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WKN: BAY001 ISIN: DE000BAY0017
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Meldung

Risiken und Nebenwirkungen: Ist Bayer fit für 2012?

 

War das jetzt der Befreiungsschlag für Bayer? Nach den USA darf der DAX-Konzern sein vielleicht wichtigstes neues Medikament Xarelto auch in Europa zur Prävention von Schlaganfällen bei Vorhofflimmern sowie Venen-Thrombosen auf den Markt bringen. Bayer erhofft sich durch Xarelto Spitzenumsätze von zwei Milliarden Euro – echte Blockbuster-Dimensionen. Die Leverkusener können diese guten News derzeit sehr gut brauchen, ihnen machen der scharfe Wettbewerb, die hohen Einsparungen in den staatlichen Gesundheitssystemen und die Konkurrenz durch Generika zu schaffen.

 

Xarelto gilt als hoch effektiv und leicht anzuwenden. Mediziner gehen davon aus, dass sich die Verschreibungspraxis in Europa verändern könnte, da zur Behandlung von Venenleiden jetzt nur noch ein einziges Medikament notwendig ist. Käme es so, sollte dieses Bayer neuen Schwung verleihen.

 

Derzeit kämpft die Aktie wieder mit der 50-Euro Marke, ist inzwischen aber weit weg vom 52-Wochen-Tief (35,36 Euro).

 

Bis Xarelto sich endgültig durchgesetzt und die Marktführerschaft hat, ist zudem noch ein weiter Weg. Und die Mitbewerber schlafen nicht: Mit Abstand schärfster Rivale von Bayer ist der Familienkonzern Boehringer Ingelheim. Dessen Pille Pradaxa ist in den USA seit Herbst 2010 auf dem Markt. Aber auch in Europa und in weiteren Ländern hat Pradaxa die Nase vorn. Die US-Pharmariesen Pfizer und Bristol Myers Squibb drängen mit Eliquis auf den Markt, der japanische Pharmakonzern Daichi Sankyo setzt auf die Arznei Lixiana.

 

In einem Interview mit dem „Tagesspiegel“ ließ Bayer-Chef Marijn Dekkers Dampf ab, haderte unter anderem mit der Zahlungsmoral einiger europäischer Staaten.

 

Die Außenstände seines Unternehmens lägen im dreistelligen Millionenbereich, zum Teil seien dabei die Zahlungsfristen bereits um mehr als ein Jahr überschritten, erklärte der Holländer.

 

Auch über die Probleme der Pharmasparte „Healthcare“ und des Kunststoffbereichs verlor Dekkers offene Worte: Die Gewinnmargen sinken hier offenbar deutlicher, als Analysten noch vor Wochen erkannt haben wollen. Wann (und ob überhaupt) dieser Negativ-Trend gestoppt werden könne, scheint offen wie nie. Eigentlich keine rosigen Aussichten für das Börsenjahr 2012, wenn da nicht das Zauberwort „China“ wäre. Dekkers wörtlich: „China hat noch soviel Bedarf. Ich wüsste nicht, was unser Wachstum dort bremsen sollte“.

 

Ob das erwartete Wachstum im Reich der Mitte aber all die negativen Nachrichten über auslaufende Patente und die steigende Konkurrenz von Nachahmerprodukten mittelfristig ausgleichen und damit für neue Kursphantasie sorgen kann? Ich bin da etwas skeptisch, auch wenn man nicht verschweigen sollte, dass Bayer sich in den vergangenen zwölf Monaten strategisch außerordentlich klug angestellt hat.

 

Auch deuten die neuesten Zahlen auf eine gewisse Widerstandsfähigkeit in der Krise hin: Immerhin steigerte Bayer das EBITDA in Q3 um 8,5 Prozent auf mehr als 1,8 Milliarden Euro. Keine schlechte Ausgangslage, wenn man die Daten mit denen der größten Konkurrenten vergleicht.

 

 

MEIN FAZIT:


- Die Mehrheit der Analysten ist positiv für Bayer gestimmt, vor allem nach der Entscheidung für Xarelto. Doch allein das hilft der Aktie nicht nachhaltig auf die Beine, denn alles andere als ein positiver Entscheid war ernsthaft auch nicht zu erwarten gewesen.

 

- Große Probleme bereitet dem Konzern weiterhin die Schuldenkrise in Europa. Jetzt allein auf Wachstum in China zu setzen, wäre fatal. Auch dort deutet sich eine Konjunkturdelle an.

 

- Was also tun mit den Bayer-Aktien? Wer sie bereits im Depot liegen hat, sollte sie nicht anrühren. Zweifellos gehört Bayer zu den günstigeren DAX-Titeln mit Wachstumspotenzial, die gerade in Krisenzeiten eine gewisse Sicherheit bieten.

 

- Wer noch keine Bayer-Aktie sein eigen nennt, sollte noch abwarten, bis die Aktie wieder über 50 Euro notiert. Das wird allerdings schon deshalb nicht einfach werden, weil wegen des Auslaufens wichtiger Patente 2012 zu einem Übergangsjahr werden könnte.

 

- Wichtig für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens ist nicht nur das Geschäft mit der Gesundheit, sondern auch die Solidität anderer Säulen wie z.B. des Pflanzenschutzgeschäfts. Hier sollte dem neben Syngenta größten Anbieter der Welt ein guter Start ins neue Jahr gelingen. Anders sieht es bei den Kunststoffen aus. In der letzten Rezession war gerade die Chemiesparte tief in die Verluste gerutscht. Eine Besserung kann ich bisher nicht erkennen.

 

 

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Viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage wünscht Ihnen

 

Ihr

Armin Brack

Chefredakteur Geldanlage-Report







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