A computer chip on the left and a graphical image of a car in a parking lot on the right.

1. Historische Outperformance

Es ist nicht unbedingt eine gute Idee, eine Aktie nur deshalb zu kaufen, weil sie in der Vergangenheit gut gelaufen ist. Doch NVIDIAs Performance in den letzten zwei Jahrzehnten verrät uns, dass das Unternehmen etwas richtig macht.

Seit dem Börsengang im Jahr 1999 ist die Aktie um 12.000 % gestiegen. Das meiste hiervon kam in den letzten Jahren zustande – Zinseszins sei Dank. Alleine in den letzten fünf Jahren liegt das Plus bei 990 %. Investoren, die ihr Geld in Aktien stecken, die den Markt langfristig geschlagen haben, werden tendenziell besser abschneiden als solche, die langfristige Underperformer kaufen.

2. Dominanz im Grafikkartenmarkt

Die genannten Kursgewinne sind das Ergebnis der Dominanz des Unternehmens im Markt für Grafikprozessoren. NVIDIA und der ewige Rivale Advanced Micro Devices (WKN: 863186) führen seit Ewigkeiten eine erbitterte Schlacht, doch seit 2005 hat NVIDIA beim Marktanteil die Nase vorn. Das Gaming-Segment ist die größte Sparte des Unternehmens und bringt rund 50 % der Gesamtumsätze ein.

In den letzten fünf Jahren hat NVIDIA seine Kernkompetenz, Grafikkarten für PC-Gamer zu entwickeln, auch auf andere Bereiche angewendet – etwa Hochleistungsrechner, KI und Robotik. Das Ergebnis: Die Umsätze haben sich mehr als verdoppelt, die Gewinne sogar mehr als verdreifacht.

Aktienkurs, Umsatz und verwässertes Ergebnis je Aktie von NVIDIA. Daten von YCharts.

3. Verbesserte Margen

Die Gewinne sind schneller gewachsen als die Umsätze, weil sich mit Top-Prozessen erstklassige Margen generieren lassen. Der Wandel hin zu teureren Produktverkäufen, etwa aus dem Datencenter-Segment (das 27 % der Umsätze einbringt), hat die Bruttomarge in den letzten Jahren von 48 % auf 61 % steigen lassen.

4. Starker Cashflow

Diese tollen Margen lassen das Unternehmen förmlich im Geld schwimmen. Trotz der abnehmenden Umsätze in diesem Jahr, was an einer Abkühlung in den Gaming- und Datencenter-Verkäufen liegt, generierte NVIDIA 2,4 Milliarden Dollar an freiem Cashflow.

5. Eine cash-starke Bilanz

Außerdem sieht die Bilanz des Unternehmens gesund aus: Die Netto-Cash-Position liegt bei 6,5 Milliarden Dollar. Das gibt NVIDIA einen starken Vorteil gegenüber AMD, das ein schlechteres Verhältnis von Schulden zu Bargeld aufweist.

6. Ausschüttungen

Hohe Profitabilität bedeutet, dass auch die Investoren ihren Teil bekommen: Das Unternehmen zahlte 2012 seine erste Dividende von damals 30 US-Cent je Aktie. Dank des Wachstums, das das Unternehmen in der Vergangenheit erfahren hat, hat sich die Dividende auf 0,64 Dollar mehr als verdoppelt.

7. Der CEO ist Gründer und Großinvestor

Gründer und CEO Jensen Huang hat eine Leidenschaft für Grafik, was den Erfolg seines Unternehmens seit der Gründung im Jahr 1993 erklärt. Noch viel wichtiger, Huang besitzt selbst 3,87 % der ausstehenden Aktien. Sein Paket ist derzeit 4,6 Milliarden wert. Somit dürften seine Interessen mit denen langfristiger Investoren übereinstimmen.

