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Meldung

Anfang dieser Woche enthüllten die USA eine Liste von mehr als 1.000 chinesischen Produkten, auf die Zölle von 25 % erhoben werden, da die Regierung Trump versucht, China für das zu bestrafen, was sie als unlautere Handelspraktiken betrachtet. Kurz darauf schlug China zurück und kündigte Pläne an, Zölle in Höhe von 25 % auf mehr als 100 amerikanische Produkte zu erheben.

Zu den von China ausgewählten Produkten gehören Flugzeuge mit Leergewichten zwischen 15.000 und 45.000 kg. Auf den ersten Blick mag diese Bestimmung direkt auf Boeing (WKN:850471) abzielen, da China einer der wichtigsten Märkte des Luft- und Raumfahrtkonzerns ist. Die Zölle scheinen jedoch so ausgelegt zu sein, dass sie keine größeren Auswirkungen auf die Auslieferungen von Boeing-Flugzeugen nach China haben.

Eine Kategorie, die irrelevant wird

Die von China angekündigten Zölle würden das volumenstärkste Modell von Boeing, den 737-800 mit einem Betriebsleergewicht von 42.901 kg, treffen, so das Unternehmen. Die Modelle 737-700 und 737-900ER haben ebenfalls Leergewichte im von China angestrebten Bereich.

Boeing lässt all diese Modelle jedoch auslaufen. Sie werden durch den 737 MAX ersetzt. Wie die konkurrierende A320neo-Familie von Airbus (WKN:938914) verfügt auch die 737-MAX-Familie über modernste Triebwerke, die schwerer sind als die älterer Modelle.

Damit hat der 737 MAX 8, der Nachfolger des 737-800, ein Leergewicht von 45.070 kg und würde gerade noch außerhalb des Bereichs der Zölle liegen. (Jedoch bemerkte ein Bericht von Reuters, dass China stattdessen seine Zölle auf das Leergewicht des Herstellers stützen könnte. Dabei handelt es sich um eine etwas andere Maßeinheit, die den 737 MAX 8 unter 45.000 kg bringen würde.)

Die Leergewichte der größeren Modelle 737 MAX 9 und 737 MAX 10 betragen natürlich auch über 45.000 kg. (Inzwischen haben alle Großraummodelle von Boeing deutlich höhere Leergewichte.) Von den Produkten von Boeing für die Zeit nach 2020 fällt nur der kleinere, wenig verkaufte 737 MAX 7 in den von China festgelegten Gewichtsbereich.

Es könnte andere Schlupflöcher geben

Während China offenbar das Gewichtskriterium für seine Zölle festgelegt hat, um den 737 MAX nicht zu treffen, gibt es andere Schlupflöcher, die auch eine Schädigung von Boeing verhindern könnten. Zum einen glauben einige Analysten, dass die Zölle nur für neue Aufträge gelten würden, nicht für den bestehenden Auftragsbestand von Boeing in China.

Außerdem ist nicht klar, wann die Zölle in Kraft treten würden — wenn überhaupt. Die USA und China sind vorerst dabei, bald wieder zu verhandeln.

Am wichtigsten ist, dass Boeing im vergangenen Jahr mit dem Bau eines 737-Fertigstellungszentrums in Zhoushan begonnen hat. Diese Fabrik wird jährlich etwa 100 Flugzeuge ausstatten und lackieren, bevor sie an chinesische Kunden ausgeliefert werden. Die Fertigstellung von Flugzeugen in China könnte ausreichen, um Zölle zu umgehen, auch wenn der Großteil der Produktion in den USA erfolgt.

China braucht Boeing-Flugzeuge

Es ist nicht überraschend, dass Chinas Zölle für Boeing nur heiße Luft sind. Langfristig könnte China seine Abhängigkeit von Boeing-Flugzeugen reduzieren. Derzeit gibt es jedoch nur zwei große Flugzeughersteller, und die beliebte A320/A320neo-Familie von Airbus hat einen Rückstand von mehr als 6.000 Bestellungen. Das entspricht einer Produktion von neun Jahren, selbst bei den derzeit geplanten höheren Produktionsraten.

Theoretisch würde Airbus gerne Marktanteile in China auf Kosten von Boeing gewinnen. Die A320neo-Familie ist jedoch bis etwa 2022 komplett ausverkauft. Auch darüber hinaus wäre Airbus wahrscheinlich nicht in der Lage, die gesamte chinesische Flugzeugnachfrage zu decken, ohne seine eigenen treuen Kunden in anderen Teilen der Welt zu vernachlässigen.

Boeing ist nach wie vor über die wachsenden Spannungen der Handeslbeziehungen zwischen den USA und China besorgt. Das ist verständlich, denn langfristig hängt das zivile Luftfahrtgeschäft vom stabilen Welthandel ab. Die direkten Auswirkungen der chinesischen Flugzeugzölle auf Boeing dürften jedoch gering ausfallen.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Adam Levine-Weinberg auf Englisch verfasst und am 07.04.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

 

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