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Meldung
Paris (www.fondscheck.de) - Trotz niedriger Bewertungen hatte sich die französische Fondsgesellschaft METROPOLE Gestion über viele Jahre hinweg aus dem europäischen Telekomsektor herausgehalten, so die Experten von METROPOLE Gestion im Kommentar zum europäischen All-Cap-Fonds METROPOLE Selection (ISIN FR0007078811 / WKN A0NDAK ).


Seit 2007 habe die Branche einen deutlichen Rückgang der Aktivität verzeichnet, was an einem negativen Wettbewerbs- und Regulierungsumfeld gelegen habe. Seit Mitte 2013 habe sich aber die Situation geändert, so die Pariser Value-Experten, als nämlich Anzeichen einer Stabilisierung zu beobachten gewesen seien. Seit dieser Zeit hätten sie allmählich wieder Telekomtitel ins Portfolio des europäischen All-Cap-Fonds METROPOLE Selection aufgenommen. Und auch heute noch sei der Telekomsektor der Top-Favorit.

"Seit 2013 haben die Telekomaktien im Zuge einer Neubewertung eine kräftige Outperformance erzielt, die bis vor kurzem anhielt", erläutere Isabel Levy, Chief Investment Officer bei METROPOLE Gestion. "Das Scheitern mehrerer Übernahmeprojekte hat in den letzten Monaten jedoch Sorgen unter den Anlegern geschürt, dass der Wettbewerbsdruck nach zwei ruhigen Jahren wieder deutlich steigen und die positive Trendwende des Sektors gefährden könnte. Diese Befürchtungen basieren allerdings auf der unserer Meinung nach falschen Annahme, dass die verbesserten Aussichten unter den europäischen Telekombetreibern allein auf die Konsolidierung des Sektors zurückzuführen waren." Der wahre Grund für die verbesserte Ergebnissituation sei jedoch ein anderer.

"In den letzten drei Jahren war eine Konsolidierungswelle im europäischen Telekomsektor zu beobachten, die die Wettbewerbsstruktur zahlreicher Märkte wie Österreich, Irland oder Deutschland verändert hat", ergänze Markus Hampel, Partner und Deutschlandchef von METROPOLE Gestion. "In diesen Ländern ist die Zahl der Betreiber mit eigenem Netz von vier auf drei gesunken. Seit mehreren Monaten geraten jedoch immer mehr Übernahmeprojekte ins Stocken, was Befürchtungen schürt, dass der seit über zwei Jahren andauernde Zyklus von besseren Gewinnen vorbei ist."

Im September 2015 hätten zunächst Telenor und Telia, die Nummern zwei und drei im dänischen Markt, bekannt gegeben, dass sie ihre Fusionspläne aufgrund der hohen Anforderungen der neuen europäischen Regulierungsbehörde aufgegeben hätten. Wäre der Zusammenschluss zustande gekommen, hätten Telenor/Telia (als neue Nummer eins) und TDC (als neue Nummer zwei) zusammen einen Marktanteil von 80 Prozent gehabt.

Auch die Fusionsabsichten der englischen Mobilfunkanbietern O2 UK (Telefonica) und Three (Hutchison) seien bei den Behörden auf Ablehnung gestoßen. So hätten der britische Regulierer (Ofcom) und die Europäische Kommission von beiden Unternehmen derart große Zugeständnisse gefordert, dass der Zusammenschluss immer unwahrscheinlicher geworden sei. Derweil hätten in Frankreich Bouygues und Orange ihre Übernahmegespräche erfolglos abgebrochen.

"Fusionen führen allgemein zu einer geringeren Wettbewerbsintensität, sind jedoch im Falle der Telekomanbieter nicht die einzige Ursache für Gewinnsteigerungen", erkläre Hampel. "Ähnlich wie in den USA war die Verbesserung der Ergebnisse bei Europas Telekomunternehmen vor allem auf die Investitionen in Hochleistungsnetze zurückzuführen, und zwar sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunkbereich." Dieser neue Investitionszyklus, der in Europa 2013 begonnen habe, habe bei den großen Betreibern zu einem Anstieg der Investitionsquote von durchschnittlich 2-3 Punkten auf 15-16 Prozent geführt.

Die Einführung dieser neuen Technologien finde in einem investitionsfreundlichen Regulierungsumfeld statt, heiße es in der jüngsten Analyseder Pariser Asset Manager. Nachdem die Regulierungsbehörden in der Vergangenheit den Preis als einziges Bewertungskriterium für die Wettbewerbsintensität verwendet hätten, richteten sie mittlerweile ihren Fokus auf die Gewährleistung günstiger Rahmenbedingungen für Investitionen. Das Ziel bestehe gleichermaßen darin, auf den starken Zuwachs des Datenverkehrs zu reagieren und einen intensiveren technologischen Wettbewerb der Netze zu fördern.

"Die Auswirkungen dieses neuen Investitionszyklus auf die Erträge der Betreiber sind seit Ende 2013 zu erkennen und erklären den Großteil der verbesserten Ergebnisse", betone Isabel Levy. "Im europäischen Mobilfunkmarkt besteht ein klarer Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Durchdringungsrate von Hochleistungsnetzen und den Umsätzen der wichtigsten Betreiber. Die Errichtung von LTE-Netzen zieht Kunden an, die auf Hochleistungsnetze setzen, was wiederum eine unmittelbare Auswirkung auf deren Datenkonsum hat."

Diese positiven Wechselwirkungen seien besonders in den Ländern zu beobachten, in denen die Durchdringung von Hochleistungsnetzen am größten sei. In den nordischen Ländern beispielsweise erreiche die Penetrationsrate bereits bei 50 Prozent, weil dort die LTE-Technologie früher eingeführt worden sei als in den anderen Ländern. Die Umsatzsteigerung bei den nordischen Betreibern zeige sich beispielsweise bei Elisa: Das Unternehmen verzeichne seit mehreren Quartalen Zuwächse von 5 bis 10 Prozent und profitiere dabei von der wachsenden Datennachfrage.

Andere Länder wie Italien seien weniger weit fortgeschritten, heiße es in der Analyse weiter. Im Festnetzbereich hätten die geringe Wettbewerbsintensität am Markt (Abwesenheit von Kabelbetreibern) und die dominante Stellung von Telecom Italia die Investitionen im Breitbandbereich gebremst. Die Breitband-Durchdringung in Italien liege bei 60 Prozent und sei damit im europäischen Vergleich die geringste (europäischer Durchschnitt: 83 Prozent). Aus den gleichen Gründen sei das Land beim Bau von Hochleistungsnetzen gegenüber den restlichen Ländern Europas deutlich im Rückstand.

"Aus dieser Perspektive ist die jüngste Ankündigung von Enel, ein Glasfasernetz in Italien aufzubauen, nicht unbedingt negativ zu bewerten", stelle Markus Hampel fest. "Zwar stellt sie zunächst die Wettbewerbsposition von Telecom Italia in Frage und bewegt den Konzern dazu, seine Investitionen zu beschleunigen. Diese Anstrengungen werden jedoch durch die größere Durchdringung von Breitband- und Hochleistungsnetzen belohnt, was sich positiv auf die Gewinne auswirken dürfte."

Die jüngste Aufgabe von Fusionsprojekten sollte aber nicht als das Ende des positiven Gewinnzyklus bei europäischen Telekombetreibern angesehen werden, so die Einschätzung der Pariser Value-Experten. Die positiven Auswirkungen des Investitionszyklus in Hochleistungsnetze würden erst noch kommen. Das Neubewertungspotenzial sei bei weitem nicht ausgeschöpft. (27.05.2016/fc/a/f)


 

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