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Meldung
London (www.fondscheck.de) - Das Ergebnis des Türkei-Referendums steht fest, so Colin Croft, Manager des Jupiter New Europe SICAV (ISIN LU0300038378 / WKN A0MRMV ) bei Jupiter AM.


Jetzt komme es darauf an, ob sich die Spannungen des Wahlkamps auflösen oder verstärken würden. Werde sich die Politik in die richtige Richtung bewegen?

Am 16. April 2017 habe die Türkei über eine Änderung der Verfassung hin zu einem Präsidialsystem abgestimmt. Das Ergebnis - ein knapper Sieg für das neue System mit 51,3 Prozent der Stimmen - scheine aus Aktiensicht das bestmögliche zu sein. Die Alternativen hätten in einer deutlicheren Zustimmung oder einer knappen Ablehnung des Referendums bestanden. Beides hätte mit höherer Wahrscheinlichkeit zu vorgezogenen Wahlen geführt, mit all der Unsicherheit, die damit einhergehe. Die türkischen Aktienmärkte würden bei einer Beibehaltung des Status Quo zu Kursgewinnen neigen, da die Wirtschaftspolitik der regierenden AKP als fundierter angesehen werde als die der Vorgängerregierungen.

Vize-Premier Şimşek habe im Anschluss an das Referendum klargestellt, dass es keinerlei Pläne gebe, die für 2019 geplanten Wahlen vorzuziehen. Sollte dies zu einer Periode relativer Stabilität führen - mit stärkerem Wachstum und einem daraus resultierenden Wahlsieg der AKP 2019 - wäre dies zumindest für die türkische Wirtschaft und ihren Aktienmarkt ein positives Signal. Bedingung hierfür wäre, dass sich die Regierung verstärkt auf ökonomische Reformen konzentriere.

Für die Märkte sei es seit der Abstimmung stark aufwärts gegangen. Damit sei die Hoffnung verbunden, dass nun eine Phase der Besonnenheit beginne. Zwei der größten Oppositionsparteien hätten bereits Bedenken über die Legitimität des Referendums angemeldet, da das türkische Wahlkomitee entschieden habe, ungestempelte Wahlzettel zu akzeptieren. Jetzt sei es wichtig zu beobachten, ob sich die Spannungen des Wahlkampfes auflösen oder verstärken würden und ob sich die Politik in die richtige Richtung bewege.

Einerseits habe der türkische Aktienmarkt währungsbereinigt (in GBP) seit Jahresbeginn um 12 Prozent zugelegt. Dies sei aber andererseits von einem extrem niedrigen Niveau aus - einem 10-Jahres-Tiefpunkt in Folge des Putschversuchs im vergangenen Jahr geschehen. Dennoch seien die Bewertungen nach Erachten der Experten mit einem KGV von neun sehr attraktiv und deutlich niedriger im Vergleich zu anderen Wachstumsmärkten und historischen Bewertungen. Ein Positiv-Szenario sei demnach bei Weitem nicht eingepreist.

Der Jupiter New Europe SICAV sei derzeit zu 15 Prozent in der Türkei investiert und seine breite Diversifizierung über mehrere Länder sollte dabei helfen, gegen politische Risiken gewappnet zu sein. Die Experten würden zudem einen Bottom-up Ansatz mit Fokus auf titelspezifische Änderungen verfolgen, die von den Märkten noch nicht erfasst worden seien. Der Grund für dieses Vorgehen sei, dass solche Trends eher vorauszusagen seien als Top-down-Entscheidungen. Letztere würden u.a. von schwer abschätzbaren Ereignissen wie etwa Wahlen abhängen.

Ein Beispiel für den Ansatz der Experten sei der kleine türkische Versicherer AvivaSA, ein Joint Venture des britischen Unternehmens Aviva und des führenden türkischen Konglomerats Sabanci. Die Experten hätten im April 2015 in den Titel investiert in der Annahme, dass der Markt das enorme Wachstumspotenzial der Gewinne im Pensionsbereich nicht eingepreist habe. Während in Großbritannien die meisten Menschen in private Vorsorge investieren würden, sei dies noch nicht einmal bei jeder fünften Person in der Türkei der Fall. Die Türkei könnte ihre Wirtschaft durch eine Erhöhung dieser Sparquote unabhängiger von den Unsicherheiten internationaler Kapitalströme machen.

Ein möglicher Ansatz hierfür sei z.B. die Förderung privater Vorsorge durch eine automatisierte Integration in private Versorgungssysteme sowie staatliche Zuschüsse zu Beitragszahlungen. Obwohl diese Maßnahmen nicht immer mit voller Entschlossenheit durchgeführt worden seien - es sei beispielsweise sehr einfach, aus dem System auszusteigen - hätten dennoch ausreichende Fortschritte erzielt werden können.

Entsprechend habe die Aktie den türkischen Markt um 15 Prozentpunkte outperformt. Die Experten würden glauben, dass die langfristige Erhöhung der Sparquote eine so fundamentale Notwendigkeit darstelle, dass die Regierenden der Türkei nicht um Maßnahmen herumkommen würden, die Vorsorgebereitschaft zu erhöhen. Die Aktie bleibe daher angesichts ihres Wachstumspotentials attraktiv bewertet. (28.04.2017/fc/a/f)


 

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