8. Die Sache mit den Datenzentren

NVIDIA hat letztens eine Abkühlung in seiner zweitgrößten Sparte, dem Datencenter-Segment, erlebt. Die Umsätze fanden im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2019 bei 792 Millionen ihren Höhepunkt und fielen im letzten Quartal auf 655 Millionen. Das lag vor allem an den geringeren Investitionen einiger Großkunden. Nichtsdestotrotz sieht die Zukunft super aus.

Huang sieht weiterhin eine starke fundamentale Nachfrage. In der Analystenkonferenz zum zweiten Quartal sagte er: „Der langfristige Trend für unser Datencenter-Geschäft zeigt nach oben, das Segment wächst sehr erfreulich.”

Unabhängige Schätzungen erwarten in der Tat steigende Nachfrage nach Datenzentren. Der Markt soll laut Technavio bis 2023 um 17 % im Jahr wachsen. NVIDIAs Datencenter-Segment könnte tatsächlich schon den Turnaround gestartet haben, da die 655 Millionen Dollar Umsatz im letzten Quartal den ersten sequenziellen Anstieg seit drei Quartalen darstellten.

9. Mellanox zementiert NVIDIAs Position in diesem Markt

NVIDIA hat die Schwäche im Datencenter-Markt genutzt, um das Unternehmen Mellanox (WKN: A0MK4E) zu übernehmen; der Deal soll Ende 2019 abgeschlossen werden. Die 6,9 Milliarden Dollar teure Übernahme des israelischen Anbieters von Netzwerkprodukten versetzt NVIDIA in eine sehr aussichtsreiche Position, um von wieder steigenden Investitionen in Datenzentren zu profitieren.

Mellanox’  Umsätze stiegen 2018 um 26 % auf 1,09 Milliarden Dollar. Dabei sprang ein üppiger Gewinn von 267 Millionen heraus, mehr als doppelt so viel wie im Jahr zuvor.

10. Chancen bei selbstfahrenden Autos

Vor ein paar Jahren, als selbstfahrende Autos ganz oben in den Schlagzeilen standen, wurde NVIDIA hier als führend wahrgenommen, was ein Grund für den Optimismus vieler Investoren war. Doch die Wachstumsstory in diesem Segment war im Verhältnis zu den anderen Sparten eher schwach. Außerdem ist die Konkurrenz hier recht hart: Intels Mobileye und Alphabets Waymo möchten sich hier ebenfalls einen Platz erarbeiten.

Derweil kommt NVIDIA mit seiner DRIVE-Plattform gut voran: Mit AutoX und dem schwedischen Autohersteller NEVS wurde eine Partnerschaft vereinbart, die ab 2020 in Europa selbstfahrende Taxis auf die Straße bringen soll. Das Start-up Optimus Ride startete zudem kürzlich ein Pilotprogramm, um in Brooklyn selbstfahrende Shuttlebusse zu testen, die auf der DRIVE-Plattform laufen.

NVIDIAs Automotive-Segment generierte im letzten Jahr 710 Millionen Dollar Umsatz, 22 % mehr als im Vorjahr.

11. Immer mehr Wachstumschancen

Chip-Aktien sind sehr volatil. Das ist die logische Konsequenz daraus, dass die Halbleiterindustrie sehr zyklisch ist. Doch NVIDIAs vergangene Performance zeigt, dass das Unternehmen Investoren, die schöne Renditen erzielen wollen, einiges zu bieten hat.

Ein guter Indikator für ein gutes Unternehmen sind immer weiter expandierende Wachstumschancen. NVIDIA begann als Grafikspezialist für PC-Gamer. Doch konstante Fortschritte in der Technologie haben dafür gesorgt, dass die Hardwarelösungen des Unternehmens auch auf anderen Feldern genutzt werden können, etwa KI und Robotik. Diese Bereiche könnten von der schieren Power der Grafikkarten profitieren.

NVIDIA erlebt gerade genau das, was Intel in den 90ern wiederfuhr, als immer mehr Leute einen PC kauften. Die Rechenpower der Grafikkarte verändert die Welt und versetzt NVIDIA in eine perfekte Position, um weiterhin attraktive Renditen für Investoren zu liefern.