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Meldung

Heute ist es wieder soweit. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, gewährt uns im Anschluss an die Ratssitzung bei der obligatorischen Pressekonferenz einen Einblick in die Gedankenwelt der Notenbanker. Im Vorfeld dieser Sitzung ist viel gemutmaßt worden, ob z. B. bereits heute die Fortsetzung der am 8. März begonnenen Änderung der Forward Guidance erfolgen wird. Damals wurde zwar die Passage „Sollte sich der Ausblick eintrüben […], so sind wir bereit, das Programm zum Ankauf von Vermögenswerten im Hinblick auf Umfang und Ausdauer auszuweiten“ gestrichen. Aber erhalten blieb: „[…] und erforderlichenfalls darüber hinaus erfolgen soll und in jedem Fall so lange, bis der EZB-Rat eine nachhaltige Korrektur der Inflationsentwicklung erkennt, die mit seinem Inflationsziel im Einklang steht“.

Mit dieser, wenn auch nur kosmetischen Anpassung des Wortlauts überraschte „Super-Mario“ damals viele Marktteilnehmer, so dass man gespannt sein darf, welche Schritte wann folgen werden. Allerdings scheint die Zeit noch nicht reif zu sein, um den Marktteilnehmern neue Details über die zukünftige Geldpolitik und die zu erwartende Reduzierung der QE-Volumina mitzuteilen. Diese Ratssitzung könnte also ein Non-Event sein, zumal der QE-Fahrplan bis Ende September des Jahres veröffentlicht ist. Es wäre also noch Zeit, eine Anpassung auf der Sitzung am 14. Juni oder sogar erst am 26. Juli vorzunehmen. Für Juni sprechen hierbei jedoch mehrere Faktoren. So werden bei dieser Besprechung auch die neuen Stabsprojektionen zu Inflation und Wachstum präsentiert - und zugleich würde man noch vor der Sommerpause an den Finanzmärkten für Klarheit sorgen.

Jedoch hat uns schon in der Vergangenheit Mario Draghi oftmals mit seiner Sicht der Dinge überrascht. Die ältere Generation erinnert sich sicherlich noch an den legendären Beppo Brem in der Krimiserie „Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger“. Und man könnte viele geldpolitische Entscheidungen unter einem ähnlichen Titel zusammenfassen, auch wenn Wanninger viel bodenständiger agierte als Draghi dies tut.

Am späten Nachmittag sind wir jedenfalls informierter und hoffentlich auch schlauer. Denn die zuletzt eher enttäuschenden Wirtschafts- und Inflationsdaten in der Eurozone spielen den Befürwortern einer abwartenden Haltung in die Karten, wohingegen die insgesamt gute Auftragslage, infolge eines hohen, inländischen Konsumverhaltens, das beschlossene Ende der Anleihekäufe rechtfertigen würde. In diesem Kontext wurden sogar die jüngst veröffentlichen Daten der Kaufrate im Rahmen des Programms zum Ankauf von Wertpapieren des Unternehmenssektors (CSPP) für den Monat April entsprechend interpretiert. Wurden im 1. Quartal des Jahres wöchentlich noch für durchschnittlich 1,4 Mrd. € Anleihen angekauft, so waren es im April bisher lediglich 700 Mio. € pro Woche. Jedoch sollten solche Abweichungen, die aus unterschiedlichen Gründen entstanden sein können, nicht überbewertet werden. Es war schon immer seitens der EZB-Verantwortlichen betont worden, dass sich Reinvestition und die Neuanlage an den aktuellen Marktgegebenheiten orientieren.

Man darf also gespannt sein, ob die EZB Kurs hält oder nochmals kleine Korrekturen vornimmt.


Zehnjährige US-Bonds knacken Drei-Prozent-Marke

Anleger, die in US-Treasuries mit einer Laufzeit von zehn Jahren investieren wollen, mögen sich freuen. Erstmals seit Ende 2013 ist die Rendite dieser Staatsanleihen am vergangenen Dienstag wieder auf drei Prozent gestiegen. Damit wurde eine Marke geknackt, die an den Märkten oftmals zur magischen Hürde hochstilisiert worden ist.

