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Investoren sind 2018 nicht begeistert von deutschen Aktien. Apple, Google oder Netflix sprinten von Rekord zu Rekord, doch heimische Firmen kämpfen mit Problemen. US-Technologieaktien sind mittlerweile unter deutschen Anlegern fast so beliebt wie der heimische Markt. Dieses Phänomen unterscheidet sich merklich von früheren Jahren als Aktien wie Amazon oder Facebook beispielsweise beim Broker flatex nur zeitweise auf der Beliebtheitsskala oben zu finden waren.

Möglicherweise ist auch die relative Schwäche deutscher Aktien mit entscheidend für dieses neue Phänomen. Auch unter ETF-Anlegern sind US-Aktien beliebt: Sie stellen laut dem ETF-Barometer von Lyxor den Hauptanteil der Zuflüsse in ETFs in diesem Jahr, auch wenn es im August einen leichten Rückgang gegeben hat. Immerhin konnte Lyxor zufolge der mehrmonatige Trend zu ETF-Abflüssen aus europäischen Aktien im August gestoppt werden.

Kursindex sagt die Wahrheit

Viele Anleger schauen in Deutschland auf den bekannten Dividenden-DAX, doch den wirklichen Vergleich zu US-Aktien liefert der DAX-Kursindex. Nach Auswertungen vom Investmentportal Feingold Research notiert dieser gegenwärtig sogar lediglich auf dem Niveau vom Februar 2015. Und dies hat Gründe. Neben hausgemachten Problemen hatten viele Unternehmen im zweiten Quartal mit Gegenwind von dem zwischenzeitlich gegenüber dem Dollar gestiegenen Euro zu kämpfen.

Auch Papiere wie jenes der Commerzbank kamen nach der Zahlenvorlage unter Druck. Zwar übertrafen die Quartalsergebnisse die Schätzungen der Analysten. Allerdings hat das Institut mit hohem Wettbewerbsdruck im wichtigen Firmenkundengeschäft zu kämpfen und senkte daher den Ausblick für die Sparte. Statt steigender Erträge rechnet das Geldhaus nun mit einem Rückgang. Gleichzeitig hat sich das Kundenwachstum im Privatkundengeschäft verlangsamt. Vorstandschef Martin Zielke erhöhte zudem die Kostenprognose für das Gesamtjahr von 7,0 auf 7,1 Mrd. Euro. Der Pferdefuß für die Commerzbank – im September musste man nach 30 Jahren sogar den DAX verlassen.

Telekom erhöht Gewinnprognose leicht

Dagegen lagen die Zahlen von E.ON im Rahmen der Erwartungen. Deutschlands größter Versorger hat im ersten Halbjahr rund 100.000 neue Kunden gewonnen, davon die Hälfte hierzulande. Allerdings blieb das Geschäft in Großbritannien herausfordernd. Wegen des Verkaufs der restlichen Anteile an der Tochter Uniper an den finnischen Versorger Fortum sank E.ONs Nettoverschuldung deutlich auf 15,9 Mrd. Euro. Vorstandschef Johannes Teyssen bestätigte die Prognose. Der bereinigte operative Gewinn soll im laufenden Jahr von 3,1 Mrd. Euro auf 2,8 bis 3,0 Mrd. Euro zurückgehen. Die Energietitel sind im DAX jedoch sehr gering gewichtet, weshalb sie den Index kaum ziehen können. Sie bleiben dennoch gefragt: An der Börse gettex gehörten sie im ersten Halbjahr zu den Top 5 der am meisten gehandelten Basiswerte.

Die relevanten Titel sind in Sachen Gewichtung SAP, Allianz, Daimler, Bayer, BASF, Siemens oder Telekom. Deren Ergebnisse lieferten keine merklichen Kursausschläge nach der Präsentation der Zahlen. Die Telekom bleibt für Seitwärtsprodukte wie einen Discount-Call mit Cap bei xxx Euro eine Spekulation wert. Zwar brummte das Geschäft bei der Tochter T-Mobil US weiterhin. Wegen Währungseffekten war der Umsatz der Telekom allerdings im zweiten Quartal gesunken.

Finanzchef Thomas Dannenfeldt zeigte sich hingegen erfreut, dass die Service-Umsätze im Mobilfunk in Deutschland leicht gestiegen sind, weil immer mehr Kunden für üppigere Datentarife mehr Geld bezahlen. Dannenfeldt erhöhte die Prognose für den bereinigten operativen Gewinn um 100 Mio. auf 23,4 Mrd. Euro. Problemkind ist allerdings weiterhin die IT-Sparte T-Systems.

Adidas rennt - Comeback-Kandidaten in der Warteschleife

Umso begeisterter reagierten Investoren auf die Zahlen von Adidas, die Aktie sprang um knapp zehn Prozent nach oben. Der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller profitierte von starken Geschäften in China und Nordamerika und der guten Nachfrage nach Trikots und Bällen wegen der Fußball-Weltmeisterschaft. Der Umsatz stieg um 4,4 Prozent, währungsbereinigt stand ein Plus von 10 Prozent zu Buche. Der operative Gewinn legte kräftig zu. Vorstandschef Kasper Rorsted bekräftigte die Prognose für das Gesamtjahr.

Problematisch gestaltet sich die Lage bei den Schwergewichten Bayer, Daimler und Siemens. Alle drei haben die bekannten Probleme, sie sind jedoch auch nicht teuer bewertet. Mit den Turbos DS4P11 auf Bayer, VT95SG auf Daimler und SE51HC auf Siemens greifen Anleger ab dem Spätsommer zu und kaufen an schwachen Tagen ein. Dann ist man für die bekannte Jahresendrally spekulativ positioniert.  Natürlich sind bei Hebelpapieren auch Verluste möglich und wirkt der Hebel in beide Richtungen. Doch spekulativ war ein solcher Einstieg im Spätsommer in vielen Jahren lohnenswert. Zumal dann, wenn in Sachen Sentiment sehr viel negativ auf die Aktien vorweggenommen ist. Und sie im Vergleich zu vielen US-Aktien sogar günstig sind.



 

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