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NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen sind am Donnerstag nach einem freundlichen Auftakt moderat ins Minus gerutscht. Das am Sonntag anstehende Referendum in Griechenland über die Gläubigerforderungen habe den positiv aufgenommenen US-Arbeitsmarktbericht in den Hintergrund gedrängt, sagte ein Anlageexperte. Außerdem bleibt die Wall Street am morgigen Freitag wegen des Nationalfeiertags am Samstag geschlossen - vor dem verlängerten Wochenende wollten sich die Anleger offenbar nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

Zuletzt notierte der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial 0,24 Prozent tiefer bei 17 714,75 Punkten. Am Montag war das Börsenbarometer wegen der Zuspitzung in der Griechenland-Krise deutlich abgesackt, hatte sich an den Folgetagen aber wieder etwas erholt. Für die verkürzte Handelswoche droht ihm ein Minus von mehr als 1 Prozent.

Der marktbreite S&P-500-Index sank am Donnerstag um 0,17 Prozent auf .2073,88.. Punkte, während der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 um 0,10 Prozent auf 4424,94 Punkte nachgab.

In den USA waren im Juni weniger Arbeitsplätze geschaffen worden als erwartet, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Zudem wurde das Plus für den Vormonat nach unten revidiert. Die Arbeitslosenquote war im Juni auf den tiefsten Stand seit 7 Jahren gefallen, was allerdings vor allem darauf zurückgeht, dass sich zahlreiche Jobsucher vom Arbeitsmarkt abgemeldet haben: Die Erwerbsquote war deutlich und auf den tiefsten Stand seit 1977 gefallen. Außerdem hatten die Stundenlöhne stagnierte, wohingegen Volkswirte einen kleinen Zuwachs erwartet hatten.

Ungeachtet des weiteren Stellenaufbaus dürfte sich die US-Notenbank Fed wegen der stagnierenden Löhne mit einer Zinserhöhung schwer tun, schrieb Ökonom Joseph LaVorgna von der Deutschen Bank über den Kurznachrichtendienst Twitter. Eine weiter lockere Geldpolitik begünstigt Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapieren.

"Die Daten zeigen, dass die Wirtschaft noch nicht so stark ist, wie viele geglaubt haben", ergänzte ein Anlageexperte. Vor allem der Rückgang der Erwerbsquote falle auf. Doch gerade eine solche erwartungsgemäße bis leicht schwächere Entwicklung am Arbeitsmarkt begünstige die Börsenkurse.

Die Fed macht ihre Geldpolitik von der Konjunkturentwicklung und insbesondere vom Arbeitsmarkt abhängig. Der stärker aks erwartet zurückgegangene Auftragseingang der US-Industrie im Mai dürfte den Währungshütern ebenfalls keine Argumente für eine baldige Zinserhöhung liefern.

Im Fokus standen auf Unternehmensseite Tesla-Aktien mit einem Plus von 2,61 Prozent. Der Elektroauto-Hersteller hatte im zweiten Quartal einen Verkaufsrekord aufgestellt. Papiere des Halbleiterkonzerns Intel eroberten mit einem Anstieg um 1,44 Prozent den Spitzenplatz im Dow. Offensichtlich begrüßten die Anleger den angekündigten Weggang von Unternehmenspräsidentin Renee James und weiteren Spitzenmanagern, was Konzernchef Brian Krzanich mehr Einfluss verschafft.

Derweil dreht sich das Übernahmekarussell in den USA weiter: Der Bezahldienst Paypal kauft den Anbieter von Geldtransfer-Dienstleistungen Xoom für 890 Millionen US-Dollar. Die Xoom-Aktien sprangen um knapp 22 Prozent nach oben, während die Titel des PayPal-Mutterkonzerns Ebay 1,83 Prozent gewannen.

Paypal wird am 17. Juli von der Online-Handelsplattform abgespalten. Je Ebay-Aktie wird ein neues Paypal-Papier ausgegeben. Am 20. Juli soll Paypal dann an als ein eigenständiges Unternehmen an die Börse kommen. Ebay geht davon aus, dass seine beiden Teile getrennt erfolgreicher sein können.

Dagegen ging es für Potash-Aktien um 0,71 Prozent bergab, nachdem der deutsche Kali- und Salz-Produzent K+S dem Übernahme-Vorstoß des kanadischen Düngemittelherstellers eine Absage erteilt hatte. Potash hatte laut K+S 41 Euro je Aktie geboten. Dies zeige "nicht den fundamentalen Wert von K+S und ist nicht im Interesse des Unternehmens", sagte K+S-Chef Norbert Steiner./gl/he



 

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