Parallel mit den steigenden Renditen gehen fallende Kurse der bereits emittierten Anleihen einher. Dies ist ablesbar an einer US-Dollar-Anleihe (WKN 175162) mit Laufzeit 11/2028, deren Kurs auf ein Jahrestief von ca. 121,83% gesunken ist und die nun eine Rendite von rund 3,04% aufweist. Ähnlich verläuft die Entwicklung im fünfjährigen Bereich. Dies zeigt sich an einem US-Bond (WKN A180Q6), der am 30.04.2023 fällig wird und auf ein Kursniveau von ca. 94,35% abgesackt ist. Die Rendite des auf US-Dollar lautenden Titels liegt hier bei ca. 2,85%. Gleichzeitig stehen auch die Kurse von Bundesanleihen unter Druck. So notiert die bis 7/2028 laufende Bundesanleihe (WKN 113508) mit ca. 140,95% und weist eine Rendite von ca. 0,59% auf.


Als Auslöser des Renditeschubs galten tendenziell steigende Rohstoffpreise, die mit höheren Inflationserwartungen einhergehen. Hält die Entwicklung an, könnte dies auch die US-Notenbank Fed dazu bringen, ihre Geldpolitik schneller zu straffen als bisher angenommen. Dieses Stimmungsbild spiegelt allerdings auch die Kurzatmigkeit der Märkte wider. Ist doch bereits seit Längerem die Rede von höheren Teuerungsraten. Aber offenbar werden inzwischen die Folgen der US-Sanktionen gegen Russland höher bewertet als zuvor. Ja, auch eine Ausweitung der Sanktionen ist nicht mehr auszuschließen.


Es ist zu befürchten, dass aufgrund des Konflikts mit Russland, aber eben auch wegen anderer geopolitischer Unruhen, die Rohstoffpreise weiter anziehen könnten. Ohnehin gelten die mit einer hohen Bonität ausgestatteten Adressen am Rentenmarkt, wie es US-Treasuries darstellen, als sicherer Hafen für Anleger, wenn es für den Weltfrieden unsicherer wird. So trägt die Angst vor einem Handelskrieg aufgrund der Unberechenbarkeit des wichtigsten Mannes im Weißen Haus ihr Übriges dazu bei, die Unsicherheit zu erhöhen. Jedoch scheint die Zeit spiegelbildlicher Handelsaktivitäten vorerst vorbei zu sein und die beiden Assetklassen, Aktien und Renten, bewegen sich im Gleichklang.


Bereits zum Jahresanfang hatte der Rentenmarkt aufgrund steigender Inflationserwartungen einen Renditeanstieg erlebt, der zu einer gehörigen Nervosität geführt hatte. Eine solche Verunsicherung ist auch jetzt wieder zu spüren, was auch an dem Einbruch am Aktienmarkt abzulesen ist.



Nullzinspolitik beschert den Haushalten eine deutliche Entlastung

Die expansive Politik des extrem billigen Geldes der Europäischen Zentralbank (EZB) hat die Länder-Budgets der Eurozone deutlich entlastet. Rechnet man den Schuldendienst auf Basis des Zinsniveaus von vor der Finanzkrise hoch, hat Deutschland seitdem extrem profitiert. Anstatt geplanter Zinsausgaben von 450 Mrd. € musste die Bundesrepublik für die Jahre 2008 bis 2017 nur 288 Mrd. € bezahlen. Dies ergibt eine Ersparnis von 162 Mrd. €, wie nun aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervorgeht.


Natürlich kommt dieser Ansatz auch immer ein bisschen einer Milchmädchenrechnung gleich, weiß man doch nie genau, wie sich die Zinsen ohne die expansive Geldpolitik der EZB entwickelt hätten. Aber dennoch wird klar, dass die berühmte „schwarze Null“, die der ehemalige Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble für mehrere Haushalte vorlegen konnte, ohne Niedrigzinsphase nicht zustande gekommen wäre. Immerhin entsprechen die eingesparten 162 Mrd. € etwa der Hälfte der jährlichen Bundesausgaben. Bund, Länder und Kommunen sowie die Steuerzahler seien daher die Gewinner der niedrigen Zinsen, sagte Marcel Fratzscher vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) dem „Handelsblatt“.


Neben der Bundesrepublik haben auch die anderen Länder der Eurozone von der Entwicklung profitiert. Laut „Handelsblatt“ zeigen Daten der Deutschen Bundesbank, dass alle 19 Euro-Länder zwischen 2008 bis 2017 insgesamt rund 1,15 Bill. € weniger für Zinsen ausgeben mussten. Die Bundesbank kommt hier auf noch höhere Werte als die oben beschriebene Antwort der Bundesregierung. Demnach hat Deutschland sogar 294 Mrd. € einsparen können, gefolgt von Frankreich mit 275 Mrd. € und Italien mit 216 Mrd. €. Diese Betrachtung macht aber auch deutlich, dass öffentliche Haushalte schnell wieder Haushaltsprobleme bekommen können – dann nämlich, wenn die anstehende Zinswende an Fahrt aufnimmt. Dies dürfte insbesondere Städte und Gemeinden treffen, die im Gegensatz zum Bund sich eher kurzfristig refinanzieren.


