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WKN: 918422 ISIN: US67066G1040
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Wenn wir allein auf die vergangene Kursentwicklung blicken, entscheidet Advanced Micro Devices (WKN: 863186) dieses Duell klar für sich: Seit Jahresanfang konnte das Papier um zwei Drittel zulegen, während es beim Rivalen Nvidia (WKN: 918422) nur etwa halb so viel Rendite gab. Auch mittelfristig ergibt sich dasselbe Bild, die AMD-Aktie konnte sich seit Anfang 2016 mehr als verzehnfachen und liefert damit eine etwa doppelt so gute Performance ab wie das Nvidia-Papier (Stand: 16.09.2019).

Doch die Rendite von gestern ist nicht entscheidend für die Rendite von morgen – und so stellt sich die Frage: Welcher der beiden Grafikkartenspezialisten ist heute der bessere Kauf?

Die Geschäftsmodelle

Beide Unternehmen sind stark im Markt für dedizierte Grafikkarten (solche, die nicht im Prozessor integriert sind) vertreten, wobei Nvidia um die 70 % des Marktes kontrolliert und AMD die restlichen 30 % beliefert. Wichtig zu wissen ist, dass die Unternehmen ihre GPUs zwar selbst entwickeln, aber nicht in eigenen Produktionsanlagen herstellen.

Tendenziell hat Nvidia den Ruf, die leistungsstärkeren Karten anzubieten, während AMDs Lösungen eher für den kleinen Geldbeutel gedacht sind. Die aktuelle Marktsituation dürfte jedoch nicht mehr allzu lange Bestand haben, da Intel (WKN: 855681) plant, ab dem nächsten Jahr in diesen Markt einzudringen.

Doch sowohl AMD als auch Nvidia bieten noch mehr an als Grafikkarten für Endnutzer: AMD bietet zusätzlich zu den Gaming-GPUs noch Grafikprozessoren für Datencenter und professionelle Anwendungen, Prozessoren für Computer und Server und Entwicklungsdienstleistungen. In vielen dieser Segmente ist Intel der härteste Konkurrent für AMD.

Nvidia hat sich ähnlich positioniert, zielt im Gaming-Bereich jedoch eher auf das höherpreisige Segment und hat sich mit seinen Chips für professionelle Anwendungen besonders auf künstliche Intelligenz spezialisiert. Ein weiteres Highlight ist die starke Position des Unternehmens im Bereich autonomes Fahren. Für beide Unternehmen bleibt das Gaming-Geschäft jedoch extrem wichtig.

Es ist schwierig, einem Unternehmen hier den Punkt zu geben, doch aufgrund des höheren Marktanteils bei dedizierten Grafikkarten und der guten Positionierung in den Bereichen KI und autonomes Fahren gefällt mir Nvidia besser, weshalb das Unternehmen hier mit 1:0 in Führung geht.

Die Zahlen

Welche Wachstumsraten konnten die Unternehmen in der Vergangenheit abliefern, wie solide sind die Bilanzen und wie profitabel arbeiten die beiden GPU-Spezialisten? Die folgende Tabelle liefert die Antworten:

Umsatzentwicklung letzte fünf Jahre Eigenkapitalquote Liquidität II. Grades EBIT-Marge Free-Cashflow-Marge
AMD 4,1 % pro Jahr 37,3 % 136,4 % 3,5 % -10,8 %
Nvidia 23,2 % pro Jahr 70,0 % 762,0 % 19,4 % 29,5 %

Quellen: SEC-Filings der Unternehmen (zweites Quartal 2019). Umsatzentwicklungen von 2013 bis 2018

Der Fokus auf das höherpreisige Segment bei Grafikkarten ist ein großer Vorteil von Nvidia, was die Margen angeht. So kann das Unternehmen stark profitabel wirtschaften und viel Cash scheffeln, während AMD gerade so an der Schwelle zur Profitabilität kratzt. Analysten erwarten für die nächsten Jahre jedoch steigende Umsätze bei AMD, was dem Unternehmen helfen sollte, dauerhaft in die schwarzen Zahlen zu kommen.

Dieser gestiegene Optimismus erklärt auch den stark gestiegenen Aktienkurs bei AMD, der in keinem Verhältnis zur Umsatzentwicklung steht: In der Vergangenheit pendelte die Börsenbewertung des Unternehmens um den Jahresumsatz, da AMD langfristig nicht wuchs und schwache Margen hatte. Heute liegt das Kurs-Umsatz-Verhältnis auf Basis des für 2019 erwarteten Umsatzes bei knapp 5.

Mit Blick auf Nvidias Zahlen gibt es weder etwas zu erklären noch etwas auszusetzen, weshalb das Unternehmen hier klar den Punkt erhält und mit 2:0 in Führung geht.

Die Bewertungen

Theoretisch müssten sich die Vorzüge Nvidias in einer höheren Börsenbewertung niederschlagen. Schauen wir mal, wie es in der Hinsicht aussieht! Die Zahlen beziehen sich auf die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr.

Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) Price-Earnings-Growth-Ratio (PEG)
AMD 4,9 48,9 1,4
Nvidia 10,2 33,4 2,7

Quellen: Jahresabschlüsse der Unternehmen, Yahoo Finance

Sowohl beim KUV als auch beim PEG, bei dem das KGV durch das für die nächsten Jahre erwartete Gewinnwachstum geteilt wird, ist die AMD-Aktie nur etwa halb so teuer wie das Papier von Nvidia.

Zwar schneidet die Nvidia-Aktie beim KGV besser ab, doch im Gegensatz zu Nvidia besitzt AMD noch sehr viel Raum, um seine Margen und somit seine Gewinne in den nächsten Jahren zu steigern, was sich auch im niedrigeren PEG niederschlägt. Daher geht der Sieg in dieser Kategorie an AMD.

Foolishes Fazit

Dennoch reicht dieser Schlussspurt nicht mehr, um den Vorsprung von Nvidia aufzuholen, weshalb letzteres Unternehmen dieses Duell für sich entscheidet. Nvidia wirkt insgesamt wie das reifere Unternehmen, das einen konjunkturellen Schock wesentlich besser verdauen könnte als sein Wettbewerber – in den aktuellen Zeiten eine nicht ganz abwegige Überlegung. Dafür zahlt man jedoch auch einen höheren Preis.

Doch in meinem Depot geht Qualität vor Schnäppchen (obwohl ich am liebsten natürlich beides kombiniere!), weshalb sich die Nvidia-Aktie dort wiederfindet und die AMD-Aktie nicht.

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Christoph besitzt Aktien von Nvidia. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Nvidia. The Motley Fool besitzt Aktien von Intel sowie die folgenden Optionen: Short September 2019 $50 Calls auf Intel.

Motley Fool Deutschland 2019

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