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WKN: A0MYC8 ISIN: US9285634021
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Achterbahnfahrt

Huch, was ist denn mit der TeamViewer (WKN: A2YN90)-Aktie los? Das haben sich viele Investoren anders gedacht, als sie den heiß erwarteten Tech-IPO aus Deutschland zeichneten. Von relevanten Zeichnungsgewinnen war weit und breit nichts zu sehen. Wer sich das Ganze jedoch erst einmal in Ruhe von der Seitenlinie angeschaut hat, der mag sich nun über die Chance des vergünstigten Einstiegs freuen.

Um diese Entscheidung mit weiteren Fakten zu unterfüttern, habe ich einige Überlegungen angestellt und im Folgenden relevante Fakten zusammengestellt.

War alles nur ein übertriebener Hype?

Das riesige Interesse an der Zeichnung versprach einen guten Börsenstart. Stattdessen scheinen sich nun viele gar nicht schnell genug von ihren zugeteilten Stücken trennen zu können, als ob es sich um heiße Kartoffeln handeln würde. Zweifel kommen hoch, ob man sich hat Sand in die Augen streuen lassen – schließlich sei doch TeamViewer im Grunde nicht mehr als ein simples Fernwartungstool.

Im Wertpapierprospekt wurde die Funktionalität jedoch – in den Augen einiger Beobachter – aufgebauscht zu einer Allzweckwaffe, die „Collaboration“, „Internet der Dinge“, „Mustererkennung“ und „Augmented Reality“ abdeckt. Kritisieren kann man auch, dass mit AnyDesk ein Hauptkonkurrent keine Erwähnung in der Wettbewerberbetrachtung fand.

Hinzu kommt der Umstand, dass der Umsatz im ersten Halbjahr 2019 um fast 80 % gestiegen ist, was super beeindruckend wirkt, sich aber bei genauerem Hinsehen als nicht ganz so spektakulär entpuppt. Es handelt sich dabei um Buchungseffekte aufgrund der Umstellung des Geschäftsmodells auf Aboverträge. In Zukunft würde der Umsatz sogar 10 % unter den Billings liegen, die über die kommenden Jahre um mindestens 35 % wachsen sollen.

Dass TeamViewer lediglich 216 Vollzeitstellen in der Forschung und Entwicklung hat, wurde ebenfalls kritisch angemerkt. Für ein 5-Mrd.-Unternehmen ist das erstaunlich wenig. Das hilft zwar, die Margen hochzuhalten, gefährdet aber andererseits die Marktposition. Insgesamt lassen sich also mehrere Gründe finden, um sich als TeamViewer-Aktionär verunsichern zu lassen.

Wurde der Preis zu hoch angesetzt?

Die Marktkapitalisierung von über 5 Mrd. Euro macht die Sache nicht besser. Viele Stimmen sind nun zu hören, dass sich die Finanzinvestoren von Permira einfach nur die Taschen haben vollstopfen wollen. Berichten zufolge wurde TeamViewer 2014 für 870 Mio. Euro übernommen, und jetzt wurden Anteile zum 6-fachen Wert verkauft.

Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Schließlich haben die Eigentümer vor dem Börsengang noch eine Eigenkapitalspritze im Umfang von 142 Mio. Euro gewährt und zudem einige Vertriebsgesellschaften auf eigene Rechnung aufgebaut und eingebracht. Hinzu kommen sicherlich Kosten in zweistelliger Millionenhöhe für Berater, Anwälte und Buchprüfer sowie den Einsatz des eigenen Marktanalyse- und Strategieteams von Permira. Die ganzen Transaktionen und die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells sind ja nicht vom Himmel gefallen.

Wie auch immer: Selbst eine Vervierfachung innerhalb von fünf Jahren wäre natürlich ein starkes Ergebnis, denn es entspräche immer noch über 30 % Rendite pro Jahr. Diese haben sie sich aber auch redlich verdient, sollte die Zukunft zeigen, dass die strategischen Weichenstellungen tatsächlich das versprochene Wachstum bringen.