Auf EU-Ebene hat die Niedrigzinspolitik der EZB zu einer deutlichen Absenkung der Neuverschuldung beigetragen. Unter diesem Aspekt ist die Rechnung von EZB-Präsident Mario Draghi also aufgegangen, zumal sich viele Staaten die Neuverschuldung bzw. die Prolongation der Altschulden auf dem früheren Niveau nicht mehr hätten leisten können. Allerdings wurde die Zeit, welche die Notenbank den Ländern damit zur Einleitung von Reformen erkauft hat, nur unzureichend genutzt. Immerhin ist davon auszugehen, dass es sämtliche Euro-Staaten außer Malta schaffen werden, die Maastricht-Kriterien bei der Neuverschuldung einzuhalten. Dazu hat auch der anhaltende Wirtschaftsaufschwung beigetragen.


Unterm Strich meldet Eurostat für die 19 Euro-Länder zusammen eine Neuverschuldung von 99 Mrd. € oder 0,9% des BIP für 2017. Deutschland kam hier auf 1,3%. Die niedrigsten Defizite hatten Portugal (-3,0%) und Spanien (-3,1%). Dadurch ist der Schuldenstand aller Euro-Länder seit 2014 von 91,9% auf 86,7% zurückgegangen, liegt damit aber noch weit über der Maastricht-Grenze von 60%. Die höchsten Verschuldungsquoten weisen nach wie vor Griechenland (179%) und Italien (132%) auf. Das große Risiko liegt nun darin, dass bei einem Konjunktureinbruch die Steuereinnahmen weniger üppig sprudeln und damit die Budgets wieder unter Druck geraten würden.



Rom bremst Bankenaufsicht aus

Die bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angesiedelte Bankenaufsicht rudert bei der Erarbeitung allgemeiner Richtlinien für den Abbau von alten Problemkrediten in den Bilanzen der Geldhäuser im Währungsraum vorsichtig zurück. Man überlege noch, ob weitere Schritte, abhängig von den Fortschritten der einzelnen Institute, erforderlich seien, erklärte die EZB am vergangenen Montag. Eine Entscheidung stehe aber noch aus.


Mit Bezug auf Insider berichtet die Nachrichtenagentur Reuters von starkem politischem Gegenwind, den die Notenbank aus Rom erhalten habe. Aus diesem Grund will die EZB die Präsentation ihrer Vorstellungen von den Abbau-Leitlinien erst im zweiten Halbjahr in Angriff nehmen oder gegebenenfalls ganz auf Eis legen. Stattdessen würden sie wie bisher im Rahmen ihrer aktuellen Möglichkeiten Druck auf einzelne Banken ausüben.


Der Grund für die ursprünglichen Überlegungen der EZB ist die immer noch hohe Zahl an faulen Krediten in den Bilanzen der Institute aus dem Euro-Raum, die sich 2017 auf 759 Mrd. € belaufen hatten. Insbesondere Banken in Griechenland, Portugal und Italien sind davon betroffen.


Sollte die EZB auf die Implementierung von Leitlinien für Problemkredite verzichten, würde dies den Widerstand von Ländern wie der Bundesrepublik Deutschland gegen einen zu raschen Ausbau eines gemeinsamen Einlagensicherungsfonds eher verstärken. Ist es doch insbesondere die deutsche Seite, die vor einer derartigen Vollendung der Bankenunion zuerst den Abbau von Bankrisiken als Vorbedingung ansieht.



Koninklijke Philips und Adler Real Estate jeweils mit Doppelpack

Die Investoren haben in dieser Berichtswoche wieder die Qual der Wahl. Insgesamt gab es 4 nennenswerte Emittenten mit 6 neuen Bonds aus diversen Sektoren der Industrie. Dabei begaben Koninklijke Philips sowie Adler Real Estate je einen Doppelpack und Wienerberger und Sixt Leasing erfreuten die Privatanleger mit einer Mindeststückelung von 1.000 € bei ihren Neuemissionen. Somit dürfte für jeden Anleger in dieser Handelswoche etwas dabei gewesen sein.


