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Meldung

Mit Volkswagen (WKN:766400) dürften viele Anleger nicht nur gute Erinnerungen verbinden. Im Sommer 2015 brach der Kurs der VW-Aktie innerhalb weniger Wochen um über 60 % ein. Vollständig erholt hat sich die Aktie bisher nicht.

Trotzdem sollten VW-Investoren oder solche, die gerne welche werden wollen, nicht vergessen, dass VW immer noch Autos baut – und die sollen in Zukunft nicht nur elektrisch fahren, sondern auch zum „digitalen Endgerät auf Rädern“ werden.

Um die dafür nötige Cloud-Infrastruktur will sich VW offenbar nicht selbst kümmern, sondern verpartnert sich zu diesem Zweck mit Microsoft (WKN:870747).

Nicht FANG, aber oho

Microsoft? Ach ja, da war doch was. Seitdem alle nur noch Augen für FANG, also Facebook (WKN:A1JWVX), Amazon (WKN:906866), Netflix (WKN:552484) und Google bzw. Alphabet (WKN:A14Y6F), zu haben scheinen, ist es aus meiner Sicht reichlich still geworden um den IT-Klassiker aus Redmond.

Ich finde, völlig zu Unrecht. Microsoft ist nicht nur der weltgrößte Softwarekonzern, sondern vermutlich auch eines der Unternehmen mit den weltweit glücklichsten Anlegern. Mit einer Kurssteigerung von über 230 % in den letzten fünf Jahren konnte die Microsoft-Aktie den marktbreiten S&P 500 um mehr als das Doppelte überbieten (Stand für beide Kurse: 05.10.2018).

Aber kann Microsoft auch Cloud? Schließlich ist das IT-Urgestein vor allem für seine Betriebssysteme und Bürosoftware bekannt.

Tatsächlich ist die hauseigene Cloud Azure bereits seit 2010 auf dem Markt und scheint sich einer außerordentlich großen Beliebtheit zu erfreuen. Nach eigenen Angaben vertrauen 90 % der Fortune-500-Unternehmen auf die Microsoft-Cloud.

An Microsoft Azure gefällt mir vor allem der überraschend hohe Freiheitsgrad. Nach dem Motto „Arbeiten Sie doch, wie Sie wollen“ öffnet sich Microsoft hier auch für Lösungen aus der Open-Source-Welt, z. B. dem recht frischen Kubernetes, das im Rahmen des Azure Kubernetes Service für die Orchestrierung von Kubernetes-Clustern verwendet werden darf.

Angenehm aus Sicht deutscher Datenschützer dürfte die Sonderbehandlung sein, die Microsoft deutschen Cloud-Kunden zukommen lässt. In Frankfurt am Main und Magdeburg sollen Rechenzentren speziell für die Verarbeitung deutscher Kundendaten installiert werden. Befürchtungen, die Daten deutscher Kunden könnten ungezügelt ins Ausland abwandern, sollte Microsoft mit dieser Strategie proaktiv den Wind aus den Segeln nehmen können.

Möge die Plattform mit dir sein

Ob geplant oder ungeplant, Apple (WKN:865985) hat gezeigt, dass man sehr viel Geld mit Plattformen verdienen kann.

Im ersten Halbjahr 2018 kauften Apple-Nutzer iPhone- und iPad-Apps im Wert von über 22 Mrd. US-Dollar. Bei einer Beteiligung von 30 % dürfte Apple demnach über 6 Mrd. US-Dollar an seiner Plattform verdient haben – und das allein im ersten Halbjahr.

Die Idee, ein „iPhone auf Rädern“ zu produzieren, ist nicht dumm. Sofern VW rund um das Endgerät Auto eine Plattform etablieren kann, könnten neue Einnahmequellen die Kassen der Wolfsburger ordentlich klingeln lassen.

Dazu braucht es aus meiner Sicht die richtigen Anwendungsfälle. Der Trend zum Carsharing könnte hier meiner Meinung nach die Initialzündung liefern.

Mein Kursziel: Utopia

Irgendwann in einer nicht allzu fernen, aber auch nicht allzu nahen Zukunft: Ich halte mein Smartphone an die Autotür eines parkenden Volkswagens. Die Tür öffnet sich, ich steige ein und werde von einer Roboterstimme freundlich dazu aufgefordert, mein Ziel zu nennen. Gleichzeitig passt sich der Sitz meiner bevorzugten Einstellung an, meine Spotify (WKN:A2JEGN)-Playlist wird geladen und das Kommunikationssystem meines Smartphones wird an das Soundsystem des Innenraums gekoppelt. Nachdem ich mein Ziel genannt habe, surrt der Wagen selbstständig in den Feierabendverkehr.

Utopie? Aus heutiger Sicht vielleicht. Unmöglich? Das denke ich nicht.

Die Partnerschaft zwischen VW und Microsoft könnte der entscheidende Schritt in Richtung Utopie sein. Auf jeden Fall ist es eine Kooperation ganz nach meinem Geschmack: Jeder macht das, was er am besten kann. In solchen Fällen ergibt eins plus eins nicht immer nur zwei, sondern gerne auch irgendetwas zwischen drei und unendlich.

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Stefan Naerger besitzt Aktien von Apple. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. Teresa Kersten arbeitet für LinkedIn und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. LinkedIn gehört zu Microsoft. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- und C-Aktien), Amazon, Apple, Facebook und Netflix. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

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