedrigen Stände zum Einstieg." Zudem hätten sich die Ergebnisse des Bankenstresstests positiv ausgewirkt.

Automobilsektor-ETFs seien bei der Commerzbank innerhalb der Branchenwerte am zweit häufigsten gehandelt worden. Tracker (ISIN FR0010344630 / WKN LYX0AN) des STOXX Europe 600 Automobiles & Parts kämen mit einem Anteil von 57 Prozent tendenziell aus den Depots raus. Hingegen fänden Anleger an Aktienfonds (ISIN DE000A0Q4R36 / WKN A0Q4R3 ) der Gesundheitsbranche überwiegend Gefallen. (Ausgabe vom 28.10.2014) (29.10.2014/fc/a/e)


 

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