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Was bedeutet es eigentlich, Erfolg an der Börse zu haben? Viele Anleger verstehen darunter, jedes Jahr eine bessere Performance abzuliefern als der Markt. Dies ist ihr Ziel und um dieses zu erreichen, wird versucht, durch intensive Recherche einen vermeintlichen Wissensvorsprung zu erlangen, um so genau auf die Werte zu setzen, die eine hohe Rendite versprechen.

Doch dieses Vorgehen ist nicht nur zeitintensiv, sondern setzt meiner Meinung nach die Akteure auch unter einen ständigen Erfolgsdruck, vor allem darum, weil sie sich etwas zum Ziel gesetzt haben, was erwiesenermaßen über einen längeren Zeitraum kaum zu schaffen ist. Denn fast jeder, der glaubt, die Börse überlisten zu können, wird früher oder später eines Besseren belehrt werden.

Ich finde, man sollte locker und mit Spaß an das Investieren herangehen und sich keine Gedanken darüber machen, ob man jetzt mit seinen Aktien in einem Jahr besser abgeschnitten hat als der Markt oder nicht. Das bedeutet natürlich nicht, dass man wahllos irgendwelche Aktien kaufen sollte, vielmehr sollte man sich eine Strategie zurechtlegen, nach der man seine Anlageentscheidungen letztendlich trifft.

Eine Möglichkeit wäre hier zum Beispiel, sich auf Aktien zu konzentrieren, die eine regelmäßige Dividende versprechen. Mit dieser Strategie verschenkt man vielleicht auf den ersten Blick Rendite, doch wenn man einmal genauer hinschaut, könnte sie unter Umständen langfristig die bessere Wahl sein.

Was oft vergessen wird

Man kann es in vielen Blogs und diversen Gruppen in Facebook (WKN: A1JWVX) immer wieder erleben, wie mit stolzer Brust gepostet wird, wenn man es geschafft hat, über einen bestimmten Zeitraum ein wenig besser abgeschnitten zu haben als der Gesamtmarkt oder als ein Index, der als Benchmark gesetzt wurde.

In diesem Zusammenhang lassen es sich viele auch nicht nehmen, gleich noch zu erwähnen, dass bestimmte Outperformer der letzten Zeit natürlich auch wesentlich besser gelaufen sind als vergleichbare Aktien von Unternehmen, die eine Dividende bezahlen. Und es wird dann meistens noch darauf eingegangen, dass eine Dividendenstrategie dem Anleger sowieso weniger einbringt als die Anlage in wachstumsstarke Konzerne, da diese ja einen besseren Kursverlauf gezeigt haben.

Aber genau dies ist das Stichwort, denn die erzielte Performance wird meistens eben nur über den Verlauf des Kurses einer Aktie dargestellt. Doch die in diesem Zeitraum gezahlten Dividenden, die ja auch zur Rendite einer Aktie gehören, werden nicht mit einbezogen. Aber gerade hier sollte man einmal genauer hinschauen, denn dann wird schnell klar, dass man die Dividenden auf keinen Fall ignorieren sollte.

Viel mehr als erwartet

Das viele Renditeberechnungen unter Umständen völlig irreführend sind, wird schnell klar, wenn man sich einmal in die spezielle Situation eines einzelnen Anlegers versetzt. Denn hier könnte es sein, dass die Dinge völlig anders liegen, als man auf den ersten Blick vielleicht vermuten würde.

Nehmen wir einmal den DAX-Konzern Allianz (WKN: 840400), um an einem Beispiel zu verdeutlichen, was ich meine. Wir unterstellen eine Anlagesumme von 10.000 Euro und betrachten einmal einen Zeitraum von 14 Jahren, um uns anzuschauen, welchen Einfluss die Dividende auf eine Gesamtperformance haben kann.

Mit dem DAX hätte ein Anleger in diesem Zeitraum eine Rendite von 134,08 % erzielt und somit aus seinen 10.000 Euro genau 23.408 Euro gemacht. Wer vor 14 Jahren allerdings nicht in den Gesamtmarkt, sondern in die Allianz-Aktie investiert hätte, konnte nur eine Rendite von 73,77 % erwirtschaften bzw. könnte jetzt statt 10.000 Euro also 17.377 Euro sein Eigen nennen.

Dieses Ergebnis sieht für den Allianz-Investor auf den ersten Blick recht niederschmetternd aus, denn er hätte nach dieser Betrachtung genau 6.031 Euro weniger Gewinn generiert, als er mit dem DAX hätte erzielen können.

Doch ein ganz anderes Bild ergibt sich, wenn man die erhaltenen Dividenden mit einbezieht:

Quelle: Eigene Berechnungen, Allianz

Rechnet man nämlich die über diesen Zeitraum insgesamt gezahlten Dividenden von 7.645 Euro zur Rendite hinzu, dann hätte man mit der Allianz sogar 1.614 Euro mehr erwirtschaftet als mit dem DAX.

Dies zeigt meines Erachtens eindrucksvoll, dass es immer auf die Betrachtungsweise und auf die individuelle Situation eines jeden Anlegers ankommt, ob man den Markt wirklich geschlagen hat oder eben nicht. Und von geposteten Momentaufnahmen einzelner Anleger, die darlegen, dass sie in einem bestimmten Zeitraum den Markt outperformt haben, sollte man sich in keiner Weise beeindrucken lassen, sondern immer auf seine persönliche Anlagesituation schauen.

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Andre Kulpa besitzt Aktien der Allianz. Randi Zuckerberg, eine frühere Leiterin der Marktentwicklung und Sprecherin von Facebook sowie Schwester von CEO Mark Zuckerberg, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Facebook.

Motley Fool Deutschland 2020

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