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Bisher bleibt es dabei: Dem amerikanischen Hersteller Tesla (WKN: A1CX3T) macht in Sachen Elektroautos niemand etwas vor. Die bisher präsentierten deutschen Modelle – der Mercedes EQC aus dem Hause Daimler (WKN: 710000) und der Audi (WKN: 675700) e-tron – enttäuschten hinsichtlich Reichweite und Effizienz.

Zudem sind die beiden Modelle in höherpreisigen Segmenten unterwegs, wo es zwar höhere Margen zu holen gibt, aber in Sachen Elektrifizierung langfristig kein Blumentopf zu gewinnen ist.

Tesla baut unterdessen seit über einem Jahr das deutlich günstigere Model 3 in großen Stückzahlen und dürfte bereits über 250.000 davon auf die Straße gebracht haben – ein absoluter Rekord für ein Elektroauto in so kurzer Zeit. Die ganze Automobilbranche hatte dem bisher nicht wirklich etwas entgegenzusetzen.

Die ganze Automobilbranche?

Nein! Ein unbeugsames Unternehmen namens Volkswagen (WKN: 766403) beginnt, dem Eindringling Widerstand zu leisten: Der Volkswagen ID.3, der ab Mitte nächsten Jahres ausgeliefert werden soll, spielt preislich in einer ganz anderen Liga als der EQC und der e-tron und wird sogar eine ganze Ecke günstiger als das Tesla Model 3.

Außerdem dürfte der ID.3 technologisch deutlich weiter sein als die bisherigen eher halbherzigen Versuche deutscher Hersteller, da er auf einer eigens für Elektroautos entwickelten Plattform basiert – dem Modularen E-Antriebs-Baukasten, kurz MEB.

Das ist wichtig, da Elektroautos innerlich ganz anders aufgebaut sind und es daher einer neuen Fahrzeugarchitektur und völlig neuer Fertigungslinien bedarf. Tesla hatte das frühzeitig erkannt, doch nun ziehen die Wolfsburger nach.

Müssen sich die Kalifornier also warm anziehen? Schauen wir es uns im Detail an.

Hut ab, VW!

Positiv überrascht haben mich am ID.3 die technologischen Daten: Mit der größten Batterie, die 77 Kilowattstunden speichern kann, kommt der ID.3 auf eine WLTP-Reichweite von 550 Kilometern – vergleichbar mit den 560 Kilometern, die das Model 3 mit der ähnlich großen 75-kWh-Batterie erzielt.

In Sachen Reichweite und Effizienz ist Tesla eine echte Hausnummer in der Branche. Hier kann sich Volkswagen also durchaus auf die Schulter klopfen, dass man es geschafft hat, so viel Boden gutzumachen.

Abstriche werden ID.3-Besitzer dagegen bei der Ladeleistung machen müssen, die bei maximal 125 Kilowatt liegt. Hier hat Tesla mit seinem Supercharger-Ladenetzwerk einen deutlichen Vorteil: Das Model 3 lädt sich mit der neuesten Supercharger-Version doppelt so schnell auf, 100 Kilometer sind in wenigen Minuten nachgefüllt.

Im Gegenzug müssen ID.3-Besitzer eine ganze Ecke weniger hinblättern: Die günstigste Version mit einer Reichweite von 330 Kilometern wird es für knapp unter 30.000 Euro zu kaufen geben, während man für das günstigste Tesla Model 3 mit knapp 410 Kilometern Reichweite 44.500 Euro zahlen muss.

Der ID.3 – endlich Konkurrenz für Tesla?

Natürlich gehören zu einer Kaufentscheidung für ein Auto noch weit mehr Faktoren als Reichweite und Preis – doch zumindest auf Basis dieser beiden Faktoren sieht es so aus, als würde Volkswagen den Kaliforniern auf die Pelle rücken.

Das muss nicht schlecht für Tesla sein, denn die Überlegenheit des eigenen Fahrassistenzsystems, das gut ausgebaute Ladenetzwerk und die regelmäßigen Software-Updates über das Internet sind nur einige von vielen Gründen, warum sich Käufer weiter für Elektroautos von Tesla entscheiden werden.

Dennoch ist der neue Volkswagen eine Erinnerung daran, sich auf seinen technologischen Vorsprüngen nicht auszuruhen.

Langfristig kann diese Art von Konkurrenz nur gut für die Branche sein und ich bin gespannt, wie sich der ID.3 im kommenden Jahr verkaufen wird. Ein Erfolg des Modells würde vielen Kritikern demonstrieren, dass Volkswagen mit der Elektromobilität den richtigen Weg eingeschlagen hat – und könnte auch der VW-Aktie wieder auf die Sprünge helfen.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla.

Motley Fool Deutschland 2019

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