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Meldung
London (www.fondscheck.de) - Der Magna New Frontiers Fund (ISIN IE00B68FF474 / WKN A1H7JG) musste im Mai einen Verlust hinnehmen, so die Experten von Fiera Capital.


In Mitleidenschaft gezogen worden sei der Fund von ungünstigen Entwicklungen in Argentinien und Vietnam. Detailliertere Ergebnisse habe das Fondsmanagement-Team des Magna New Frontiers Fund (Fiera Capital) zusammengefasst.

Im Mai habe der Fonds einen Verlust von 5,3% (vor Gebühren) gegenüber einem Rückgang von 6,0% beim MSCI Frontier Markets Index aufgewiesen. Dieses Jahr sei der Fonds bisher um 1,5% gefallen, der Index dagegen um 4,9%. Der Fonds sei im Mai ganz beträchtlich durch die Performance zwei seiner größten Märkte, Argentinien und Vietnam, in Mitleidenschaft gezogen worden. Obgleich Emerging und Frontier Markets aufgrund der Stärke des Dollars allgemein geschwächelt hätten, seien die Experten nicht der Meinung, dass es zwischen der Performance dieser zwei Märkte irgendeinen Zusammenhang gegeben habe, sondern dass es sich hier lediglich um zufälliges gleichzeitiges Timing gehandelt habe.

In Argentinien habe Präsident Macri im November 2015 ein Land übernommen, das kurz vor einer Finanzkatastrophe gestanden habe. Zehn Jahre volkswirtschaftliches Missmanagement unter einer populistischen Regierung hätten ein Erbe einer extrem hohen Inflation, einer schrumpfenden Volkswirtschaft und säumigen Schuldnern hinterlassen. Der von Macri in seinem Wahlprogramm vorgestellte Reformprozess sei gut konzipiert gewesen und auf alle wichtigen ökonomischen Herausforderungen eingegangen, was langfristig ungemein wichtig sei.

Die Einigung mit ausländischen Gläubigern, Subventionskürzungen, Exportbewilligungen für landwirtschaftliche Produkte, die Abwertung der Währung und eine strikte Ausgabenkontrolle, all das seien wichtige Erfolge der ersten sechs Monate der neuen Regierung unter Macri gewesen. Die hohen Inflationswerte, Subventionskürzungen und Einschnitte bei Gehältern und Pensionen im öffentlichen Dienst hätten dann allerdings bei manchen Bevölkerungsgruppen zu schmäleren Einkommen geführt.

Die jüngste Währungsschwäche sei das Resultat eines Zusammentreffens verschiedener Faktoren gewesen, die, wenn sie einzeln aufgetreten wären, leicht als ganz normale Nebeneffekte der Reformen hätten bewältigt werden können; da sie aber gemeinsam aufgetreten seien, hätten sie zu einer Vertrauenskrise geführt. Zum Ersten seien die Inflationswerte im ersten Quartal 2018 hartnäckig hoch geblieben. Einer der Hauptgründe dafür sei das rasche Tempo des Subventionsabbaus. Das müsste als positiver Aspekt gewertet werden, da darin der Reformwille der Regierung deutlich werde. Dazu komme, dass Argentinien die schlimmste Dürreperiode seit 50 Jahren durchmache, was zu höheren Lebensmittelpreisen führe.

Zum Zweiten habe die Verhängung einer 5%igen Kapitalertragssteuer auf von der Zentralbank herausgegebenes Geld dazu geführt, dass ausländische Investoren nicht besteuerte Gewinne gesichert hätten, indem sie die Noten zeitweilig verkauft und Dollar erstanden hätten. Das sei genau dann passiert, als der Dollar angezogen habe und die Währungen der Emerging Markets geschwächelt hätten, was eine weitere Volatilitätsquelle für den argentinischen Peso dargestellt habe.

Ein Land wie Argentinien, das Hyperinflation und Währungsabwertung nur zu gut kenne, sei anfällig, wenn die Menschen das Vertrauen verlieren würden, ihr Geld in Pesos zu halten. Während die letzten zweieinhalb, von Stabilität und Reformen geprägten Jahre, wieder einiges an Vertrauen hätten herstellen können, habe die jüngste mangelnde Stabilität des Peso zu Befürchtungen geführt, dass es zu einer Kapitalflucht kommen könnte. Die Reaktion der Zentralbank, den Tagesgeldsatz innerhalb einiger weniger Tage von 28% auf 40% zu erhöhen, habe diese Befürchtungen lediglich noch verstärkt.

Die Absicht, beim IWF um eine riesige Standby-Fazilität in Höhe von 40 Mrd. US-Dollar anzusuchen, sei ein klarer Hinweis darauf, dass sich die Regierung im Klaren darüber sei, dass es sich hier um eine Vertrauenskrise handele, und dass sie, was auch immer nötig sei, tun werde, um das Vertrauen wiederherzustellen. Die bereits seit Langem erwartete Verabschiedung des Kapitalmarktgesetzes letzten Monat sollte ebenfalls als Bekräftigung des Reformwillens der Regierung gesehen werden.