Koninklijke Philips legte gleich 2 Bonds mit insgesamt 1 Mrd. € auf. Die erste Tranche (A19Z60), ein 6-jähriger Bond ist am 02.05.2024 fällig und hat einen Kupon in Höhe von 0,75%. Das Emissionsvolumen beträgt hier 500 Mio. €. Der Emissionspreis lag bei 99,534%, was +25 bps über Mid Swap entsprach. Eine zweite ebenfalls 500 Mio. € schwere 10-jährige Anleihe (A19Z61) mit Fälligkeit am 02.05.2028 zahlt dem Anleger jährlich Zinsen in Höhe von 1,375% und wurde zu einem Preis von 98,884% ausgegeben. Dies entsprach einem Emissionsspread von +45 bps über Mid Swap. Beide Anleihen sind jeweils 3 Monate vor Endfälligkeit jederzeit zu 100% kündbar und haben auch eine Make Whole Option.


Ebenfalls ein Doppelpack mit 800 Mio. € emittierte Adler Real Estate und sammelte mit einem 5-jährigen Bond (A2G8WY) gleich 500 Mio. € am Kapitalmarkt ein. Das Papier ist bis zur Fälligkeit am 27.04.2023 mit einem Zins von jährlich 1,875% ausgestattet, was bei einem Spread von +170 bps über Mid Swap einen Emissionspreis von 98,896% ergab. Adler räumte sich neben einer Make Whole Option einen optionalen Kündigungstermin am 27.03.2023 zu 100% ein. Die zweite Anleihe (A2G8WZ) wurde mit einem Emissionsvolumen von 300 Mio. € begeben und läuft bis zum 27.04.2026. Der jährliche Kupon beträgt 3%. Emittiert wurde zu 98,491%, was einem Spread von +240 bps über Mid Swap entsprach. Auch hier ließ sich der Emittent neben der Make Whole Option ein weiteres Kündigungsrecht in die Bedingungen aufnehmen und zwar am 27.02.2026 zu 100%. Sowohl Koninklijke Philips als auch Adler Real Estate wählten eine Mindeststückelung von 100.000 € und sprechen damit eher institutionelle Investoren an.


Die Autovermietung Sixt begab einen 4-jährigen Bond (A2LQKV) mit einer Laufzeit bis zum 02.05.2022 und refinanzierte somit erfolgreich 250 Mio. €. Sixt zahlt seinen Investoren jährlich 1,5% Zinsen und ließ sich einen optionalen Kündigungstermin 3 Monate vor Endfälligkeit in die Emissionsbedingungen festschreiben. So ist der Bond ab dem 02.02.2022 jederzeit zu 100% kündbar. Emittiert wurde zu 99,042%, was einem Emissionsspread von +149,5 bps über Mid Swap gleichkam.


Als letzter im Bunde legte das österreichische Unternehmen Wienerberger einen 6-jährigen Bond (A19Z04) mit einem Emissionsvolumen von 250 Mio. € auf. Der weltweit größte Ziegelproduzent, mit Sitz in Wien, zahlt für die Aufnahme des Kredits am Bondmarkt 2% Zinsen p.a. an die Investoren. Der Emissionspreis belief sich auf 99,303%, was einem Spread von +154,8 bps über Mid Swap entsprach.



Der Chart hat immer recht

Das ist zumindest die Meinung der Chartisten. So hatte sich bereits am vergangenen Mittwoch eine Dreiecksformation beim Euro-Bund-Future herausgebildet und es war nur eine Frage der Zeit bis die Downside getestet wurde. Angestoßen wurde dieser „Abverkauf“ beim Rentenbarometer insbesondere durch anziehende Rohstoffpreise und der daraus resultierenden Inflationserwartung. Die anstehende EZB-Ratssitzung sowie die generell erwarteten Zinsanpassungen in den USA trugen ebenfalls ihren Teil dazu bei und schickten die Kurse der 10-jährigen T-Notes auf Talfahrt. Am US-Bondmarkt wurde erstmals seit über vier Jahren die psychologisch wichtige Marke von 3% geknackt und dies blieb nicht ohne Auswirkungen auf unseren Rentenmarkt.


Aktuell pendelt die Rendite in den USA um dieses Vierjahreshoch und es bleibt abzuwarten, ob dadurch ausländisches Kapital in US-Bonds investiert wird. Auch bleibt die Frage, inwiefern sich der Renditeunterschied zwischen 10-jährigen deutschen Bunds und den entsprechenden US-amerikanischen Pendants (ca. 0,62% gegenüber ca. 3,01%) verringern wird, weil es zu Umschichtungen kommen könnte. Allerdings wäre ein Ansteigen der 10-jährigen Rendite auf 0,75% im Sinne vieler Investoren und spätestens auf diesem Niveau muss mit sehr hoher Nachfrage gerechnet werden. Dies würde einem Kurs des Euro-Bund-Futures von ca. 156,40% entsprechen, was zugleich auch aus charttechnischer Sicht eine massive Unterstützungslinie darstellt. Jedoch muss auch der Blick nach oben gerichtet werden, um gegebenenfalls Absicherungsmaßnahmen in Erwartung einer Änderung der Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantiks vornehmen zu können. Eine erste Widerstandslinie ist bei ca. 158% auszumachen, was einer 1/3 Reaktion vom Hoch (159,69%) zum Tief (154,61%) entspricht.