Man muss sich klarmachen, dass es der Job von Permira und den beauftragten Banken war, einen guten Preis zu erzielen. Hätte sich der Kurs nachhaltig verdoppelt, dann hätten sie irgendetwas falsch gemacht. Einen fairen Preis zu ermitteln ist leichter gesagt als getan, denn es gibt keine magische Formel dafür.

Würde TeamViewer drei Jahre mit einer Rate von 30 % wachsen und dann abflachen oder fünf Jahre mit 40 %? Können die Margen noch gesteigert werden oder erfordert steigender Wettbewerbsdruck schon bald höhere Entwicklungs- und Vertriebsaufwendungen? Schon kleinste Änderungen an den Annahmen können dramatische Auswirkungen haben.

Letztlich kann man nicht viel mehr aussagen, als dass es ein wahrscheinliches Szenario gibt, in dem der Gewinn über die kommenden fünf Jahre die Marke von 250 Mio. Euro überschreitet. Setzt man dann ein realistisches KGV von 30 an, dann ergibt sich eine zukünftige Marktkapitalisierung von 7,5 Mrd. Euro, was einer markttypischen Rendite über den Zeitraum entsprechen würde.

Ist die Konkurrenz zu stark?

Damit es so kommt, muss TeamViewer weiterhin Raum für Expansion haben. Konkurrenz, die große Ressourcen dafür einsetzt, um dem Börsenneuling das Wasser abzugraben, käme äußerst ungelegen. Natürlich kann man in diesem Zusammenhang auf Microsoft (WKN: 870747) und die anderen üblichen Verdächtigen verweisen, die in der Lage sind, nahezu jedes digitale Marktsegment aufzumischen.

Allerdings erinnere ich immer wieder gerne an VMWare (WKN: A0MYC8), den Champion für Virtualisierungssoftware. Vor knapp 15 Jahren war dieses Unternehmen in einer ähnlichen Lage wie heute TeamViewer. Die Software veränderte die IT-Landschaft, machte einen unheimlich durchdachten Eindruck und das Management hatte großartige Visionen. Aber Kritiker gaben sich überzeugt, dass Microsoft dieses Unternehmen schon bald plattmachen würde. Heute ist VMWare 60 Mrd. US-Dollar wert.

Von daher bin ich recht zuversichtlich, dass TeamViewer es ebenfalls schaffen kann, wenn die Strategie konsequent verfolgt wird und ständig weitere Anwendungsfälle erarbeitet werden, die neue Kundengruppen erschließen können.

Vorsichtige Anleger warten noch einige Quartale ab, um die Geschäftsdynamik besser zu verstehen und weitere Informationen über die Margenentwicklung zu erhalten. Mutige Anleger können sich nun jedoch durchaus auf die Lauer legen, um im richtigen Moment zuzuschlagen.

Ist dies die nächste Wirecard?

Wirecard stieg um fast 2.000 %. Jetzt gibt es einen aussichtsreichen „Nachfolger“, der schon bald die Spitze einnehmen könnte. Erst im vergangenen Jahr kam die Aktie an die Börse. Mit +49 % Umsatz-Wachstum (2018) und einer traumhaften Marge von 52 % (vor Steuern und Abschreibungen) fasziniert das Unternehmen die Analysten, während seine Plattform die Internet-Händler in der ganzen Welt mit der besten Performance begeistert und so bereits über 3 Milliarden Menschen erreicht. Wächst hier ein ganz neuer Tech-Gigant heran? Alle Details liest du hier:

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien.

Teresa Kersten, Mitarbeiterin bei LinkedIn, einem Tochterunternehmen von Microsoft, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool hält Aktien von Microsoft und hat die folgenden Optionen: Long Januar 2021 $85 Calls auf Microsoft.

Motley Fool Deutschland 2019

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