MPH Mittelständische Pharma Holding Vz


WKN: A0NF69 ISIN: DE000A0NF697
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Meldung
Augsburg (www.aktiencheck.de) - Die MPH Mittelständische Pharma Holding AG (ISIN DE000A0NF697 / WKN A0NF69 ), ein Spezialist für Generika und Parallelimporte hatte am 07.05.2012 die Übernahme von 52% der Anteile am Berliner Unternehmen Windsor AG (ISIN DE0006190705 / WKN 619070 ) bekannt gegeben.


Anlässlich dieser Pressemitteilung hat GBC-Analyst Cosmin Filker ein Vorstandsinterview mit dem MPH-Vorstand Dr. Pahl geführt.

GBC AG: Herr Dr. Pahl, jüngst erwarb Ihr Unternehmen rund 52% am Grundkapital der Windsor AG. Was sind die Beweggründe dieser Akquisition und was versprechen Sie sich daraus? Welche strategische Bedeutung hat dieser Erwerb?

Dr. Pahl: Ein besonderes Augenmerk bei dieser Akquisition haben wir zunächst auf die zwei Pharmatöchter der Windsor AG gelegt. Besonders bei der auf die Herstellung, den Handel und Vertrieb von Generika spezialisierten Simgen GmbH, haben wir große Synergiepotenziale identifizieren können. Denn diese Windsor-Tochter verfügt über besonderes Know How für Ausschreibungen in Nicht-EU-Ländern, gute Kontakte und einen etablierten Vertriebskanal außerhalb Europas, was in unseren Augen eine hervorragende Ergänzung unserer bisherigen Aktivitäten, welche sich nahezu ausschließlich auf Deutschland konzentrieren, darstellt. Hinzu kommt die Tatsache, dass in den von der Simgen GmbH adressierten Ländern kein Herstellerzwangsrabatt - wie in Deutschland - für patentgeschützte Medikamente existiert und beim Vertrieb von Generika häufig Preise über dem Preisniveau in Deutschland erzielt werden können. Die Rabattverträge sorgen in Deutschland für vergleichsweise niedrige Preise für Generika.

Die zweite Tochtergesellschaft, die Pharmigon GmbH, ist als Lohnhersteller tätig. Wir wollen an den Erfahrungen der Pharmigon GmbH in der Abfüllung teilhaben, um unsere Kenntnisse in der Herstellung zu erweitern. Bislang nutzen wir für die Abfüllung unserer Generika fremde Lohnhersteller.

GBC AG: Welches Zeitfenster erachten Sie für die Integration der Windsor-Gesellschaften als realistisch?

Dr. Pahl: Die Verzahnung der operativen Tätigkeit soll so schnell wie möglich umgesetzt werden. Wir sind fest davon überzeugt, dass sich bereits im laufenden Geschäftsjahr 2012 signifikante Umsatz- und Ergebnisbeiträge einstellen werden.

GBC AG: Neben den Pharma-Aktivitäten ist die Windsor AG auch im Berliner Immobilienmarkt tätig. Gibt es Ihrerseits konkrete Überlegungen, wie der Immobilienbereich unter dem neuen Unternehmensdach weiterentwickelt werden soll?

Dr. Pahl: Mit der Akquisition der Windsor AG haben wir auch deren Immobiliensegment erworben. Dieser Geschäftsbereich deckt sich zwar mit unserer bisherigen Geschäftstätigkeit nicht, dennoch sind wir davon überzeugt, auch aus dem Immobiliensegment wesentliche Umsatz- und Ergebnisimpulse zu generieren. Die Windsor AG hat seit ihrem Bestehen das Immobilien-Know How sukzessive erworben und eine Reihe attraktiver Immobilienprojekte realisieren können. Wir wollen auch künftig diesen Bereich fortführen und vom bisher aufgebauten Know How sowie von den guten Kontakten profitieren. Zumal dieser Geschäftsbereich im laufenden Geschäftsjahr gute Ergebnisbeiträge verspricht und allgemein als konjunkturresistent gilt. Hier liegt eine Gemeinsamkeit des Pharma- und Immobilienbereiches - beides sind so genannte "defensive Branchen", die auch in Phasen schlechter Konjunktur stabile Gewinne produzieren können.

GBC AG: Können Sie die Transaktion, die zum Erwerb der Mehrheit an der Windsor AG geführt hat näher beschreiben?

Dr. Pahl: Im ersten Schritt haben wir über die Börse rund 2,2 Mio. Windsor-Aktien zu Tageskursen erworben. Weitere 5 Mio. Windsor-Aktien wurden von der Beteiligungsgesellschaft Magnum AG in Form einer Sachkapitalerhöhung in unsere Gesellschaft eingebracht. Im Gegenzug zu dieser Einbringung wurden der Magnum AG 3,12 Mio. MPH-Aktien aus der Kapitalerhöhung zugesprochen. Somit erhöhte sich auch unser Grundkapital von 38,05 Mio. EUR auf den aktuellen Wert von 41,17 Mio. EUR.

GBC AG: Ist eine Aufstockung der Beteiligung auf 100 % geplant?

Dr. Pahl: Eine weitere Aufstockung der Anteile ist derzeit nicht geplant.

GBC AG: Welche Auswirkungen hat die Transaktion auf die Bilanz und Gewinnund Verlustrechung der MPH AG zum Halbjahr 2012? Mit welchen Sondereffekten können die Investoren rechnen?

Dr. Pahl: Aufgrund der aktuellen Beteiligungsquote von über 50% werden wir die Windsor AG voll konsolidieren. Dadurch wird es zu einer Ausweitung der Bilanzsumme kommen. Die Eigenkapitalquote wird jedoch hoch bleiben. Positive Effekte werden sich auf der Ertragsseite einstellen, denn mit der Vollkonsolidierung der Windsor AG werden wir zum Jahresende 2012 hin sowohl auf Umsatz- als auch Ergebnisebene positive Ergebnisse verbuchen können. Zumal die Windsor AG einige Immobilienprojekte aus dem Geschäftsjahr 2011 in das laufende Geschäftsjahr 2012 verschieben musste.

GBC AG: Die Windsor AG hält bislang ihrerseits als Finanzbeteiligung ein Aktienpaket an der MPH AG. Damit ergibt sich derzeit eine Überkreuz-Beteiligung. Ist eine Veräußerung dieses Aktienpaketes geplant?

Dr. Pahl: Die Windsor AG hatte nach diversen erfolgreichen Maßnahmen im laufenden Geschäftsjahr ihre MPH-Anteile bereits auf etwa 11% (Anm. der GBC AG: ca. 4,6 Mio. Aktien) reduziert. Nach der Akquisition erwägen wir aber auch den vollständigen Verkauf dieses Aktienpaketes an einen oder mehreren Investoren, um die Überkreuz- Beteiligung aufzulösen. Das MPH-Aktienpaket hatte bei der Windsor AG aber auch keine strategische Bedeutung und wurde als Finanzanlage gehalten. Mit den zu erlösenden Mitteln, beabsichtigen wir den Ausbau des Pharmageschäftes der Windsor- Töchter außerhalb Europas finanziell auszustatten.

GBC AG: Herr Dr. Pahl, ich danke Ihnen für das Gespräch. (10.05.2012/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Analyse, übermittelt von der aktiencheck.de AG. Die aktiencheck.de AG veröffentlicht diese Analyseim Auftrag des gegenständlichen Unternehmens. Für die Erstellung und den Inhalt der Analyse ist nicht die aktiencheck.de AG, sondern die Quelle/ der Verfasser selbst verantwortlich. Weitere mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.


 

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