Zurzeit notiert das Rentenbarometer bei ca. 157,88%, was wiederum einer Rendite von ca. 0,623% entspricht.



274 Mrd. USD für D.T. und seine Regierung

In dieser Handelswoche hat sich Donald Trump wirklich nicht „lumpen“ lassen. Weder bei dem pompösen Empfang für den neuen „König“ von Europa, Emmanuel Macron, noch bei den Refinanzierungsmaßnahmen am Geld- und Kapitalmarkt. Insgesamt wurden am Geldmarkt T-Bills im Gegenwert von 161 Mrd. USD aufgelegt und mittels T-Notes mit Laufzeiten von zwei, fünf und zehn Jahren weitere 113 Mrd. USD eingesammelt.


Solche Emissionsvolumen sind zwar angesichts des US-Schuldenbergs nachvollziehbar, aber in Euroland ist man -auch in der Summe- hiervon noch meilenweit entfernt. So stockten lediglich Belgien vier Altemissionen (A19C7W / 2024 ; A19U5T / 2028 ; A18YM3 / 2047 ; A19C7X / 2057), Finnland einen Bond (A19NR8 / 2027) und Italien diverse Anleihen, die nicht an deutschen Börsen handelbar sind, auf. Aber auch die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland wurde an diesem Dienstag aktiv und bot im Tenderverfahren nominal 4 Mrd. € der 2-jährigen Bundesschatzanweisungen (110471) interessierten Käufern an. Insgesamt wurden Kaufaufträge für nominal fast 8,4 Mrd. € aufgegeben und die Zuteilung erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von -0,56%. Noch vor wenigen Wochen wurde bei der Aufstockung dieser Gattung eine Rendite von -0,59% erzielt. Darüber hinaus wurden trotz der deutlichen Überzeichnung sogar nominal 802 Mio. € zur Marktpflege umgebucht. Das Gesamtvolumen der Emission beläuft sich inzwischen auf 13 Mrd. €.


Mit all diesen Auktionen wurden in der Eurozone insgesamt ca. 20 Mrd. € aufgenommen.



Euro zwischen Strafzöllen und steigenden US-Renditen

Die vergangenen Handelswochen waren beim Währungspaar EUR-USD ziemlich ereignisarm und durch wenig Volatilität gekennzeichnet.


Dies scheint sich nun dieser Tage zu ändern, denn der Devisenmarkt kommt wieder in Bewegung. Dabei steuert die europäische Gemeinschaftswährung auf die Verliererstraße zu. Zum Greenback hat der Euro aktuell das klare Nachsehen. So fiel er zeitweise bis auf 1,2160 USD zurück und notierte damit auf dem niedrigsten Wert seit dem 01. März des Jahres (1,2155 USD). Rückenwind erhält die US-Valuta derzeit von steigenden Zinsen in den USA. Weitere Impulse könnte das heutige Treffen der Währungshüter in Euroland mit sich bringen. Im Vorfeld der EZB-Ratssitzung handelt die Einheitswährung aktuell bei 1,2175 USD.


Es hatte sich bereits in der Vorwoche angekündigt, aber nun hat es der Euro geschafft und ist im Vergleich zum Schweizer Franken erstmals seit Januar 2015 wieder über die magische Marke von 1,20 CHF geklettert. Zum Wochenausklang handelte der Euro demnach in der Spitze bei 1,20055 CHF. Zur Stunde notiert der Devisenkurs wieder unterhalb dieser Marke bei ca. 1,1968 CHF.


Im Fokus der Privatanleger standen in dieser Woche vorwiegend Währungsanleihen lautend auf US-Dollar, türkische Lira, russische Rubel und vereinzelt auch südafrikanische Rand sowie australische Dollar.



Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de



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Herausgeber:

Baader Bank AG

Weihenstephaner Str. 4

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Deutschland

www.baaderbank.de


Redaktion:

Robert Halver,

Leiter KapitalmarktAnalyseder Baader Bank AG

Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG


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