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WKN: A0JC8S ISIN: DE000A0JC8S7
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Meldung

Letzten Donnerstag lud der deutsche IT-Outsourcing-Spezialist Datagroup (WKN: A0JC8S) zur Bilanzpressekonferenz. Als Vorbote der im Februar anstehenden USA-Roadshow musste Gründer und Mehrheitsaktionät Max H.-H. Schaber das allererste Mal auf Englisch durch die Zahlen und Ereignisse des letzten Geschäftsjahres führen, das zum September endete. Die drei wichtigsten Neuigkeiten daraus gibt es hier in weniger als drei Minuten.

1. Der Cashflow sieht sehr schlecht aus, soll sich aber stark verbessern

Der operative Cashflow der Datagroup verschlechterte sich von knapp 19 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2017/2018 auf nur noch rund 4,5 Mio. Euro. Was auf den ersten Blick nicht sonderlich gut ausschaut, erklärt sich aufgrund eines angeblich einmaligen Sondereffekts. Mit der Übernahme des kompletten IT-Betriebs der NRW.Bank wurde zwar der größte Einzelauftrag der Datagroup-Geschichte gefeiert, erforderte von der Datagroup aber die Bereitstellung von IT-Gütern sowie einmalige Implementierungskosten. Beide Leistungen werden nun aber erst verteilt über die Vertragslaufzeit an den Kunden weitergereicht.

Künftig ist man bei ähnlichen Kundenaufträgen bestrebt, diese Anfangsinvestitionen auf den Kunden abzuwälzen und für die anzuschaffenden IT-Assets das Management zu übernehmen. Das würde laut Schaber auch den Kunden aus der Finanzbranche entgegenkommen, die oftmals sowieso nicht wüssten, wohin mit den liquiden Mitteln. Für die Zukunft ist man daher optimistisch, diese Kennzahl deutlich zu verbessern.

Ohne diesen Sondereffekt, hätte sich der operative Cashflow übrigens auf über 34 Mio. Euro erhöht. Das hätte beinahe ausgereicht, um die Auszahlungen für die betriebsnotwendigen Investitionen (15,6 Mio. Euro) und die getätigten Unternehmenszukäufe (21,7 Mio. Euro) aus eigener Kraft zu finanzieren.

2. Die getätigten Zukäufe sind ein voller Erfolg

Eine offensiv kommunizierte Wachstumsstrategie der Datagroup sind Unternehmenszukäufe. Erstens um sich rare IT-Fachkräfte zu angeln und zweitens, um das eigene Leistungsangebot ständig zu erweitern. Mit der Übernahme des Cloud-Spezialisten UBL und der IT-Informatik begrüßte man im abgelaufenen Geschäftsjahr zwei Neuzugänge im Datagroup-Konzern.

Die Entwicklung der IT-Informatik wurde dabei bereits seit mehreren Jahren eng verfolgt und die Insolvenz des Unternehmens eröffnete nun endlich die Möglichkeit, zuzuschlagen. Das Zünglein an der Waage war dabei die Schnelligkeit der Datagroup, mit der man die anderen Bieter ausstechen konnte. Zwischen der ersten Kontaktaufnahme und dem Abschluss lagen nur wenige Wochen. Genauso schnell ist man nun dabei, die Geschäfte zu verbessern. Bereits im aktuellen Geschäftsjahr, sollen die hinzugekauften Umsätze von 20 Mio. Euro einen positiven Ergebnisbeitrag liefern.

Dabei könnte die IT-Informatik-Übernahme eine größere Veränderung für das Datagroup-Geschäftsmodell bringen. Denn im gleichen Zug übernahm man auch ein kleines Software-Entwicklerteam in Barcelona. Während man bisher alle Software-Entwickler in Deutschland angestellt hatte, könnte das nun der Auftakt für ein sogenanntes Near-Shore-Modell sein. Das ist nicht nur deshalb interessant, weil Barcelona laut Schaber eine sehr schöne Stadt sei, sondern aufgrund des guten Angebots an fähigen Software-Leuten mit Deutschkenntnissen in der Stadt.

Da das heutige Barcelona-Team noch zu klein ist, um beurteilen zu können, wie gut das funktionieren kann, wird man zunächst das Team personell aufstocken und dann in einigen Monaten darüber befinden, ob dieses Modell weiterhin Teil der Datagroup-Strategie bleiben wird.

3. Das aktuelle und die kommenden Geschäftsjahre versprechen viel

Auch wenn sich Datagroup mit der Umsatz- und Ergebnisprognose für das aktuelle Geschäftsjahr noch Zeit lässt bis zur Hauptversammlung im März, versprechen die getätigten Zukäufe schon einiges. Denn von den erhofften 20 Mio. Euro, die die ehemalige IT-Informatik im aktuellen Jahr an Umsatz in die Kassen spülen soll, waren im vergangenen Geschäftsjahr noch keine Umsätze enthalten. Auch die UBL-Umsätze von rund 20 Mio. Euro wurden im vergangenen Geschäftsjahr nur zur Hälfte konsolidiert.

Hinzu kommt die kürzlich verkündete Portavis-Übernahme, die einen konsolidierten Jahresumsatz von rund 60 Mio. Euro einbringt – auch wenn 32 % davon wirtschaftlich den beiden anderen Gesellschaftern zustehen. Bei einer möglichen Vollkonsolidierung zum März 2020 wären das weitere 35 Mio. Euro an zusätzlichen Umsatzerlösen. Zusammengenommen erhöhen also allein diese drei Zukäufe den Jahresumsatz für das aktuelle Geschäftsjahr um rund 65 Mio. Euro. Nimmt man das organische Wachstum hinzu, das sich in den vergangenen vier Jahren auf 4 bis 6 % belief,  und weitere Zukäufe aus der gut gefüllten Übernahmepipeline, dann könnte man den Jahresumsatz von zuletzt knapp 307 Mio. Euro tatsächlich in Richtung 400 Mio. Euro ausbauen. Das wäre ein dickes Ausrufezeichen!

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Sven besitzt Aktien von Datagroup. The Motley Fool empfiehlt Datagroup.

Motley Fool Deutschland 2020

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