Angesichts dieser Entwicklungen hätten sich die Experten entschlossen, ihr Engagement im Portfolio bei heimischen Wachstumstiteln einzuschränken, vor allem bei Banken- und Telekomtiteln. Exportunternehmen in Sektoren wie Zement würden von einer schwächeren Währung profitieren, und Stromunternehmen seien im Wesentlichen entweder durch eine Rendite in US-Dollar auf neue Investitionen bzw. durch an Inflationswerte gebundene Tariferhöhungen geschützt. Es sei zwar so, dass alle Aktien bei durch die Marktstimmung verursachten Verkaufstendenzen gleichermaßen leiden würden, nach Erfahrung der Experten lasse sich durch ein Engagement bei günstigen Titeln in den richtigen Unternehmen und Sektoren aber durchaus Geld machen, wenn der Markt sich wieder auf Fundamentalwerte und entsprechende Impulse besinne.

Solange der politische Wille und die Reformunterstützung seitens der Bevölkerung bestehen bleiben würden, und angesichts einer wahrscheinlichen Verbesserung der ökonomischen Kennzahlen (die Inflation werde nachlassen, wenn die Subventionskürzungen erst einmal abflauen würden und der hohe Basiseffekt greife, und wenn die Devisenzuflüsse in die Landwirtschaft wieder besser würden, da die Maiernte beginne), würden die Experten in Argentinien weiterhin in Unternehmen engagiert bleiben, die unter den gegenwärtigen Umständen weiter robust bleiben würden. Falls Veränderungen beim politischen Ausblick wahrscheinlich zu einem Abweichen vom Reformpfad führten, würden die Experten ihr Engagement zurückfahren bzw. den Markt ganz verlassen.

Der zweite bedeutende Negativeinfluss auf die absolute Performance seien die vietnamesischen Beteiligungen im Portfolio gewesen. Das Ausmaß des Rückziehers in Vietnam im letzten Monat habe lediglich die vielen Investoren widergespiegelt, die dort auf nicht im Index enthaltene Positionen gesetzt hätten, die sie aber nicht gebraucht hätten. Vietnam sei die größte Gewichtung im Fonds, und die Experten würden in Bezug auf die Titel, die sie besitzen würden, weiterhin zuversichtlich bleiben. Im ersten Quartal seien die Erträge um 26% im Jahresvergleich gestiegen, und die Experten würden auch keinen Grund sehen, warum die BIP-Wachstumsrate von 7% schmäler werden sollte. Ohne Investments in die teureren größeren Index-Titel habe das Portfolio bequem besser abgeschnitten als der vietnamesische Markt insgesamt, allerdings sei es gegenüber den vorherrschenden Verkaufstendenzen keinesfalls immun gewesen.

Da die Experten ihre Beteiligungen in Pakistan im Wesentlichen veräußert und ihr Engagement in Argentinien reduziert hätten, seien vorhandene Mittel hauptsächlich erneut in Nahost angelegt worden. Die Experten würden die Region und die Märkte weiterhin als sehr konstruktiv einschätzen, und sie würden weiterhin an der Überzeugung festhalten, dass die geopolitischen Risiken von Kommentatoren übertrieben dargestellt würden, und dass die jüngsten Neuigkeiten zum iranischen Atomabkommen sich potentiell sehr positiv auf Saudi-Arabien auswirken könnten, da iranische Ölexporte wahrscheinlich durch in Saudi-Arabien geförderte Mengen ersetzt würden.

Wenn sich die Experten das Reformtempo in der gesamten Region ansehen würden, könnten sie lediglich gute Kunde wahrnehmen. Die VAE hätten vor kurzem neue Visa für ausländische Beschäftigte angekündigt und Eigentumsregeln für Ausländer, die eine weitere Öffnung der Volkswirtschaft darstellen und zu mehr Investments führen würden, würden sowie gerade ganz frisch, dass ein neues Investitionsprogramm in Höhe von 13 Mrd. US-Dollar aufgelegt werde.

Saudi-Arabien setze seinen äußerst aggressiven Subventionskürzungskurs fort, was auch die jüngsten Haushaltsdefizitzahlen belegen würden. Das Haushaltsdefizit für das erste Quartal habe sich auf 4,8% vom BIP belaufen, im Vergleich zur Zielvorgabe der Regierung von 6,8%. Außerdem würden die Experten am 20. Juni eine positive Ankündigung seitens MSCI erwarten, die ihrer Ansicht nach über die nächsten 18 Monate zu bedeuten Portfoliozuflüssen auf den saudischen Markt führen werde. Gegenwärtig würden sich lediglich 1,7% der Aktien des saudischen Markts im Besitz internationaler Investoren befinden.

In der Vergangenheit hätten die Experten schon oft beobachten können, dass ihre Performance viel besser ausfalle, wenn sie mit Fokus auf Fundamentaldaten und günstigen Bewertungen investieren würden. Daher würden die Experten jüngst einige der zum Teil heftigen Kursbewegungen nutzen, um sicherzustellen, dass das Portfolio für den Zeitpunkt gut positioniert sei, wenn die gegenwärtige globale Makrovolatilität wieder abflaue. Das Portfolio werde derzeit zu einem Multiplikator von 11,4x der Gewinne für die nächsten zwölf Monate gehandelt, und das bei starken Ertragswachstumsimpulsen, und die Experten würden in Bezug auf die Aussichten für das restliche Jahr äußerst positiv eingestellt bleiben. (Ausgabe vom 19.06.2018) (22.06.2018/fc/a/f)


 

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